Schocktherapie

Manchmal bin ich ein Wesen, das nix merkt. Wenn ich mir selbst gegenüber über die Grenze gehe zum Beispiel. Ich kapiere erst im Nachhinein, daß ich mal wieder auf dem Dachfirst getänzelt bin, während ich das Gefühl hatte, nicht einmal einen Fuß vom Boden zu bekommen.
Seit der Rückkher aus dem Urlaub fährt mir ständig der Schreck in die Glieder. Kennen Sie dieses Gefühl? Dieses Kribbeln wie ein elektrischer Schlag? In den Knochen? In der Magengrube? Das passiert mir seit Tagen grundlos. Erst habe ich mich umgesehen: Kein Monster unter dem Bett, vor dem ich mich fürchten könnte, nicht einmal der Gedanke an Gefahr oder Grenzüberschreitung.
Und trotzdem fühle ich mich, als würde ich auf dem Hochseil balancieren.

Auch das noch:

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13 Gedanken zu „Schocktherapie

  1. Härte gegen sich und andere setzt die Wahrnehmungsfähigkeit herab.

  2. REPLY:
    ja, ich habe auch den eindruck, daß ein teil meiner wahrnehmungsfägigkeit zurückkehrt. komisch ist es trotzdem.

  3. hm… ich denke, dass wir all unsere energie darauf verwenden, nicht zu bemerken, dass wir alle ständig auf dem hochseil balancieren.
    illusionen von stabilität.
    hochseilakte nicht bemerken – ist unsere ständige aufgabe.
    und wenn’s nicht klappt, merken wir es doch…. und es fühlt sich zwar prickelnd, aber nicht wirklich prickelnd an.

  4. Aber das ist doch ganz normal – früher habe ich vor und nach einem Urlaub so unter dem Druck gelitten (wie kannst du nur / was ist, wenn was passiert / das hast du doch gar nicht verdient / du wirst die nie nie nie entspannen können / besser erst gar nicht hineingeben, das wird nachher umso härter) daß ich lieber gleich drauf verzichtet habe, wenn es ging. Und wir haben uns wahrhaftig erholt und entspannt, und bei dir schießt die Maschine los, jetzt aber, jetzt aber, Buße tun, reinhollen, aufholen, reinschmeißen draufschmeißen – einfach ignorierne, so gut es geht. Leck mich, Ingeborg, wie der Glam immer so schön aus diesem tollen dänischen Film zitiert.

  5. REPLY:
    Vielleicht geht es mir grade wie ihnen – je mehr Jahre, desto sensibler.

  6. REPLY:
    Ich hab mir morgen freigegeben und geh in die Sauna. Ist doch schon mal ein guter Anfang.

  7. nun habe ich in ihren beiträgen bis september zurückgelesen und ich muss sagen, selten ist mir jemand untergekommen, der sich so hart ausdrückt und mit seinen mitmenschen so unglaublich unbarmherzig ins gericht geht. ( übersiedlung – alte damen oder bundeswehr )
    hoffentlich werden sie mit zunehmendem alter milder und dann vielleicht auch noch weiser – ihrem umfeld würde ich es wünschen.

  8. REPLY:
    Na bis dahin dauerts Gott sei dank noch eine Weile!
    Außerdem gibt es für Altersmilde keine Garantie.

  9. REPLY:
    Lass ma stecken – Frau Koma ist schon ganz richtig so wie sie ist. Und schliesslich wird man ja wohl noch Klartext reden dürfen…

  10. REPLY:
    OT – weil ein Stockwerk höher die Kommentare kaputt sind:

    Das ist momentan die Pflicht. Meine Kür ist das Spiel „Alles ist super“, obwohl eigentlich alles (naja, fast alles) gelinde gesagt ziemlich bescheiden daherkommt :-/ Ich muss nur ein wenig aufpassen, dass ich dabei nicht selbst vor die Hunde gehe und rechtzeitig die Kurve kriege…

  11. REPLY:
    Ah, alles ist super ist bei mir grade in der Reparatur.
    Haltense die Ohren steif und schalten, wenn nötig, einen Gang runter, die Welt braucht sie noch!

  12. REPLY:
    da war nichts hartes drin, frau kitty hat den mut zur ehrlichen worten gefunden. ein klarer blick macht manchmal wütend, manchmal milde, den unterschied erkennt die lebenserfahrung. (eh: lieber erfahrung als altersmilde. unbedingt.)

  13. REPLY:
    Es gibt Zeiten im Leben, da muss man sich ohne rosarote Brille um sein Überleben kümmern. Da ist wenig Platz, ständig nur an die möglichen Befindlichkeiten der Umgebung zu denken. Und das ist oft eine Konsequenz daraus, dass man zuvor immer bemüht war, es allen recht zu machen, bevor man an sich selbst gedacht hat. Zumindest ging es mir so. Und dann kam der überraschte Aufschrei der Umgebung, die doch immer auf einen zählen konnte, dass sie sich mal eine Weile alleine durchschlagen müssen.
    Das hat mit Härte nichts zu tun. Das ist in solchen Situationen überlebensnotwendig.

    P.S. ich hab mich jetzt mal bei twoday.net angemeldet, da ich seit Monaten bei Ihnen und Herrn Glam nicht mehr über meinen blogger-account kommentieren konnte… offenbar geht das nicht mehr?!

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