WMDEDGT Juli 2017 / 05.07.2019

Ich hatte gestern Abend ganz vergessen, dass der 5. war, an dem Frau Brüllen fragt, was wir den ganzen Tag gemacht haben. Die ausführlichen Ergänzungen in Klammern.

Heute morgen war es so weit.
Ich kramte mein Frühstücksgeschirr zusammen, da raschelte es in der Vorratskiste. Ich räumte sie aus und unter einer Kekspackung sprang eine panische Maus weg. Es war zwar nichts aufgeknabbert, aber das ist Meh. Die Tierchen leben hinter dem vielen Rigips komfortabel und seit das Haus aufgewärmt ist, sind sie wieder eingezogen und flitzen immer mal durch Räume oder rascheln herum. Bisher war nichts angefressen, aber das kann sich ändern.
(Das war um halb 9, danach frühstückte ich und anschließend gingen wir in die Wurstmanufaktur, das Grillgut für Samstag und einen Teppan-Grill abholen. Dann dem Grafen bei der Reparatur einer ausgetretenen Diele assistiert.)
Deshalb kaufte ich Schnappfallen, als ich mit dem Grafen noch ein paar Notwendigkeiten für das Fest am Samstag besorgte. Über die Lebendfallen, mit denen ich es schon probiert hatte lachen die sich wahrscheinlich nur tot, aber leider nicht tot genug.
Der Rest des Tages bestand aus Räumen, Putzen, handwerklicher Assistenz, Bügeln (ich habe seit einem Jahr nicht mehr gebügelt, ich fühlte mich unglaublich bürgerlich), Backen und Kochen.
(Mittags zu den Nachbarn gegangen, polnische Zigaretten vorbei gebracht. Die Raucherquote in Mcpomm beträgt übrigens über 60%. Eier bekommen. Gesehen, wie ein Huhn wegen Gluckigkeit kühl gebadet wurde und ein anderes dem Hausherrn zahm auf den Schoß sprang. Das rote Katzenmädchen gestreichelt.
Mit dem Grafen Tische und Stühle zusammen gesucht und arrangiert, damit 30-35 Leute innen Platz haben, denn es wird kalt und regnerisch. Es heißt ja nicht umsonst Sommerfest.
Die Mausefallen mit Walnüssen präpariert.
Getestet, wo der Grill stehen kann, gemerkt, daß die Gasflasche so ziemlich leer ist.
Ein halbes Dutzend Tischdecken gebügelt. Zuvor aber die Bügeleisensohle saubergemacht. Da hatte ich das Kleid zur Beerdigung meines Vaters letztes Jahr zu heiß angegangen.
Saal und Gartensalon gesaugt und gewischt. Den Ofen geputzt. Stühle gesäubert. Die Keramik in unserem Bad gereinigt.
Einen Fertigkäsekuchen gebacken und gepimpt. Einen Johannisbeerkuchen mit Baiserhaube gebacken. Eine Riesenschüssel Kartoffelsalat und geschmorte karamellisierte Zwiebeln gemacht.
Um halb 11 was gegessen.)
Als ich spätabends den Kartoffelsalat in den Kühlschrank unten stellte, knallte es im Saal. Eine Falle war ausgelöst und der Köder mit der Maus weg. Das kann spannend werden.
(Um 0:30 Uhr war ich fertig und ging ins Bett.)
Nein, Katze im Haus geht leider nicht. Ich bin zu allergisch.

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WMDEDGT Juni 2019

Einmal im Monat fragt Frau Brüllen, was wir den ganzen Tag getan haben.

