28.3.

In die Sonne blinzeln. Einmal quer durch das Wolkenkuckucksheim feudeln. Pixel schubsen.
Abends dann Leseprobe mit einer Schauspielerin. Wir lasen Anouilh, den „Brief an ein junges Mädchen, das Schauspielerin werden möchte“ und einen Auszug aus „Besuch im Schloß“, zu Anfang dachte ich mir: Gott, was für olle Kamellen! und dann mußte ich mich revidieren. Sprachlich geschliffen, elegant, unglaublich witzig und immer wieder auf dem Punkt. Eine schöne Abwechslung, wenn man zu viel amerikanische Romane gelesen hat und irgendwann von deren Groteske und Obszönität gelangweilt ist.
Ein privates (Amts-)projekt steht kurz vor dem Abschluß. Grauenvoller Papierkram, seitenlang, der nur mit der Hand auszufüllen ist. Aber wenn das durch ist, laufen die nächsten Jahre in geordneten Bahnen.

BTW ich amüsiere mich ungeheuer über Mme Modestes Aufzeichnungen aus dem Mutterdasein. Sie schreibt genau das auf, was mir vor 25 Jahren ungehörig und unnormal erschien. Ich wollte einfach nicht zum Muttermonster mutieren, obwohl ich dieses kleine Bündel Kind rechtschaffen und aus tiefstem Herzen liebte. Aber dies expressiv und flächendeckend auszudrücken und auszuleben, fehlte mir wohl ein Gen. Ich habe es mitunter, vor allem wenn meine vollkommen ätzend herummutternde Freundin, die 10 Wochen später niederkam, anwesend war, durch reife schauspielerische Leistung ersetzt.

Auch das noch:

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