The Diary of Kitty Koma

Vigil 11

Ich liebe Bambus. ich mag sein Grün, die federnden Stiele und sein Rauschen im Wind. Aber er ist auch ein ernst zu nehmender Gegner.
Wenn er erst einen Kübel mit zähen, drahtigen Wurzeln gefüllt hat, dann ist an Umtopfen nicht mehr zu denken, egal, ob das Gefäß oben weiter ist oder nicht. Die Rhizome drehen am Kübelrand Runde um Runde auf der Suche nach dem Weg nach draußen.
Das alles ist so mit Spannung und Kraft geladen, dass es ein Zufall zu sein scheint, dass das Gefäß nicht gesprengt wurde.

Vor fünf Jahren habe ich mal eine Woche lang wütend mit einem Meißel und einem Gummihammer viele Wurzeln und etwas Erde aus einem teuren Terrakottakübel geschlagen. Offiziell war die Pflanze erfroren, unter der Erde war sie um so zäher.
Gestern nun habe ich ein billiges langes Küchenmesser geopfert und steche auf den in der Heizungsluft vertrockneten Nachfolger ein. Mit viel Mühe kratze ich dann mit einem Löffel etwas Sand und viele Steine aus dem Topf (ich wußte gar nicht, dass der Rauputz auf dem Balkon im Nestchen so sehr bröckelte), es folgen holzige Rhizome und Wurzelgekröse. Das wird wohl noch ein paar Tage dauern.

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4 Kommentare

  1. Ich empfehle ein stabiles altes Botmesser mit Sägezähnen, und da säbelt man dann tortenstückweise die Wurzel raus. Hülft ja nüscht.

    • Tortenstückweise ging nicht. Rhizom von den anderen wegtreiben, mit der Kombizange packen, mit dem Messer die Wurzeln kappen und rauszerren. Es ist so gut wie keine Erde mehr drin, der ist nicht vertrocknet, der hat sich selbst gefressen.

  2. Fürs nächste Mal die Pflanze je nach Größe gleich in einen alten unten durchlöcherten Farbeimer oder billigen Plastiktopf als Rizomsperre setzen und dann in einen schicken Übertopf. Da kann man dann getrost warten, bis die Wurzeln die Umhüllung sprengen.
    Manchmal gibt es im Gartencenter ergonomische + preisgünstige (Klapp-)Handsägen, wenn es darum geht, vorab überschüssiges Wurzelwerk abzusäbeln; elektrische Haushaltsmesser leisten u.U. auch gute Dienste.

    Btw:
    Im Winter ist Vertrocknen wahrscheinlicher als Erfrieren, inbes. wenn Immergrüne in der Sonne stehen. Da muß das Erdreich nicht unbedingt gefroren sein.

    • das stimmt. Das war ein sehr trockener Winter mit viel Wind.
      Ich bin schon fast fertig, mein olles Fleischmesser hat mir gute Dienste geleistet. Und so ein bisschen Gemetzel ist Psychohygiene.