Tagebuchbloggen – 24. September 2013

So, erstmal die Titel in die richtige Reihenfolge gebracht. Der Titel trägt das Datum des zu beschreibenden Tages, Kitty, merk dir das.
Gestern? Die Kette der blöden Tage setzt sich fort. Erst Schreibtisch. Dann Nähmaschine. In hoher Konzentration Kräusel festgesteckt, bis das Signal aus dem Oberstübchen kam: SOFORT HINLEGEN! SONST TACKERST DU DEN DAUMEN FEST!
Dabei wollte ich einkaufen gehen. Aber es war erst mal eine Stunde Boxenstopp auf dem Sofa angesagt, danach gings wieder.
Dann eingekauft und gekocht. Süßkartoffelbrei mit Mangold, dazu Lachssteaks mit Kapern-Senf-Butter.
Der Graf half mir bei dem Umzug der Seite, den ich am Tag zuvor abgebrochen hatte. Das war irgendwie alles nicht in meinem Logikbereich angesiedelt und daher ganz simpel. Nimm deinen Schrott nachdem du alle Links von der Test-URL auf die richtige URL geändert hast, schmeiß ihn in das bereits existente Verzeichnis, auf das diese URL geleitet wird, lösche die alte Seite dort raus, fertig.
Dann ein längeres Planungsgespräch, aus dem ich ziemlich bettreif rauskam. Nicht weil das Gespräch blöde war, das war sehr angenehm. Aber es wirbelte in mir einen ganzen Müllhaufen Unbewältigtes auf. Ich muss lernen, dass Pläne nicht heißen, dass ich sie wie früher ganz allein realisiere(n muss) und alles an mir hängt. Verdammt noch mal, ich sollte mir abgewöhnen, mir jede dämliche Jacke anzuziehen. Wenn man zu zweit ein Projekt angeht, heißt das nicht, dass einer die Idee hat und den anderen damit ins Feld schickt. Jede Kooperation in meiner früheren Selbständigkeit ist letztlich daran gescheitert, dass ich irgendwann gefühlt den größten Teil der Arbeit gemacht habe. Warum? Ich weiß nicht. Weil ich nicht Nein sagen kann, denn das hieße ja dumm sein (wtf? narzissstische Omnipotenzträume!). Weil die Möhren Leistung und Anerkennung vor der Nase mich rennen lassen. Weil ich ein selbstreferenzieller Flowarbeiter bin, der sich irgendwann abkoppelt und allein über die Prärie reitet. Und weil es Bereiche gab, bei denen ich nicht rechtzeitig gesagt habe, dass das nicht mein Ding ist, ich dann dort rumdilettiert und natürlich obendrauf noch den Versagerbonus eingesteckt habe. Ach, ficken!
Ich mache nur noch was ich kann oder mir ungestört und ohne Druck erarbeiten kann.
Ich mache nur noch, was ich bewältige, langfristig, inklusive Ruhezeiten. Ich hab dieses ganze Rattenrennen doch schon hinter mir. Diese Riesendinger, bei denen ich selbst neben mir stand und dachte: Das warst jetzt aber nicht du oder? Aber auch den Übelkram mit schwer krank arbeiten.
Die Lebensträume anderer sind die Lebensträume anderer, auch wenn wir uns sehr nahe sind. Ich kann sie bei der Realisierung unterstützen, aber ich trage die Verantwortung für meine Lebensträume und die sind nicht ganz deckungsgleich mit den anderen. Sie sind – situationsgemäß – bescheidener, weil ich vieles schon gelebt habe. Aber ich bin eine gute Supporterin und trotz ziemlicher Präsenz als Macherin im Hintergrund sehr gut.
Tschuldigung, das wars auch schon…

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2 Gedanken zu „Tagebuchbloggen – 24. September 2013

  1. Und weil es Bereiche gab, bei denen ich nicht rechtzeitig gesagt habe, dass das nicht mein Ding ist, ich dann dort rumdilettiert und natürlich obendrauf noch den Versagerbonus eingesteckt habe.

    Oh yeah! Und noch was drauf, sonst bin ich nicht gut genug … und ja nichts dafür verlangen. Blöd nur, wenn das so tief eingebrannt ist und durch schlechte Erfahrungen reichlich bestätigt, dass es nicht mal mehr abtrainierbar ist …

    Ich habe gerade drüben den Artikel zu Gehaltsverhandlungen gelesen. Bingo! Ich bekenne mich schuldig. Wenn recherchieren nur was bringen würde. Da draußen findet man genauso alles, vom Armutslohn bis zu verbandsgestützten Mondforderungen. Wo sind sie nur, die „verbindlichen“ Rahmendaten? Ein Meer der Beliebigkeit …

    Für eine gute Leistung wirklich angemessen bezahlt werden, so, dass man komfortabel und ohne rund um die Uhr zu arbeiten davon leben kann, das möchte ich noch mal erleben … Aber ob’s in diesem Leben noch was wird?

    Viele Grüße
    Ursula

    • Gott sei Dank merke ich jetzt so langsam (wird auch Zeit mit fast 50), wie ich funktioniere und arbeite grade dran, dass ich nicht mehr die Last der Welt auf den Schultern tragen wollen muss.

      Was das Gehalt anbetrifft, so ist das eine Gemengelage, die durch Vorgaben von Rahmenverträgen (in manchen Branchen sind die Verbindlich) o.ä., Marktpreise und diese Mondforderungen von Verbänden und Zeitschriften / Schwanzvergleich-Kneipengespräche entsteht. Dazu kommt der eigene Marktwert, den man punktgenau realistisch einschätzen sollte… Tja und Glück. Wenn man auf den Job und den Arbeitgeber nicht passt, nutzt diese beste Gehaltsverhandlung nichts.

      Was das über-arbeiten angeht, so habe ich mittlerweile eine Taktik, dass ich mir klarmache, ab wann ich für jemanden umsonst arbeite (weil nämlich die bezahlte Leistung schon erbracht ist) und ob das grade klargeht.

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