Zahl, du Sau!

Das letzte Schreiben meines Handyproviders Debitel aka Mobilcom-Debitel hatte wiederum nur diesen Inhalt. Eine letzte Mahnung, Frist bis zum 10.August und dann wolle man mir sämtliche Firmentelefone endgültig abstellen.
Immer wieder gingen Formschreiben an mich heraus, obwohl mein Anwalt alleiniger Ansprechpartner war: Auszüge aus den Verträgen, Mahnungen, Kontenaufstellungen.
Am 29. Juli war die Korrespondenz scheinbar dann endlich in der Rechtsabteilung angekommen. Die erste Äußerung war: „Ach könnse uns da nicht noch was faxen, unsere Korrespondenz scheint nicht auf dem neuesten Stand zu sein!“
(Das hatte ich ja auch mindestens 2 oder 3 Mal, keine Ahnung, wer in diesem Laden für die Ablage zuständig ist.)
Man registrierte nun auch die fristlosen Kündigungen.
„Ups, da ist wohl ein Kunde unzufrieden! Ähm, gibts irgendein Problem? Tut und ja leid, wenn sie nicht mehr unser Kunde sein wollen, aber fristgerecht lassen wir sie gerne aus dem Vertrag.“
Vorher sollte ich aber noch die 1.800 € zahlen, die ich als Angehörige der Generation Upload mit 5 Mal Mails checken in Italien beim Netzbetreiber Vodafone erzeugte.
Nun gut, dann sehen wir uns vor Gericht. Das Thema lautet: Wucher.
Oder sind 30 € für 1 MB Daten etwas anderes?

6 Gedanken zu „Zahl, du Sau!

  1. Hmmm, von der Entscheidung, die Sache auszufechten würde ich abraten. Von anderen ähnlich gelagerten Fällen weiß ich, dass die Chancen gegen Null gehen, mit der Nummer „Ich hatte keine Ahnung, dass das sooo teuer wird und der nun genannte Tarif ist schließlich vollkommen überhöht“ durchzukommen. Die Berunfung auf den von Ihnen angesprochenen „Wucher“ also.

    Schließlich ist es Pflicht des Kunden, sich über die Tarife zu informieren, bevor man die Dienste nutzt. Macht man ja bei Inlandsgesprächen auch. Warum sollte das bei einem Auslandsaufenthalt anders sein? Und ob 30 € zuviel sind? In den letzten Jahren sind die Kosten für Telekommunikation stetig gesunken, ist nun mal so. Ich habe für meinen Telefonanschluss vor zwei Jahren das Doppelte im Vergleich zu heute bezahlt. Und der Leistungsumfang ist heute sogar noch besser. Ich sehe keinen Grund dafür, mich darüber zu beschweren, dass ich damals für geringere Leistung deutlich mehr bezahlt habe. So ist der Markt und ich kannte die Bedingungen, als ich den Vertrag unterzeichnet habe. Ja, ich sehe das pragmatisch. Vielleicht können Sie sich mit dem sauren Apfel doch noch anfreunden. Es lohnt sich nicht, weiterhin Energie und Zeit in die Sache zu investieren. Ihr Anwalt scheint Sie hier – wenn ich mir diese Bemerkung als nicht ganz Fachfremde erlauben darf – nur unzureichend zu beraten. „Augen zu und durch!“ hilft nicht immer.

    Fazit: Ich würde zahlen, das gibt sonst nämlich auch noch einen unansehnlichen Schufa-Eintrag (der sich bei anderen Gelegenheiten, z.B. Suche einer Mietwohnung, Kreditwürdigkeit etc. ganz ungünstig auswirken kann).

    Ärgerlich ist es allemal, da haben Sie wohl Recht.

  2. REPLY:
    Ihre Vorteile mit Vodafone World Data:
    • Ab 25. Januar 2009: im EU-Ausland nur noch 17 Cent pro 50 KB
    • Gleiche Preise bei Nutzung von Internet, Vodafone WAP, Vodafone live! und E-Mail
    • Transparente und eindeutige Preise für alle Länder und alle Netze
    • Fairer 50-KB-Takt ohne zeitbasierte Aufschläge
    • Keine monatlichen Zusatzkosten
    • Ab 25. Januar 2009 bei allen Vodafone-Tarifen automatisch voreingestellt

    Quelle
    Vodafone hat Ende Januar alle Datentarife (und auch Altverträge) automatisch auf einen Preis von 3,40 € pro MB umgestellt.
    Ich habe bei Debitel mehrmals angefragt, wie sich der Preisunterschied zwischen Netzanbieter und Provider erklärt.
    Man ist mir eine Antwort schuldig geblieben.
    Natürlich bin ich auf die Idee gekommen, mich zu informieren. Ich habe die Screenshots der unübersichtlichen Debitel-Websites gespeichert, auf denen kein einziger Preis ersichtlich ist.
    Als dann mein Gastgeber, der direkter Vofafone-Kunde ist, sagte, er zahle für seine Daten ohne Sonderverträge etc. etwas über drei Euro, wähnte ich mich auf der sicheren Seite. Daß Debitel mehrere hundert Prozent auf diesen Preis draufschlägt, damit habe ich nicht gerechnet.
    Und das ist der Grund, warum ich das einen Richter sehen lassen möchte.

    edit: einen schufa-eintrag kann man mit einem hinweis auf einen laufenden rechtsstreit versehen lassen.

  3. REPLY:
    ~209,-EUR für fünf Mal mailchecken fänd ich aber auch noch ganz schön heftig.

  4. REPLY:
    mit einigen hundert euro habe ich gerechnet. aber nicht mit diesem betrag.

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