Vigil 41

Es hat sehr lange gedauert, aber ich bin nun in der Lage, mich von Kleidern zu trennen, in die ich nie im Leben mehr passen werde.
Eine Zeitlang habe ich gejammert. Einige Designerstücke, die dabei waren (nicht auffällig und luxuriös, aber schön), schmerzten mich, weil ich glaubte, nie wieder etwas von dieser Qualität tragen zu können. Ich lagerte sie zusammen mit dem einen oder anderen zugelaufenen Vintage-Stück in Unterbettkommoden und schaute sie einmal im Jahr an.
Mittlerweile weiß ich, ich kann genauso gute Kleider schneidern. Ich kann nun Schnitte besser anpassen und auch mit des Kindes Overlockmaschine umgehen und ich habe keine Angst mehr vor vollkommen versauten Stücken, weil ich Probeteile anfertige. Mit etwas Zuschnittökonomie sind auch gute Stoffe kein Problem.
Vor der Konfektionsindustrie (auch der gehobenen), habe ich mittlerweile so ziemlich den Respekt verloren. Das Einzige, was mich schmerzt, ist die viele Zeit, die ich aufwenden muss, um diese spezialisierte Arbeit auszuführen. Denn ich bin keine effiziente Expertin.
Früher habe ich Zeit durch Geld ersetzt und so lange probiert und geschaut, bis mir etwas passte und gefiel (also spielte auch Zeit wieder eine Rolle, ich bin mehrmals im Quartal Kleider kaufen gegangen). Heute lasse ich mich im Internet inspirieren und kann mir Looks selbst zusammenbauen. Und sie haben die Qualität und die Passform, die ich will. Das ist gut.

Die ersten Sachen stehen bei ebay, weitere werden folgen.

Auch das noch:

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4 Gedanken zu „Vigil 41

  1. hach ja. das bewundere ich, bin selber noch nicht so weit, nur bei kleidung nicht, alles andere kann ich besser hinter mir lassen. bin noch in der ersten salamisierungsphase, wo es nur ein paar™ cm zuwenig sind und die hosen manchmal noch zugehen, wenn auch nur für stehparties. mantel drüber, geht noch!

    • Erste Salamisierungsphase, hihi! Ja, da war ich vor ca. 6 Jahren. Aber das wird nicht immer so schlimm. Bei mir spielten auch Medikamente und Lebensvollbremsung eine Rolle.

  2. Das schiebe ich noch auf. Im Grunde ist es ein idiotischer Selbstbetrug, weil ich genau weiß, dass ich vielleicht nochmal eine Größe kleiner trage, wenn ich mehr Sport mache. Aber 36 werde ich nie wieder tragen. Und wenn doch, sind meine Sachen komplett vorbei, dann kaufe ich eh alles neu.

    • Man braucht eine Weile, um sich daran zu gewöhnen. Nun habe ich die Chance, mir die Sachen maßzuschneidern.

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