17.7. 10

Die Abkühlung der Nacht war marginal, eine halbe Stunde Regen, der kaum die Erde erreichte, aber jeden Menge dicke Wolken.
Da ich kaum geschlafen hatte, weil ich immer auf dem Sprung war, die Fenster zu schließen (Gewitter und Regen) oder zu öffnen (zu heiß), ging ich den Morgen langsam an. Mit Kaffee und Zeitung im Bett und einem mittelprächtigen, kühlenden Sturzregen, später mit Wäsche waschen und putzen.
Als wir einige Stunden später auf dem Markt gingen, waren die Straßen schon wieder komplett trocken, aber der Staub war für einen Tag verschwunden.
Das ist eine Sache, die ich nicht verstehe. Berlin wird von Sommer zu Sommer trockener und damit staubiger. Es liegt in einem sandigen Umland, hat jede Menge Straßen, Verkehr und Menschen und damit Windkanäle, Reifenabrieb, Pollenflug, getrocknete Hundescheiße und banalen Dreck in der Luft. In Barcelona wird jeden Abend, bevor es dunkel wird, die ganze Innenstadt mit Wasser besprengt. Warum bekommt das hier keiner hin? Berlin steht auf Wasser, Mangel kann es nicht sein.
Ich verbrachte den Nachmittag mit einer Siesta und diesen ungezählten kleinen Handgriffen in einer Wohnung, die man nicht unbedingt sieht.
Am Abend gingen wir auf das Jazzfest am Schloß Charlottenburg. So richtig enthusiastisch machte mich das nicht. Gehobene Kirmesstimmung mit Dritte-Welt-Produkten und exotischen Essen. Dazu eine bombige Soulsängerin, die den Laden rockte. Aber es war alles recht beliebig.
Später saßen wir noch auf einen Wein vorm Pan delgli Angeli. Es war nett, aber zu teuer. Am Nebentisch berichtete ein Berliner Paar dem Paar, das aus der Provinz zu Besuch war darüber, was im Kit Kat Club so abginge. Hihihi.
Die Nacht versprach seit langem einmal erholsamen Schlaf.

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