Komische Sache

Ich habe bei meinem Berufs-Switch immer gesagt: Ich will in Zukunft Menschen zu Technik beraten, sprich: an der Schnittstelle zwischen Individuum und Internet. Ich habe neben meinem Beruf viel und mit großer Leidenschaft in diesem Bereich gearbeitet. Das will ich nutzen.
Nun ploppt immer wieder das Coaching hoch. Potentielle Auftraggeber wollen Angebote und Konzepte von mir. Ich habe 15 Jahre Karriereberatung gemacht. Mit allen Details. Von konkretem Bewerbungstraining bis hin zu langfristigen Lebens- und Berufsplanungen, incl. Analyse und Strategieentwicklung.
Argh!
Ich finde einfach keine Worte dafür. Ich habe weder Personalmanagement studiert oder Psychologie, noch habe ich einen esoterisch-ganzheitlichen Ansatz. Dafür habe ich aber 15 Jahre Berufserfahrung in einem knallharten Bereich.
Verkauf das mal einer.

Auch das noch:

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18 Gedanken zu „Komische Sache

  1. Lass es mich mal so sagen: Wenn Du erst die Möglichkeit hast zu zeigen, was Du kannst, werden die Auftraggeber/Kunden zufrieden sein.
    Wenn aber die Zufriedenheit erst da ist, fragt anschließend Keiner mehr nach den Grundsteinen, die dazu geführt haben (wie Studium oder Ähnliches).

    Andersrum gesagt, Du findest nicht ganz grundlos auf den Webpräsenzen von den großen Profi-Coachern und Biz-Strategen niemals deren Studiengänge aufgezählt.
    Sondern unter irgendsowas wie dem Punkt „Portfolio“ wird erzählt, welche Dienstleistungen man seit wieviel Jahren erflogreich anbietet (und ggf. bei wem man das schon angebracht hat).

    Wär das nix für Dich?

  2. REPLY:
    ah, portfolio klingt gut. danke!
    bisher gab es nur positives feedback. aber als ich letztens nach meiner methode gefragt wurde, kam ich ins schaukeln und stammelte was von bauch und nase.

  3. Es wurde schon alles von den anderen Kommentatoren gesagt.
    Ja, und auch ich finde das Foto toll.

  4. REPLY:
    wir können nicht immer von uns tekkies ausgehen. selbst unter jungen leuten gibt es viele, die plötzlich ganz hilflos sind, wenn sie bestimmte internet-angebote gezielt für sich und das bild, das sie im netz erzeugen, einsetzen sollen. sie schwimmen einfach nur mit oder verweigern sich vehement. weder das eine noch das andere ist gut.

  5. REPLY:
    ich kam nur so ins schaukeln, als ich letztens nach einer methode gefragt wurde. die dame sagte, sie hätten hier sonst nur ausgebildete psychlogen und leute mit einem esotherischen ansatz (!).
    ich weiß nach zwei sätzen und dreißig sekunden meistens schon, wo es bei den leuten hakt und was ihre stärken sind. das ist arbeitserfahrung. und dann beschreibe ich ihnen, was ich gesehen habe und spreche mit ihnen über ihr lebensthema. wichtig ist doch, zu zeigen, daß veremeintliche schwächen nur aus dem falschen kontext rausgeholt werden müssen, um stärken zu sein oder nicht mehr ins gewicht zu fallen. dafür müssen sie eigene formulierungen finden, um über ihre biografie und über sich neu zu erzählen. das setzt sich fest.

    ps. dazu muß man wissen, das ich das derzeit in einem 20-min-coaching in einem kompaktseminar mache. das ist nur ein knapper ansatz neben anderen dingen, die da passieren. intensiver arbeit sieht noch ganz anders aus.

  6. Ohne Intuition, über die Sie offensichtlich in hohem Maß verfügen, könnten auch Personalmanager und studierte Psychologen als Coaches einpacken. Blöd ist eigentlich nur, dass diese im Gegensatz zu Ihnen nichts erklären müssen. :)

    Richtig tolles Bild übrigens!

  7. Es zählt, was funktioniert – ich halte übrigens 15 Jahre Karriereberatung mit allen Details und in dem Bereich, in dem Sie tätig waren für eine erstklassige Coaching-Ausbildung: die Koma-Methode….Vorausgesetzt Sie wollen das auch machen….schön, dass Sie das Foto jetzt da haben!

  8. Ich will in Zukunft Menschen zu Technik beraten, sprich: an der Schnittstelle zwischen Individuum und Internet.

    Hmm… ich grübele schon die ganze Zeit, was Du da vorhast. Die Schnittstelle zwischen mir und Internet ist doch der Computer – und da würde ich selbstredend jederzeit einen Mac empfehlen, und fertig ist die Laube (hat bei drei eingefleischten PC-Usern mit wenig bis null Ahnung schon Wunder gewirkt…).

