„Identität und Würde“

Meine Vorstellung war, entsetzlich, das heute aussprechen zu müssen: Die unter 40-Jährigen haben noch eine Chance, sich in das nun geltende Wissenschaftssystem über befristete wissenschaftliche Mitarbeiterstellen hineinzuarbeiten, die Älteren gehören – bis auf Ausnahmen – der Generation an, die den Preis für die Wiedervereinigung zu zahlen hat, mit ihrer beruflichen Existenz und meistens mehr.

Auch das noch:

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8 Gedanken zu „„Identität und Würde“

  1. Nicht nur für die Humboldt-Universität trifft dies zu.

    Ein Teil unserer Freundes- und Bekanntenkreises stammt aus der DDR: Die, welche sich im Westen oder auch in Österreich niedergelassen haben, konnten sich eine neue Existenz schaffen, wer geblieben ist, kämpft ums Überleben, auch wenn er jünger ist als wir sind.

  2. REPLY:
    Ich glaube auch, dass es mehr als schwierig geworden wäre, wenn ich geblieben wäre.

  3. REPLY:
    Ich bin ja froh, auch einmal so etwas zu hören. Obwohl ich natürlich zugeben muss, dass die Chancen in den neuen Bundesländern generell schlecht sind, selbst in den Berufen, wo anderswo noch nicht über Arbeitsmangel geklagt werden muss.
    Ich unterrichte an der TU-Leipzig und kann aus Gesprächen mit Informatikstudenten bestätigen, dass sie gehaltlich viel, viel schlechter gestellt sind als beispielsweise in Wien.

  4. Ich kann da leider nicht ganz zustimmen zu diesen doch etwas pauschalen Aussagen. Ich bin hier geblieben (Sachsen, Erzgebirge), mit voller Absicht, und das obwohl ich sehr sehr gute Angebote „aus dem Westen“ hatte. Und mir geht es nicht schlecht.
    Allerdings, das gebe ich zu, habe ich auch ne richtig gute Ausbildung hier gehabt (Lehre in einem der größten Kombinate und Studium in Mittweida, eine der drei technischen Elitehochschulen der DDR (die anderen waren Greifswald und Ilmenau) und mich selbst immer weiter spezialisiert (und dafür sehr sehr viel (Frei)Zeit geopfert; wenn andere z.B. baden gingen, habe ich im Rechnerraum gesessen, manchmal Nächte lang), was auch nicht aufhört und wohl auch nie aufhören wird.
    Und ich habe es nie bereut, hier geblieben zu sein. :)

  5. REPLY:
    das gibt es. in dem strukturschwachen gebiet, in dem ich aufgewachsen bin, hätte es keinen sinn gehabt, zu bleiben. jetzt gibt es dort die universität. aber bis die da war, wäre ich dort verblödet.

  6. REPLY:
    ich bin nach wie vor froh, daß ich nach mauerfall längere zeit „im westen“, auch wenn es nur westberlin war, gelebt habe.
    ich habe eine ganze menge gelernt und war deshalb nicht versucht, im eigenen saft der frustration zu schmoren und mir eine fragwürdige identität zusammenzuklittern.
    der preis den ich dafür zahle, ist fremdheit auf beiden seiten. aber ich begegne auf meinem weg auch vielen anderen, die es genauso gemacht haben.

    und ich wäre viel viel eher diesen weg gegangen, wenn dies nicht riesge probleme für meine familie bedeutet hätte. (keine emotionalen, sondern politische probleme.)

    meine eltern, die bei mauerfall so alt waren, wie ich jetzt, die hat es voll erwischt.

  7. „Enttäuschte Hoffnungen“ Autobiographische Berichte abgwickelter Wissenschaftler aus dem Osten Deutschlands (Arno Hecht, Herausgeber, Verlag am Park)

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