Spuk

Der Graf hatte eine fette Erkältung mit Husten und Fieber und ich schramme seit Tagen daran herum. Die Reise zu LaPrimavera ist deshalb ausgefallen. Was auch gut war, wir hätten die Äpfel in strömendem Regen und Herbststurm sammeln müssen. Mein hyperaktives Immunsystem kämpft an allen Fronten und das gibt mal Halsschmerzen, mal Ohrenschmerzen, mal Husten, mal Niesen, aber von allem nur ein bisschen. Dazu ein fettes k.o.-Gefühl, so dass ich halbe Tage rumhänge, zu fit zum Gesundschlafen und zu angeschlagen zum Rumhopsen.

Gestern legte ich mich mittags hin und schlief drei Stunden wie ein Stein. An Ende träumte ich sehr präraffaelitisch. Ich lag im Traum im Bett und schlief. Das Zimmer kannte ich nicht, es war im eleganten 60er-Jahre-Stil eingerichtet* und hatte ein riesiges Panoramafenster, das auf eine verschneite nächtliche Gebirgslandschaft hinausging. Ich träumte etwas, hörte im Traum eine  Stimme und stand auf. Schlafwandelnd sah ich aus dem Fenster, streckte die Hand aus und rief: „Tante Lisbet!“ (man muß wissen, das ist meine liebe Urgroßtante, die seit 11 Jahren tot ist), sie schien da draußen irgendwo zu sein. Da drehte eine Frau den Kopf zu mir, die rechts von mir an der Wand an einem kleinen Schreibsekretär etwas machte. Sie trug ein schwarzes langes Kleid und ein weißes Tuch um Kopf und Kinn drapiert. Ich sah ihr Gesicht nicht, aber sie sagte: „Tante Lisbet ist da nicht. Leg dich wieder hin, du träumst!“ Es war dunkel, ich sah ihr Gesicht nicht, aber ich wußte, das ist die Mutter des Grafen, die starb, bevor ich ihn kennenlernte.
Dann wurde ich mühselig wach und wußte nicht recht, bin ich nun im Traum wach oder in Wirklichkeit.
Gru-se-lig! Der Graf beschäftigt sich gerade intensiv mit seiner Kindheit und auf mich schwappen die Synergien über und im Traum öffnet sich das Totenreich…

 

*Ich träume sehr oft von aparten 60er-Jahre-Interieurs.

Auch das noch:

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  • 28.10.1028.10.10 Alles fast wieder gut. Mutti hat gepustet und es tut kaum noch weh. Ich werde wohl ein bißchen aufpassen müssen in der […]
  • 23.02. 202123.02. 2021 So, es ist vollbracht. Das Sommerhäuschen der Eltern ist verkauft.
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2 Gedanken zu „Spuk

  1. du wurdest jetzt sozusagen der mutter des grafen vorgestellt, die dich mit unter ihre fittiche genommen hat. is doch schee, und nicht gruselig!

    • wenn du das so sagst, ja… sie war den vernehmen nach aber eine sehr schwierige person.

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