13/7/14 Tagebuchbloggen

Ein klassischer Sonntag und da Urlaubszeit ist, hat er nicht schon den leicht bitteren Kern des Gedankens, dass am nächsten Tag die Arbeit wartet, in sich.
Ich nähte nach dem Aufstehen etwas und der Graf sortierte sich lange. Dann verpackte ich die Aprikosentarte fahrradgerecht und fuhren zum Garten vom Kind. Sie hatte nämlich mit dem besten Regieassistenten der Welt den Pool startklar bekommen. Was nicht so einfach war, der Vorbesitzer der Laube liebte nämlich wirre Rohrverlegungen.
Aber zunächst stellten wir uns auf der Hälfte der Strecke für eine halbe Stunde unter die S-Bahn-Brücke und warteten einen heftigen Regenguss ab. Da ist der Moment, in dem man den Segnungen moderner Technik danken kann. In der Hälfte der Zeit hörte es nämlich mal für fünf Minuten auf zu regnen und fing dann wieder an und der Regenradar zeigte das gut an.
Der Nachmittag auf der Terrasse war nett und die Aprikosentarte wider Erwarten gut. Auch des Kindes Apfelkuchen (aus eigener Ernte), der im Mini-Turbobacköfchen nur die Hälfte der Zeit brauchte, war sehr schmackhaft.
Wir brachen irgendwann hektisch auf, weil sich die nächste Regenfront näherte und unter den Brücken der Bornholmer Straße hatte sie uns dann auch erwischt. Wir fuhren aber einfach durch und trockneten uns zu Hause.

Abends hockten wir natürlich vor dem Fernseher, der mittlerweile nicht mal mehr in der Lage ist, die Zeit- und Spielstandsgrafik lesbar darzustellen, und schauten uns das Endspiel an. Das Ergebnis finde ich wohlverdient, wenn auch nicht selbstverständlich. Dass das entscheidende Tor auf Seite der Deutschen fiel, war – finde ich – eher Zufall. Wie das so ist, bei fast gleich starken Mannschaften.
Ich mag garnicht mehr gern darüber reden und auf Twitter hatte ich in den Tagen sowieso eine Menge ausgeblendet.
Ich mag weder die Leute, die solche Weltereignisverstärker brauchen, um Stolz zu empfinden (und noch nicht mal über eine eigene Leistung) und dann ihre nationale Erektion exhibieren, noch die Zeigefingerphalliker, die predigen, dass das alles gaaanz schlimm sei und man davon Hirnschwund bekäme und besser mit den Händen über der Bettdecke schläft. Predigen und mahnen, wenn Leute einfach nur Spaß haben, ist so wunderbar deutsch.
Aber komischerweise habe ich den Eindruck, daß die einzige wahre Großbewegung ohne Grenzen die der Nationalspacken ist:


Wenn ich das mal recht frei übersetze, geht es darum, die Haut ihrer Mutter in Streifen zuschneiden und Deutsche zu ficken.

Ich lass das mal so stehen.

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