Das war die Woche

Jetzt bloggt Miz Kitty also schon Wochenrückblicke. Der Herr Dick fragte heute beim Geburtstag von Mme. Modeste bereits, ob ich denn noch bloggen würde. Das ist mir jetzt doch ein bißchen peinlich.
Es war einfach so viel los diese Woche.

Als erstes kam der vorletzte Berliner Sommertag, ab dem der Graf und ich an der Fischerhütte in den Schlachtensee stiegen und nach 2,6 km am anderen Ende wieder herauskletterten, die vorsorglich dort deponierten Sachen anzogen und zur Fischerhütte zurück liefen. Und nächstes Jahr schwimmen wir dann auch wieder zurück, haben wir uns vorgenommen.

Dann die Dunstabzugshaubenodyssee. Nach dem Sichten der Angebote kam das dringende Bedürfnis, diese Teile mal in echt zu sehen. Also zogen wir los, zuerst in Richtung schwedisches Möbelhaus. Dort brachte nur die obere Preisklasse einen leichten Sog zustande. Mal abgesehen von vibrierenden Stahlblechen, scharfen, gratigen Kanten und z.T. heftiger Lautstärke. Dann wechselten wir in einen nahen großen Küchenladen. Da gab es alles, von simpler Elektronikherstellermarkenware (nicht so gut) bis zu namhaften Spezial-Herstellern (gut, aber absolut unbezahlbar). Die italienischen Designerschmuckstücke waren auch vertreten und erwiesen sich als erschütternd schlecht konstruiert. Denn hinter der schräg über dem Herd schwebenden Glasplatte steckt einfach eine schmale Ein-Filter-Absaugung. Geht garnicht, ist ein Witz.
Die Suche ging im Mediamarkt Tempelhof weiter, wo drei Alibiteile rumhingen, von denen eines, Kostenpunkt 600 Ocken, als Vorführmodell 100 runtergesetzt, einen unbedienbaren Touchscreen hatte, der dem Verkäufer nicht mal peinlich war. Überhaupt, der Tempelhofer Hafen und die zugehörige Einkaufspassage. Ich habe selten so viel deprimierende Menschen auf einen Haufen gesehen.
Dann kam der letzte Versuch: Innova. Der Laden, in dem man dem Grafen schon mal eine Waschmaschine für Kinderreiche als das absolut zu ihm passende Modell verkauft hatte. Die anwesenden Verkäuferinnen hatten schon die Schuhe ausgezogen und relaxten in ihren Kojen, eine raffte sich dennoch auf und führte uns herum. Zwei Modelle waren akzeptabel: Eine kopffreie Amica, die zwar laut und häßlich war, aber gut was wegsog und eine Miele der mittleren Preisklasse, die richtig Bums hatte, aber auch teuer war. Die Verkäuferin wollte uns immer wieder italienische Silverline-Teile andrehen, aber die Italiener hatten wir schon von der Liste gestrichen. Von der Miele wollte sie uns absolut wegbringen, mit dem Argument, nur Silverline und die ausgestellte Amica wäre  für Gas geeignet, die Miele nicht. Ein bißchen verquatschte sie sich dann doch: Miele wäre nicht rabattfähig. Aha. Sie verdient also nichts dran. Sehr seriöse Verkaufe, muß man sagen.
Wir fuhren genervt und müde den Kaiserdamm Richtung Mitte zurück, doch da: Ein Haushaltelektronikfacheinzelhandelsgeschäft! Ich weiß nicht, was mich ritt, ich wollte da noch rein. Die Verkäuferin war gerade am Gehen, aber zog die Jacke noch mal aus. Wir probierten hier und schauten da und es hingen eine Menge Exemplare meines heimlichen Favoriten da: Berbel. Und schau da, so wahnsinnig unbezahlbar wie gedacht, schienen die gar nicht zu sein. Wir hinterließen die Mailadresse und bekamen ein Angebot avisiert.
Am nächsten Tag kam dann das Angebot vom ziemlich umtriebigen Chef. Ein Vorführmodell für 2/3 des Preises und die dazugehörigen Filter ebenfalls. Da gab es zwar mal wieder den Effekt, daß das etwas über dem Höchst-Etat lag, aber das Teil ist einfach der Hammer – und die Filter können mit Kohle aus dem Säckchen nachgefüllt werden und sind ohnehin erst nach 2-3 Jahren fällig.
Nun gibt es nur noch das Problem, daß das Teil mit Filtern 39 Kilo wiegt und es an der Wand halten muß…

Dann war der Tag gekommen, der schon seit einem Jahr fällig war. Der Graf machte sich an die Lackierung des Badezimmerbodens. Das Bad ist ja immer noch ein fensterloses DDR-Museum und der Boden war langsam aber sicher in einem sehr üblen Zustand. Nun ist das einfach zu erledigen, wenn man nach dem Streichen in Urlaub fährt oder für drei Tage ins nächste Hotel geht. Hier hieß es, in zwei Etappen zu arbeiten, damit Klo und Dusche noch zu benutzen waren. Deshalb läuft im Wolkenkuckucksheim auf der Barminkante seit vier Tagen der Badabzug und es stinkt immer noch nach Nitrofarbe.

Es ging aufs Wochenende zu und für mich war ein Seminarjob angesagt. Ironie des Schicksals: Das Schulungsprogramm läuft an dieser Uni aus, wir haben um Honorarerhöhung gebeten und uns darüber beschwert, daß wir ständige Überbuchungen hinnehmen mußten, die bei dem engen Zeitplan nicht funktionierten. – Und wir hielten das beste Seminar und hatten die allerfittesten Studenten ever. Wenn es nicht weitergeht, dann hatten wir einen guten Abschluß.

Der heutige Tag verging in wunderbarem Nichtstun. Geburtstag feiern bei Modeste. Liebgewonnene Menschen wiedersehen. Kind anduziduziduzin. Essen und einen Schwips antrinken. In Richtung Weinberg fahren und im Rosengarten noch den Spätsommerabend genießen.

Auch das noch:

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2 Gedanken zu „Das war die Woche

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  2. wow! 2,6 km schwimmen find ich klasse. dafür muss ich noch ne menge üben! wie lange braucht ihr für so ne tour? und schwimmt ihr brust oder kraul?

    und ach ja, die abzugshaube. ein thema, mit dem man vermutlich bücher füllen kann („… ist eine geschichte voller missverständnisse …“). ich musswillwerde demnächst auch tätig werden. und mir graut’s jetzt schon!

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