21.7. 10

Ich war gestern ein früher Vogel. Ja, auch mir passiert das manchmal. Die Stadt war noch kühl, ich war mit frühstücken, duschen, schnatzen, aufsatzen schnell fertig und fuhr ins Büro-Nestchen.
Dort erwartete mich eine unangenehme Überraschung. Mein Internetbrowser verweigerte die Arbeit. Mails kamen, Twitter funktionierte, ich kam nur nicht „rein“. Da ist dann gleich mal die Hälfte der Tätigkeiten unausführbar. Ich kramte meinen Apple-Support-Plan raus und rief dort an. Was folgte, waren dreieinhalb Stunden Gebastel, immer wieder unterbrochen von halbstündigen Wartepauen, nach denen ich zurückgerufen wurde, weil der Rechner in der Zwischenzeit etwas abarbeiten mußte. Fazit: Das Problem ist immer noch nicht gelöst, aber eingegrenzt.
Es war nicht der Vodafone-Broadband-Stick, der auf meiner Festplatte ein Programm hinterließ, das im Zehnsekundentakt versuchte, ins Internet zu kommen. Es waren weder Skype noch ein dat-Erweiterungs-Betrachtungsprogramm. Mit allen anderen Nutzeranmeldungen funktioniert Safari, nur mit meinem Account nicht mehr. Ich habe die leise Vermtung, daß ich mir das Teil mit Dreamweaver zerschossen habe, denn das war das Letzte, was ich am Vortag tat, ich testete eine gerade entworfene Website in Originalansicht im Browser.
So installierte ich Firefox und fluchte ob der Tücken des Details. Schließkreuze, die plötzlich auf der anderen Seite des Tabs sind und mich immer ins Leere klicken lassen. Dämliche Sicherheitseinstellungen, die mich fragen, ob Flash auf die Seite „about/blank“ zugreifen darf. Bookmarks, die ich zwar importiert habe, die ich aber erst suchen muß…
Dafür habe ich jetzt einen schicken integrierten Feedreader.
Dann rief mich die Freundin an, für die ich den ersten Babeltext-Job gemacht hatte. Wir verbrachten einen herrlichen Sommernachmittag und -abend. Zuerst im Literaturhaus, dann bei ihr vorm Fernseher, denn im einzigen klimatisierten Kino der Umgebung lief „Shrek III“.
Und so kann ich sagen, daß mir „Greys Anatomy“ zu hysterisch ist, außerdem komme ich nach der langen Zeit nicht rein in die Story. Ständig sagen sich Leute: „Ich habe mit dem und dem geschlafen!“ und bekommen die Antwort „Dafür habe ich mit der und der geschlafen!“. Das ist so ein bißche wie Maumau spielen, man sucht immer eine Gelegenheit, nachzulegen oder zu übertrumpfen. Dagegen finde ich aber „Private Practice“ ziemlich cool.
Zu Hause gönnte ich mir noch ein Dulche de Leche-Eis und ein kleines Pfützchen Cremant, dann kam auch der Mann von einem auswärtigen Termin.

Ich habe an diesem Tag viel gelernt. In den letzten Jahren war mein Verdienst nie Diskussionsstoff. Ich bekam von jedem Job, den ich vermittelte, 10%, manchmal gab ich auch Rabatte, diskutiert wurde eher darüber, was ich an Beratung und Betreuung zu leisten hätte, bevor sich der Joberfolg einstellte. Das uferte halt mitunter aus.
Jetzt werde ich zu jedem Job neu verhandeln müssen, auf Basis meiner Stunden- und Tagessätze. Und ich werde mich auch damit auseinandersetzen müssen, wo die Grenze zwischen Job und Freundschaftsdienst verläuft. Beratungsgespräche unter Freunden, Informationsaustausch, Empfehlungen, technische oder handwerkliche Hilfestellung, sehe ich als normal an und wenn es umfänglich ist, gibt es eine Einladung zum Essen. Wenn ich aber gebeten werde, etwas aus meinem Tätigkeitsfeld zu leisten, Texte schreiben oder vorbereiten, Homepages machen oder reparieren und andere Dinge, so sehe ich das als Job an. So wie ich früher als Job angesehen habe, daß ich jemandem einen Vertrag verhandele. Schaue ich bei einem Freund auf einen Vertrag und gebe meinen Senf dazu oder gebe Tips für die Verhandlung, so ist das wiederum ein Freundschaftsdienst. Es sei denn, ich betrachte einen Auftrag als Referenzprojekt, das mir Türen für die nächsten Jobs öffnet.

Auch das noch:

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2 Gedanken zu „21.7. 10

  1. gut sortiert frau koma :-)
    bestimmt bekommst du das mit dem mailfach auch bald wieder hin, denn durch deine zeilen spricht ja jede menge sachverstand.
    außerdem habe ich dort hineingebabelt und gegrüzt :-)

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