11.02.2019

Es ist ein Montag.
Morgens zum Berliner Hausarzt gefahren. Von Mitte bis Charlottenburg eine Stunde gebraucht. Unmengen schniefender Leute saßen in der Akutsprechstunde. Aber mehr als den Rat, Geduld zu haben und stärkere Schmerzmittel gab es nicht. (Ich komme darüber immer noch nicht weg. Manchmal habe ich so was monatelang nicht einmal im Hause.)
Es wurde ein Berlinbleibebeschluss gefaßt. Ich sah mich nicht in der Lage, zurück nach Norden zu fahren.
Dann Baden/Schlafen/Wohnung nett machen. Der Gast, der kam, war genauso erkältet wie wir.
Morgen schlafe ich einfach durch.

09.02.2019

Noch ein Tag, der wenig Ausruhpotential hatte.
Bis mittags wurden noch Wände verputzt (ich sah nur zu, man lernt Immer was), danach war das Wetter so schön, daß ich noch draußen weitermachte. Ich fing an, Sträucher zu verschneiden.
Es gab die ersten Winterlinge und Schneeglöckchen. Es gibt also Licht am Ende des Tunnels. Wobei nicht zu vergessen ist, daß letztes Jahr die Schneeglöckchen zu Ostern von einem halben Meter Schnee bedeckt waren.
Als ich einer förmlich explodierten Purpurschneebeere einen frischen, frechen Kurzhaarschnitt verpasste, meldete sich jemand laut und hörbar bei mir: Mein Körper. Mit der ziemlich dringenden Empfehlung, umgehend den roten Lehnsessel aufzusuchen.
Ich mag es ja gar nicht, halb getane Arbeit einfach so liegenzulassen, vor allem, weil man hier oft erst nach Tagen dazu kommt, weiterzumachen, weil anderes wichtiger ist. Aber es war dringend.
Ich wechselte bald vom Lehnsessel ins Bett, Eiswürfel lutschend, denn die Halsschmerzen aus der Hölle waren zurück. Ich schlief etwas. Dann sah ich mir absurde Quizshows im Fernsehen an, während der Graf ein Nickerchen machte, er ist auch leidend und hatte Gipskarton von der Wand geholt.
Dann mußte ich wieder ins Bett und nahm noch eine Schmerztablette. Wenn ich das hinter mir habe, habe ich wahrscheinlich in einer Woche mehr genommen als in den letzten 5 Jahren.
Irgendwie wollte ich seit 17 Uhr etwas zu essen für uns machen, sah mich aber nicht in der Lage. Jetzt muß ich ernsthaft was aus der Küche holen, ich habe Hunger.

08.02.2019

Es geht langsam aufwärts und großartig Liegen ging heute auch nicht.
In die Kleinstadt zum Geld holen, Einkaufen und Einschreiben aufgeben gefahren. Das fehlende Geld in der Apotheke beglichen. Es wußte natürlich niemand Bescheid, warum ich kam und wie das zu verbuchen ist. (Wahrscheinlich dachten sie, ich hätte vor zwei Tagen zu wenig Geld dabei gehabt.) Wurst in Der Wurstmanufaktur gekauft.
Chili von Carne gekocht und hungrige Menschen bedient. Draußen gewesen, weil großartige Luft war. Mit der Nachbarin geschwatzt, die auch krank ist.
Ein paar Quadratmeter Glaswolle in Plastiktüten gestopft. Staubsaugertüten geleert (auch wenn sie noch nicht voll ist, man sollte sie noch anheben können). Baustaub weggesaugt.
Haare gewaschen und geduscht.
Gegen Abend Eiswürfel gelutscht, weil die Halsschmerzen aus der Hölle zurückkamen. Ein niedliches Video mit dem Enkelkind gesehen, wo sie „Oma“ sagt.
Schlotternd vor Erschöpfung am Ofen gesessen, i s Bett gegangen und nun wird geschlafen.

