Die Stunde der Gaukler

Ich erinnere mich gern an die Zeitungsmeldungen, die von den Zusammenkünfte des jeweiligen Kultursenators mit den Operndirektoren berichteten und freundlich-verhalten darauf hinwiesen, daß wieder einmal der begabteste Jammerer oder die größte Dramaqueen das fetteste Stück vom Kuchen abgesahnt hatte.
Das heutige Gespräch hatte ähnlichen Charakter. Es saßen sich gegenüber: eine Gauklerkennerin und Regisseurin und eine Gauklerin und Regisseurin. Es verlief mit freundlichem Lächeln, es ploppte immer mal eine Blase Authentizität hoch, dann folgten wieder lange Phasen gegenseitiger Manipulationsversuche und schließlich, zum Showdown, der Abschied, auf der einen Seite zu Tränen gerührt, auf der anderen Seite der kühl-rationale Handschlag, versehen mit der Gewissheit, daß sich diese Geschichte noch einmal wenden kann.
Trotzdem eine Voodoopuppe gespickt. Und meine Flüche sind nicht ohne Wirkung. Zumindest ist der Mann, der mich damals wegen des Makels der Mutterschaft nicht einmal zum Vorstellungsgespräch einlud, zwei Jahre nach meinen Fluch an Krebs gestorben.

Auch das noch:

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4 Gedanken zu „Die Stunde der Gaukler

  1. Ach danke für den Tipp mit der Voodoo-Puppe. Stimmt, die ist zuverlässig.

    Ich erlebe gerade ähnliches. Undrgendwann werde ich sie anbläffen, dass sie mir mit ihrem Schwachsinn nicht mehr länger meine Lebenszeit klauen sollen.

  2. REPLY:
    den schwachsinn der leute aufzufangen, damit er nicht an anderen hängenbleibt, das ist leider zum großen teil mein beruf!

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