Nun, das war so.
Der Tag fing um Mitternacht an, wir trafen in Berlin ein. Ich war tatsächlich zum ersten Mal seit 3 Wochen wieder da. Die Wohnung war heiß und staubig. Es dauerte eine Weile, bis ich schlafen konnte.
Dafür wollte ich zum ersten Mal seit ewigen Zeiten einfach nur ausschlafen und das gelang mir tatsächlich bis 9:15 Uhr. Ich lag noch eine Weile lesend im Bett.
Nach 10 Uhr stand ich auf und machte Zivilisationsdinge wie Gästebett abziehen, Beine rasieren, Fußnägel lackieren und Gesicht aufmalen.
Dann gingen der Graf und ich zum Frühstück in die Weinerei. Ich fuhr danach in die Chausseestraße zum Optiker, der noch einmal an der neuen Lesebrille herumbiegen musste, sie saß etwas fest. (Auf der Fahrt stellte ich fest, dass under Currywurst-Dealer einer Baustelle weichen musste.)
Ich fuhr mit der U-Bahn bis zur Friedrichstraße und verschwand dort im Shopping-Wurmloch. Allerdings: Blusen und T-Shirts bei Esprit und Marco Polo? Vergiss es. Ein Bikini-Oberteil dortselbst oder bei Hunkemöller? Nö. Nicht mal Quetschwäsche gab es. Entweder die Größen endeten bei 42 (grade mal deutsche Durchschnittsgröße) oder das Material war unterirdisch. Die Textilindustrie verdiente also fast nichts. Nur einen Sonnenhut gab es.
Aber ich machte Dekoläden glücklich. Da die Müslischüsseln immer von einer gewissen Person als Chipsschüsseln gebraucht werden und anschließend den Weg in die Kantine nicht allein finden, erstand ich zwei schöne Bone China-Schalen. Und dann noch drei Karaffen für Wasser, für Gäste im Sommer, schließlich liegen noch 3 Veranstaltungen vor uns.
Ich fuhr gegen halb 3 zurück und traf mich mit dem Grafen am Asia-Imbiss. Es war so übel heiß.
Deshalb mußte ich hinter zugezogene Vorhänge aufs Bett. Ich schlief bis 17 Uhr.
Eine Runde Staubwischen und Staubsaugen lenkte mich dann gut ab und schon war es Zeit für eine nächste Folge Drama-Meeting. Zum Glück sind wir nicht mehr diejenigen, die beschimpft werden. Und es hatte sich noch einmal einiges an Verhandlungsrichtung gedreht. Gut so.
Nicht auszudenken, wenn es bei Folge 1 geblieben wäre. Das wäre tatsächlich eine üble Übervorteilung per Überrumpelung gewesen.
Hinterher gingen wir durch den heißen Abend in unser altes Stammrestaurant Die Schule. Wir aßen noch eine Kleinigkeit und tranken etwas zum runterkommen. Auf dem Rückweg nach Hause kauften wir im Videothek-Spätie Ben&Jerrys-Eis. Danach ging es wieder aufs Matratzenlager, diesmal mit einem Schälchen Peanut Butter Cup.
Gleich wird geschlafen, morgen geht es früh los, das Auto mit Dingen für Kunst Offen beladen und zurück fahren.

