25.7. 10

Ich stand sogar noch zu einer christlichen Zeit auf – so gegen halb 10. Das heißt, ich begab mich von der Horizontalen in die Vertikale, um den Morgen in aller Ruhe mit Kaffee und der FAS im Bett zu beginnen.
Doch dann wurde der Vormittag plötzlich hektisch. Vom faulen Samstag hatte ich alles auf den Sonntag geschoben und so türmten sich Komplettwohnungsputz (die Putzfrau kommt derzeit, wann sie will, mal zwei Wochen nicht, dann wieder wöchentlich), Blumen gießen, bügeln und weitergehende Renovierung des Äußeren auf drei Stunden, bis der Mittagsflieger aus Düsseldorf ankam und ich eigentlich am Flughafen stehen wollte.
Schweißgebadet feudelte ich durch die Wohnung, begleitet von Metallica. Für mein Vollbad und anschließendes Haareschönmachen hatte ich nur mehr eine Viertelstunde. Ich kapitulierte vorm Zeitdruck (der ohnehin immer noch Gift für mich ist) und versenkte mich ins Badewasser. Als ich noch einmal auf die Ankunftsseite des Flughafens ging, sah ich, das der Flieger ohnhin eine Viertelstunde vorfristig gelandet war.
Mich überfiel mal wieder meine narkoleptische Müdigkeit. Ich legte in frisurschonender Haltung aufs Bett und war sofort weg. Als ich wieder auftauchte, waren drei Stunden vergangen und ich lag noch immer so, wie ich mich hingelegt hatte. Es war wohl doch nicht der Mittagsflieger und nun war es Zeit für die Spätnachmittagsmaschine.
Ich sauste nach Tegel, stellte mich pünktlich und schief und krumm an einen der Eingänge, sah nach ein paar Minuten, das da wohl eine Verspätung ansteht. Fuhr dem Polizisten, der gerade mein Kennzeichen notierte, davon – auf den Diplomatenparkplatz. Grund genug, mein Kennzeichen zum zweiten Mal aufzuschreiben. Aber so lange dieser kleine, komfortable Flughafen benutzt wird, genieße ich es, innerhalb von 20 Minuten jemanden abholen zu können.
Die Verspätung wurde noch größer, ich tigerte hin und her. Treffen ohne Handy, denn die waren alle beide zu Hause geblieben, ist kein Mensch mehr gewöhnt. Dann kamen die ersten Handgepäckträger heraus. Der Mann war nicht dabei. Ich wartete, bis die letzte Weltenbummlerein ihren monströsen Rucksack vom Band gehievt hatte und fuhr schulterzuckend nach Hause, wo keine Viertelstunde später der Vermißte eintraf. Wir hatten uns klassich verpaßt und mein Auto stand zu weit weg, um es sehen zu können.
Der Abend war ruhig. Ich bügelte alte Leinenhandtücher, die mindestens noch zwei Kochwäschen brauchen, um benutzbar zu sein und sah mir den Tatort an. Maria Furtwängler ist eigentlich ein Brechmittel für mich, aber ich fand sie in dem Film garnicht mal so schlecht, das heißt, der ganze Film war ziemlich gut. Sie ist attraktiv, aber leider zu kontrolliert, um igendeine Emotion mit ihrem Gesicht rüberzubringen.
Was mich bei vielen Tatorten mit weiblichen Hauptrollen wundert, das mittels vieler Wasserträger-Nebenrollen, die immer wieder Beziehungen anstreben, um die Hauptfigur herum ein Mittelpunkts-Vakuum geschaffen wird. (In diesem Fall das ständig zu versorgende oder zu verborgende Baby, der wie kastriert wirkende Kriminalschriftsteller, der verliebte und immer wieder abgewiesene Gerichtsmedizin-Praktikant.) Die Hauptfigur kann in diesem Vakuum strahlen, aber sie muß es auch füllen können. Das funktioniert bei manchen nur, wenn sich die Nebenfiguren alle eine Nummer kleiner machen. Der Bodensee-Tatort war in den ersten drei Folgen ähnlich angelegt. Eva Matthes ließ sich einen gezähmten türkischen Macho an die Seite stellen, der die Vorlagen für ihr weibliches Heldentum lieferte. – Das ging nicht lange gut, deshalb wurde die Rolle umbesetzt.
Ich kann mit solchen Heldinnen wenig anfangen. Entweder die Alte hat Power wie Ulrike Folkerts oder sie soll den Job sein lassen.

ach so und das mit dem Haareschönmachen. Ich kann mit dem Fön nicht so richtig umgehen und Frisuren waren noch nie meins. Das ist immer ein größerer Akt, aber wegen der Haarlänge mittlerweile nötig.

Auch das noch:

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3 Gedanken zu „25.7. 10

  1. Wenn ich an das neulich erwähnte Foto denke (Ihre Gesangsdarbietung ;-) ), scheint mir, Sie hätten welliges oder sogar lockiges Haar. Wenn das Natur ist, kaufen Sie sich einen Profi-Haarfön mit Diffusoraufsatz (in guten Elektrofachmärkten erhältlich) – der verwirbelt das Haar nicht, trocknet viel angenehmer und es braucht keine Rundbürste oder ähnliches dazu. Sagt eine, die selber bei der Erstellung einer Frisur zwei linke Hände hat, und beinahe glattes Haar, in das besagter Fön zuverlässig unaufdringliches Volumen pustet.

  2. REPLY:
    Guter Tipp. Der von B*raun ist klasse.
    Und Loopy von Schwarzkopf als Klebehilfe danach.
    Ich hab allerdings Locken, die halten danach ewig.

  3. REPLY:
    ich gah dann heute abend mal auf die pirsch. der fön ist ohnehin – nach ausfall des t*chibo-monsters – ein uralter, unkaputtbarer reisefön von privileg und muß ersetzt werden.

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