30.10.11

Der Sonntag mit der geschenkten Stunde ist immer einer der schönsten des Jahres. Und dann war er auch noch ein Tag mit wunderbarem Wetter. Ich quengelte und drängelte, weil ich raus wollte. Wir trabten quer durch Mitte. Der Graf mit Fotoapparat bewaffnet, weil er Alltagstypographie fotografieren wollte und ich nur mit mir und einem Geldschein in der Tasche.
Ab dem Hackeschen Markt wird es immer etwas problematisch, es sind einfach zu viele Leute unterwegs, das schickt michmal wieder in ganz üble alte Zeiten zurück. Aber irgendwie habe ich es überstanden.
Vor der Staatsoper nutzten wir gleich die Gelegenheit, Karten für Phillip Stölzls Premiere zu kaufen. Ich bin schon seit der Kindheit Offenbach-Fan und bin sehr gespannt auf Orpheus in der Unterwelt. Ob ich mit Ben Becker als Pluto leben kann, weiß ich noch nicht. Die letzte Theaterrolle, die ich von ihm gesehen habe „Endstation Sehnsucht“ am Renaissance-Theater hatte eher Hörspiel-Qualität: jede Menge rumstehen und und mit dröhniger Stimme herumtönen.
Dann gab es noch eine Tarte Tatin im geöffneten Lafayette und anschließend ging es mit der Straßenbahn retour zum Zionskirchplatz. Am Rosenthaler Platz war die Reise zu Ende. Zwei falsch geparkte Polizeiautos blockierten die Straßenbahnschienen und die nach 10 Minauten herbeieilende Politesse mußte sich viel Häme gefallen lassen.
Dann gab es Reste kochen und einen ruhigen Abend. Mein Leben ist grade herrlich unspektakulär.

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