06.02.2019

Leider müssen Sie hier weiterhin Gejammer ertragen.
Heute morgen aufgewacht und gemerkt, daß die Erkältung nun auch in den Bronchien sitzt. Die Entscheidung, welcher Arzt sich das nun ansehen könnte, war einfach. Es gibt in der nächsten Kleinstadt zwei Hausärztinnen, von denen eine im Urlaub ist. (In den Kommentaren zu gestern gab es dann noch eine interessante Empfehlung.) Ich fiepte wahrscheinlich so mitleiderregend ins Telefon, dass man mir einen Termin am Vormittag gab und nicht die pauschale Empfehlung, mich ein paar Stunden ins Wartezimmer zu setzen.
Ich trank nur Kaffee und ging kurz vor dem Losfahren nach nebenan unter die Dusche. Da muß grade nicht geheizt werden, es ist draußen relativ warm. (Und wie mich das ärgert! Seit über einer Woche hatte ich auf diese Warmphase gewartet, um im Park Gestrüpp zu schneiden und nun krieche ich im kalten Haus zwischen Küche, Hauswirtschaftsraum und Bett rum und bin selbst zu schlapp für Buchhaltung.)
Der Graf fuhr mich hin und blieb im Auto, um sich im Zweifelsfall nur bei mir anzustecken, was sicher schon passiert ist.
Dit is Dorf. Eine Nachbarin kam, als wir fertig waren, die andere arbeitet in der Praxis und ihr hatte ich wahrscheinlich auch den Termin zu verdanken.
Ich war so ziemlich die jüngste im Wartezimmer, was mit 55 schon eine Leistung ist. Es ging dank straffer Organisation schnell und ich wurde mit einem Rezept verabschiedet und der Ermahnung, mich dringend zu schonen, es könne länger dauern mit dem Gesundwerden.
Nach einem Stop an der Apotheke fuhren wir wieder zurück, ich machte noch eine Waschmaschine fertig, frühstückte, nahm meine Tabletten und ging auf die Heizdecke ins Bett.
Wir diskutierten noch etwas über einen weiteren bürokratischen Vorgang, ich las im Internet und wurde müde. Endlich bekam ich das „Gesundschlafen“-Bedürfnis, das mir seit Tagen gefehlt hatte, weil mich die Halsschmerzen sehr gequält hatten. (Vielleicht war ich aber auch zu vorsichtig mit Schmerzmitteln, 200 oder 300mg Ibuprofen dreimal am Tag scheinen wirklich zu wenig zu sein.)
Am Nachmittag kam der Graf mit einem Päckchen. Mein neues Handy, das meinen schiefgegangenen e*baykauf ersetzen sollte, kam. Es ist fein, das der beste Regieassistent der Welt aka Schwiegersohn wieder mit Vertrieb von Digitaltechnik zu tun hat. Es gab nämlich gerade den recht preiswerten Abverkauf vom iPhone 6s bei einem Mobilfunkprovider. Ich wollte zwar nie wieder ein Neugerät bezahlen, weil ich es beruflich nicht mehr brauche, aber da wackelt kein Display und ich muss mir keine Gedanken machen, ob die Rückabwicklung des Verkaufs klappt, da gibt es Garantie.
Ich richtete es ein, ließ es das Backup laden und fortan spielten der Graf und ich das „hast du grade die meisten Daten?“-Spiel. Wenn hier einer was Größeres lädt, kommt der andere nicht mehr ins Netz.
Dann zog ich mir was Warmes über das Nachthemd, ging in die Küche und bereitete so eine Art Butter Chicken im Ofen vor. Leider war die rote Currypaste nicht so scharf wie erwartet, weil doch scharf draufstand. Wir aßen, ich legte mich wieder hin und schlief eine reichliche Stunde. Im Hintergrund lief Aktenzeichen XY, das mittlerweile zu Mini-Dokudramen aufgepimpt ist und leider nicht mehr so deutsch nach Recht und Ordnung wirkt wie früher.
Als ich aufwachte, ging es mir leider eher schlechter und ich warte jetzt mal ab, was die Nacht zu bieten hat.