Sofakartoffel

Eine Woche allein vor mir. Ich mutiere zum schwitzigen Nerd mit strähnigen Haaren und zerbeulter Jogginghose. Schließlich muß ich die Technik bis Montag zum Laufen bringen.
Über die Freude an dem Silberkästchen hinaus – allein schon das Auspacken ist ein Genuß – mag ich mich und die Welt gerade überhaupt nicht. Ich weiß nicht, was es ist, daß ich mich immer wieder nicht wohlgelitten und willkommen fühle, sondern unsicher, nur ertragen, geduldet und überflüssig. Daß ich immer wieder die „ich sollte eigentlich gehen, obwohl ich nicht will“-Anfälle habe und das Bedürfnis, mich in Luft aufzulösen, nur noch Hirn zu sein, nichts weiter als schwebende Gedanken. Und dazu den Körper von plötzlich doppelter und dreifacher Erdenschwere zu spüren, unförmig und häßlich.
Ich mag mit niemandem reden, ich mag das Haus nicht verlassen.
Ich werde mir heute abend eine große Portion Milchreis kochen. Mit Butter und Zimt und Zucker. Essen hilft meistens.

Auch das noch:

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4 Gedanken zu „Sofakartoffel

  1. das kenn ich. genau so.
    die verpasste behausung, der frust und das „ich sollte gehen …“-gefühl nebst unsicherheit usw – ich kenn das so verdammt gut!!

    ich hab wirklich lange gebraucht, um mich angekommen und wohlgelitten zu fühlen. und das war nur mit erheblicher arbeit an mir selber zu bewerkstelligen. inklusive vieler beulen an der seele. die heilen zwar irgendwann, aber das aktuelle gefühl war halt schei… elend.

    fühlense sich gedrückt, wenn sie mögen.

    und wenn sie mal ne andere umgebung brauchen, luftwechsel nebst see fast vor der haustür, hund zum runde-gehen, katzen zum beschmusen, zwei ohren zum zuhören und ne schulter zum ausheulen, sagen sie bescheid. platz ist vorhanden.

    alles liebe!

    huehnerschreck bei gee-emm-ix punkt net.

    ps: ist schon merkwürdig, dass das „verzerrt angezeigte wort“ grade eben „fears“ ist …

  2. REPLY:
    Sie schaffen das, oder darf ich DU sagen? Wenn die Entfernung nicht wäre würde ich eine Einladung zu einer kleinen Laufeinheit oder sonstiger sportlicher Bewegung aussprechen.

    Auf jeden Fall: die besten Grüße aus dem tiefen Westen.

  3. REPLY:
    das mit dem siezen bei bloggern hat eher etwas spielerisches, eine inszenierte distanz, obwohl man recht viel voneinander weiß.
    ich werde heute abend auch brav in der muckibude meine 90 min auf dem crosstrainer absolvieren.
    wirklich und wahrhaftig wäre mir nach landarbeit. obstbäume beschneiden, steine sammeln und mauern bauen. endlich pflügen lernen, das wollte ich schon immer.

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