30.06.2019

Morgens bemühte ich mich, so schnell wie möglich wach zu sein, aber bei mir geht ohne richtiges Frühstück und eine Stunde Wachwerden einfach nichts. Immerhin stand ich um halb 10 im Garten der Freunde ein Dorf weiter und pflückte Rote Johannisbeeren und Schattenmorellen.
Gegen Mittag kehrte ich zurück und selbst im kühlen Park war es recht warm. Auf der Terrasse stand die Hitze wie ein Block.
Der Graf saß im Erdgeschoss, dort war es kühl. Ich legte mich für ein Stündchen in die Hängematte und döste. Früher mochte ich die Teile garnicht. Wahrscheinlich auch, weil sie in meiner Kindheit wie ein Fischernetz geknüpft waren. Man lag drin wie ein Rollbraten. Aber jetzt ist das für mich wirklich tiefenentspannend.
Als der Wind auffrischte und immer stärker wurde, flüchtete ich irgendwann. Es bröselte immer mal was aus den Bäumen und einem ganzen Ast möchte ich nicht als Zielscheibe dienen.
Ich ging kurz rüber zur Nachbarin, die Kätzchen ansehen und hing Wäsche auf.
Dann gingen der Graf und ich zu den Freunden im Dorf, die zum Tag des Naturgartens geöffnet hatten. Wir wurden mit Kuchen und Eis bewirtet und plauderten.
Wir rangen uns dann dank des Windes doch durch, an die Ostsee zu fahren, es hatte sich dadurch etwas abgekühlt.
Wir badeten in hohen Wellen. Über uns zogen sonderbare Wolken, die sich als kleine Gewitterfront entpuppten.
Als es zu regnen begann, saßen wir schon fast wieder im Auto.
Dann aßen wir Gyros beim Griechen in Barth. Es ist immer so: erst hat man furchtbaren Appetit darauf und nach ein paar Happen legt sich das.
Wir fuhren durch die nordische Nacht zurück, es gab einen entzückenden Himmel, einen Damhirsch und ein Fuchskind zu sehen.

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