1.8. 10

An diesem Sonntagsmorgen war mir eher nach gepflegt im Bett herumlungern, denn die Woche war anstrengend und der Samstag ohne Ruhepause.
Da ich aber schon vor einer Woche bekundet hatte, dringend auf den Schlachtensee mitzuwollen, riß ich mich zusammen. Fabrizierte aus Kartoffeln, Selleriestangen, Paprika, Zwiebeln und Tomaten einen seeeehr gesunden Salat, kuschte meinen inneren Schweinehund, der vernehmlich „Mittagsschlaf“ knurrte, in die Ecke und fuhr Richtung Elvirasteig.
Der Herr Lucky kam kurz nach mir in Verwandtschaftsbegleitung, anderen war es dem Vernehmen nach zu windig und so waren wir nur zu dritt und ohne den formidablen Herrn Glam, der der zur Stammbesatzung des Shantychores gehört, aber in den Harz abkommandiert war.
So hatte denn jeder ein Boot, hielt den dicken Bauch in die Sonne und die Augen weitgehend offen, um die anderen informieren zu können, wann mal wieder jemand vorbeischwamm oder -paddelte, den man sehr gern retten würde. Aber der einzige, der zutraulich wurde, war ein alter Herr der Sorte: „Wenn ich mich mager hungere und jede Menge Sport treibe, wirke ich 20 Jahre jünger“, der sich erschöpft festhalten mußte, um kurz darauf weiter zu schwimmen. Wahrscheinlich trainierte er für einen Triathlon.
Wir blieben, bis die Sonne verschwunden war. (und überhaupt war es nach zwei Stunden garnicht mehr windig und sehr sonnig), teilten die Boote neu auf, denn eines hatte sich sozusagen verdünnisiert, konnte die Luft nicht halten und ruderten in Ruhe zurück. Ich hatte mittlerweile sogar eine Technik gefunden, bei der ich mich nicht mehr nur im Kreis bewegte.
Das Abendlicht machte aus uns Normalos unglaublich schöne und entspannte Menschen, ich mußte immer wieder hinschauen.
UNd dann war ich nur noch müde.

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5 Gedanken zu „1.8. 10

  1. „Das Abendlicht machte aus uns Normalos unglaublich schöne und entspannte Menschen, ich mußte immer wieder hinschauen.“

    Ich muss dringend testen, ob das hierzulande auch funktioniert oder ob solche Mutationen nur in der Berliner Luft möglich sind. ;-)

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