18.10. 2020

Wieder ein sonniger Tag, durch den ab und zu kleine Regenwolken zogen.
Der Graf spachtelte in der Ostwohnung an den hölzernen Kästen für die Wasserleitungen. Sie sollten dicht sein, so daß Wischwasser oder verschüttetes Wasser nicht eindringen konnte. Ich war dann noch mit etwas Fugenweiß zugange.
Zwischendurch kam die Freundin von ein Dorf weiter und borgte sich ein Werkzeug. Auch dort wurde gebaut.
Nachmittags machten wir eine längere Pause und holten dann noch einmal große Birnen vom Baum. Selbst der alte hohle Birnbaum im romantischen Quartett trägt in diesem Jahr viele große Früchte. Aber die sind noch lange nicht so weit, daß man sie runterholen kann.
Wir fuhren vier Kisten Birnen unterschiedlichen Reifegrades nach drei Dörfer weiter und bewunderten das fertiggestellte Kirchturmuhrenzeiger-Zifferblatt mit dem Himmelsrund und den goldenen römischen Zahlen.
Dann lieferte der Graf mich wieder zu Hause ab und fuhr weiter zu einem Termin und ich kochte noch einmal Birnengelee. Diesmal machte ich den Saft nicht mit dem Dampfentsafter (war mir zu geschmacklos) sondern mit der Zentrifuge. Dabei rutschte mir eine viertel Bio-Zitrone mitsamt Schale rein, die verhindern sollte, daß die geschälten Birnen braun werden. Das schmeckte nicht schlecht.
Dann machte ich mir aus aufgetauten Resten von Kartoffelbrei, Sauerkraut und Schweinebraten eine Art Sheperds Pie zum Abendbrot.
Danach verzweifelte ich an einem schlecht beschriebenen Zugmaschenmuster ich mag aufgezeichnete Muster sowieso lieber.

18.10. 2020

In Erwartung einer großen Postsendung ließ ich den Grafen allein zu einer Versammlung fahren.
Ich drehte draußen eine Runde. Shawns Schnuffeldecke, die irgendjemand vor sein Haus auf die Wiese gezerrt hatte, wies auf eine nächtliche Katzenkeilerei hin.
Ich räumte in Katzenbegleitung die Terrassenmöbel zusammen, sammelte Nüsse und gerade, als ich noch einmal Birnen vom Baum abnehmen wollte, begann es zu regnen.
Ich machte drin weiter. Kochte Apfelkompott ein und entsaftete Birnen, um daraus Gelee zu machen.
Der Graf kam irgendwann und am Abend saßen wir am Ofen. Die große Postsendung wurde übrigens am späten Nachmittag auf Montag umgebucht.

16.10. 2020

Heute war es sonnig. Ich habe leider trotzdem fast den ganzen Tag – bis auf zwei kurze Nussrunden, unter dem kleinen Nussbaum lassen die Tiere weniger als die Hälfte übrig, der Boden ist mit aufgebissenen Nüssen bedeckt – in einem fensterlosen Flur gearbeitet.
Ich zog an der Decke bestimmt 50 Klammern raus, die einmal Elektrokabel verschiedener Epochen gehalten hatten, riß Tapete ab, spachtelte Bauschaum weg und saugte immer wieder den Putz weg, der dabei von der Decke rieselte.
Jetzt ist der olle verranzte Flur fast manierlich anzusehen, die Dielen hatte ich ja schon vor ein paar Tagen saubergekratzt.
Während dieser Zeit spekulierte ich über die Beule in der Decke. Hervorgerufen durch das große Speichergefäß aus Metall, das von den Russen umgekippt wurde, als sie nach dem Krieg die Zentralheizung ausbauten. Sie ließen es auf dem Dachboden liegen, weil es zu groß und zu schwer war. Und so liegt es dort immer noch, mittlerweile durchgerostet. Hatten sie es vorher leer gemacht? Es sieht so aus, als wäre ordentlich Wasser durch die Decke gelaufen und hätte den Lehm aus den Wickeln gespült.
Der Graf brütet über der Quadratur des Kreises. Wie soll ein Dachfenster, das in ein auf drei Ebenen (asymmetrisch) schiefes Dach eingebaut ist, in die (noch nicht gebaute) Wand eingefaßt werden, ohne daß es aussieht wie die Ausstattung eines expressionistischen Stummfilms? Man hat da nicht allzuviel Versuche.
Das ist etwas, an dem ich krachend scheitern würde.
Abends herzte ich die Mimi-Katze, Shawn ist mal wieder sehr auf Distanz.
Dann stricken, Sessel, warmer Ofen.