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WMDEDGT Mai 2019

Frau Brüllen fragt wieder, was wir den ganzen Tag gemacht haben.
Ich stand heute um halb 8 auf, auch wenn Sonntag war. Denn am frühen Mittag würde unser Zug nach Berlin gehen.
Ich frühstückte in Ruhe, räumte etwas herum und zog mich mittelmäßig stadtfein an, inklusive Schmuck und dezenter Bemalung.
Um halb 11 nahmen wir die Tasche mit der Bettwäsche, fuhren wir nach Grimmen und stiegen in den RegionalExpress. Ich strickte endlich wieder an der Hose fürs Enkelkind, an der ich schon fast ein Jahr arbeite. Wenn sie fertig ist, wird sie zu klein sein.
Im Sitz neben uns unterhielten sich ununterbrochen zwei mittelalte bürgerliche westdeutsche Frauen, eine aus dem tiefsten Bayern, die scheinbar von irgendeiner Kur von Rügen kamen. Sie wirkten unter den ganzen Berliner Tagesausflüglern und den bodenständigen Brandenburgern und Mecklenburgern völlig exotisch. Auf der Mitte der Strecke schlief ich etwas an des Grafen Schulter und ich kam sogar dazu, die Schöner Wohnen vom Herrn Spontiv zu lesen.
In Berlin angekommen, bestellten wir erst einmal essen vom Inder. Ich schaffte es zweimal hintereinander, die Kaffeepackung in die French Press zu schütten, statt in die Kaffeedose. Beim zweiten Mal kippte ich dann noch kochendes Wasser drauf und wunderte mich, warum sie so schnell voll war. Kein Wunder, die Kanne war halb voll mit Kaffeepulver. Die verwunderte Nachfrage des Grafen kurz vorher, warum da so viel Kaffee drin sei, tat ich ab mit: „Jetzt diskutiert der Mann auch noch mit mir rum, daß ich falsch Kaffee koche!“.
Naja, Schuld eigene.
Wir putzten die Wohnung und der Graf machte Papierkram für die zweite Runde des Drama-Meetings, das nächste Woche stattfinden wird, fertig. (Und es verspricht nach neuesten Informationen recht interessant zu werden. Hoffentlich nicht wie das letzte Mal, wo wir wegen abweichender Meinung angeblökt wurden, sondern eher wir mit Popcorn in der ersten Reihe, weil sich andere anblöken.)
Dann fuhren wir wieder zum Bahnhof, holten uns noch bei McDonald’s ein Eis und stiegen um halb 8 in den Zug. Ich kam bei der Hose sogar bis zur Hälfte des ersten Bündchens. Noch eine Zugfahrt und sie ist fertig.
Als wir kurz vor 11 auf dem Dorf ankamen, glitzerten die Sterne, sang der Sprosser und es roch nach Flieder und Buchenholzrauch.
Wir heizten kurz den Ofen und die Betten an und es geht nach Mitternacht ins Bett.

Die anderen Tage finden sich hier.

WMDEDGT April 2019

Heute fragt Frau Brüllen wieder, was wir den ganzen Tag gemacht haben.
Der Wecker klingelte um 6:30 Uhr, ich ließ mir Zeit und ging nach dem Frühstück gegen 8 Uhr aus dem Haus.
Ich fuhr nach Charlottenburg zu meiner Hausarztpraxis am Ku’damm zum Blutabnehmen für Schilddrüsenwerte und einen sonstigen Rundumschlag.
Dann hatte ich Zeit, denn der Optiker, der noch Teile meiner in der Kälte gerissenen Lesebrille vorrätig hatte, öffnete erst um 10. Ich bummelte ein paar Schaufenster ab, aber man schickte mich dann doch in die Filiale in Mitte.
Dort entschloss ich mich, statt die Bügel der Brille auswechseln zu lassen, gleich die ganze zu erneuern. Das ist ein mehr als 10 Jahre altes Modell und ich bekam einen guten Preis. – Auf das die Nächste wieder 12 Jahre hält.
Ich fuhr zurück an den Zionskirchplatz und wir putzten die Wohnung. Um 14 Uhr fuhren wir nach Oranienburg und ich holte das Enkelkind von der Kita ab. Der Graf fuhr zurück nach Berlin und hatte dort zu tun.
Wir fuhren wieder mit dem Bus und bewunderten vorher an der Haltestelle Bagger und Baggerfahrer auf einer Baustelle. Zu Hause klappten wir den Sandkasten auf und schippten Eimer voll und kippten sie wieder aus.
Um 17 Uhr kam das Kind, lud uns ins Auto und wir fuhren zum Einkaufen ins Kaufland. Mit einem Riesenwagen voll Zeug und einem immer wieder „Essen!“ schreienden und Brötchen in sich stopfenden Kleinkind kamen wir wieder raus.
Dann gab es Abendbrot und der Graf kam. Das satte Enkelkind sauste viele Runden um den Tisch, machte dabei eine Windel randvoll und wurde ins Bett verfrachtet.
Wir traten gegen halb 8 Uhr den Weg nach Norden an, vorsorglich trank ich ein Fläschchen Hipsterkaffee To Go. Obwohl wir beide von den Ereignissen der letzten Tage ziemlich erschöpft waren, redeten wir noch einmal länger über das große Drama-Meeting vor zwei Tagen und die daraus resultierenden Konsequenzen. Das hinderte uns daran, zu müde zu werden.
Wir kamen vor Mitternacht unter dem Sternenhimmel an, packten das Auto aus und ich ging in die Badewanne.
Morgen würde der Handwerkstag früh beginnen.

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