  9. REPLY:
    Die Methode ? Nur Anfänger und unsichere Menschen halten sich an Methoden. SIE hingegen haben mit Berufserfahrung, entsprechenden Erfolgen und Menschenkenntnis aufzuwarten, nur müssen Sie das richtig verkaufen. Lassen Sie sich nicht ins Bockshorn jagen !

    PS:Toll, dass Sie das Foto oben eingefügt haben.

  10. REPLY:
    methoden sind was für die indianer, nicht für die häuptlinge. bauch und nase sind hingegen unschlagbar. entweder man hat das, oder man hat das nicht….

    ich halte 90% aller beratungsdienste und empfehlungen für völligen bullshit. wenn man authentisch ist, ist man gut. dazu gehört übrigens auch, dass man mal das maul aufmacht, jemandem seinen standpunkt erklärt und dann gefeuert wird. alles andere ist was für die tonne. man kann vielleicht gut sein irgendwann spielen, aber in wahrheit hat man damit kaum eine chance.

  11. REPLY:
    Gerade die vielzitierten „digital natives“ (was für ein Schwachsinn!) zeigen meiner Erfahrung nach oft einen erschreckend sorglosen Umgang mit dem ach so tollen Klickibunti-Social-Network-Gedöns, lassen gleichzeitig jede Spur von Netiquette vermissen, stellen grottenschlechte Fotos (verwackelt, rote Augen etc.) ein – mit anderen Worten, sind einfach saublöd. Das wäre in der Tat ein Ansatzpunkt ;-) Auf der anderen Seite haben aber gerade die wohl weder Lust noch überhaupt die Kohle, um sich beraten zu lassen beziehungsweise sind sowieso beratungsresistent, selbst wenn man es für umme versucht… und ja, das Foto ist Klasse :-)

  12. Liebe Frau Koma,
    lassen Sie mich Ihren Text mit anderen Worten zusammenfassen: Sie haben 15 Jahre Erfahrung und Erfolg in einem bestimmten Bereich, machen sich jetzt aber Gedanken, dass Sie eine Ihnen vermeintlich fehlende formale Qualifikation kompensieren müssen? Und zuwenig Eso sind Sie auch? Oder nochkürzer: Im Gegensatz zu den ganzen nervigen quakenden Heißluftballonen am Beraterhimmel haben Sie schlicht Ahnung von dem, was Sie da tun?

    Probleme gibts…

    Auch wenn ich Sie nur von der Papierform her kenne: Ist denn die Frage nicht eher, ob Sie sowas machen >wollen< und das mit dem Ihrem Lebenskonzept zusammenpasst?

  13. REPLY:
    gute frage. das coaching ist mir auf die füße gefallen.
    beim unternehmensberater habe ich mich mit händen und füßen dagegen gewehrt. aber beratung ist eine sache, von der ich mit tiefer sicherheit sage: das kann ich.
    ich habe es 15 jahre im weiteren rahmen gemacht, der mich zu sehr belastet hat. wenn ich jetzt den rahmen anders gestalte. menschen nur noch von a nach b bringe und nicht mehr bis zum horizont und weiter, dann finde ich das passend.
    für heiße luft bin ich ohnehin nicht geeignet. (und ich würde mir das auch nicht mehr beweisen wollen) entweder es gibt leute, die ok. finden, wie ich arbeite oder ich verkaufe wieder croissants und schreibe nebenher krimis für die zeitungsläden an bahnhöfen und flughäfen.

    insofern danke für diese intervention. sie haben recht. probleme gibts…

  14. REPLY:
    nee, man muß sie dann erwischen, wenn sie merken, daß alles nicht mehr nur klickibunti ist bzw. die älteren in dem „ich muß da mal was tun“-moment. für umme sowieso nicht. was nichts kostet, wird nicht wertgeschätzt.

  15. REPLY:
    was nichts kostet, wird nicht wertgeschätzt.

    Ich habe da einen komplett anderen Ansatz: Gib einfach etwas aus dem Gebiet, auf dem Du Experte bist in die Community (von mir aus auch ins Universum ;-)), und die Geschichte mit dem Geld stellt sich dann schon ganz von selbst ein… mit anderen Worten: Mach‘ es einfach, weil es einen Mordsspaß macht und einfach geil ist, ohne lästige Gedanken an die liebe Kohle. Die besten Dinge im Leben sind immer noch vollkommen losgelöst von jeglichem Gedanken an Geld, und das ist auch gut so :-)))

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