Frühling in Aspik

In meiner Familie sterben die Leute am liebsten im Frühling. So kurz nach Mittsommer möchte ich dereinst auch mal den Löffel abgeben. Damit ich weder den heißen, staubigen Sommer erleben muss, noch die kürzer werdenden Tage. So viel dazu.

Die Tage hier – während Deutschland rundherum im Wasser versinkt – sind hell, warm, glasklar und duftend. Die Spree hat mehr Wasser als sonst, aber da sie dazu neigt, leicht müffelnd auf der Stelle zu stehen, ist das ausnahmsweise gut. Die Stadt schwingt wieder und es beginnen die drei Monate, in denen sie wunderschön ist.

Gestern Abend war an der Barnimkante volles Haus: Heartcore samt charmantem Begleiter, der Herr Lucky und Fräulein Ada Gripsholm (also das Kind) gaben dem Grafen und mir die Ehre. Wir aßen und tranken, bis die Flaschen, Töpfe und Schüsseln komplett leer waren.* Wassermelone, Zucchini, Minze und Mozzarella, dann Risotto mit grünem Spargel, Champignons und Lachsforelle und zuletzt Rhabarbercrumble mit Schlagsahne. In den Pausen zwischen den Gängen saßen wir mangels Balkon auf den Fensterbrettern. Herzerwärmend. (Für sechs sind meine Standardtöpfe allerdings fast etwas knapp.)

* Wenn junge, noch nicht ganz ausgewachsene Männer zu Besuch kommen, die den ganzen Tag unterwegs waren, bekommt Frau ja ganz fix das „Hänsel füttern“-Syndrom.

Auch das noch:

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2 Gedanken zu „Frühling in Aspik

  1. Wow, was für ein Einleitungssatz. Der würde sich gut in einer Kurzgeschichte machen. Irgendeine lakonisch geschriebene Tragödie oder so. :)

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