17.8. 10

Wieder ein früher Tagesbeginn. Der Ranger hatte sich im Büro angesagt, weil ich ihm bei einer Facebookgeschichte helfen sollte. Ich räumte das Büro auf, stellte die Induktionsplatte auf den Küchenhocker, suchte die Espressokanne und zwei Tassen aus den Kisten und kaufte Milch für den Kaffee. Wer nicht kam, war der Ranger. Am Abend erfuhr ich, daß ihm schon wieder einmal eine Herzgeschichte dazwischenkam. Er machte schon ein Witzchen: Immer wenn wir uns treffen wollen, spielt mein Herz verrückt.
Ich hangelte mich so durch den Tag. Schlief meine üblichen zwei Stunden und machte bis in den Abend Hausaufgaben für den Unternehmensberater. Die Homepage ist seit 14 Tagen überfällig und mit dem, was ich dafür geschrieben hatte, war ich zum Schreien unzufrieden. Also bastelte ich noch eine Weile daran herum. Besser wurde sie nicht dadurch. Ich versteckte mich hinter Wogen von Geschwafel. So langsam wird es Zeit, daß ich mich zeige.
Dann recherchierte ich Sardinien-Flüge. Wenn der Herbst in Deutschland vor der Tür steht, möchte ich noch mal auf die Insel. Das finden mit mir allerdings auch eine Menge anderer Leute, wenn ich die Flugpreise und die freien Plätze so ansah.
Gegen neun Uhr brach ich die Zelte in Schöneberg ab. Gruselig, um dise Zeit ist es fast schon wieder dunkel. Ich fuhr nach C-Burg, schmierte mir ein paar Brote und haute mich vor den Fernseher. Seit Wochen strandete ich am Dienstag abend vor der Glotze und sah mir CSI Miami und anschließend Monk an. Zwei Serien, die im Stil nicht unterschiedlicher sein konnten. So langsam wird eine Gewohnheit aus diesem Fernsehabend. Aber wenn ich mittags schlafe und bis neun Uhr arbeite, komme ich zu nix anderem mehr.
Wie soll es auch anders sein, gegen 11 Uhr war ich dann schon wieder so müde, daß ich mich ins Bett trollte und beim Schein der Nachttischlampe einpennte.

Was diese Schlaferei betrifft, weiß ich noch nicht, wie das weitergehen soll. Ich hatte vor 6 oder 7 Jahren eine ähnliche Phase, da war unter anderem mein Schilddrüsenhormon falsch eingestellt. Hm. Wenn ich das jemandem erzähle, denken die meisten Leute, ich spinne. Aber ich werde mittags so müde, daß ich nicht mehr denken kann. Ich habe dann nur noch einen Gedanken: hinlegen. Wenn das nicht geht, werde ich knatschig wie ein kleines Kind oder aggressiv. Wenn ich dann liege, tauche ich für 2-3 Stunden ab, ohne mich zu drehen oder zu bewegen. Ich komme irgendwann aus dem Nichts unglaublich langsam wieder hoch und liege noch in der selben Position, nur tut mir mittlerweile alles weh, weil ich mich nicht gerührt habe. Wenn ich aufstehe, bin ich die erste Stunde kaum ansprechbar. Fürchterlich.
(Dies war übrigens ein Beitrag zum Kapitel: Der kleine Hypochonder)

Auch das noch:

  • 6.11. 106.11. 10 Der gemeine Freiberufler liebt es, am Wochenende zu arbeiten. Pünktlich elf Uhr vormittags stand eine alte Bekannte vor der Tür, […]
  • 14.8. 1014.8. 10 Samstage sind ja immer so eine Sache. Denn obwohl der Mann und ich Freiberufler sind, gehen wir natürlich dann auf den Markt, wenn es […]
  • 20.9. 1020.9. 10 Der erste Urlaubstag. Die drei Tage vor der Abreise waren Schreibtischgroßeinsatz. Alles noch einmal in die Hand nehmen: Ist da […]
  • 17.11.1017.11.10 Wenn dieser dämliche verschobene Tagesablauf dann mal endlich wieder ins Lot käme, wäre ich ein rundum zufriedenes […]
Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Leben von kitty. Setze ein Lesezeichen zum Permalink.

2 Gedanken zu „17.8. 10

  1. Das liest sich schon wie eine schleichende Unterfunktion der Schilddrüse. Einfach mal die Werte darauf hin prüfen lassen – vielleicht braucht’s ja nur etwas mehr Thyroxin…..

  2. REPLY:
    meine ärztin setzte seit 6 monaten auf reduzieren, aber ich glaube, das reicht jetzt.

Kommentare sind geschlossen.