05.01.2019 WMDEDGT Januar 2019

Wie immer am Monatsfünften fragt Frau Brüllen, was wir getan haben.

Der vorherige Tag endete um 3 Uhr, ich hatte schlecht geschlafen und um halb 10 Uhr morgens versuchte ich mich zum Aufstehen und Heizen zu motivieren. Natürlich lag ich mit entsprechend schlechtem Gewissen in den Kissen, denn die Sonne schien, aber es war kalt im Zimmer, weil wir gestern in Berlin waren und kaum geheizt hatten.
Um halb 10 brannte das Feuer und statt mit einem Kaffee noch einmal ins Bett zu gehen, stand ich doch besser auf.
Ich frühstückte und gab dem Ofen noch ein bißchen den Turbo, wenn es draußen nicht so kalt ist und die Sonne scheint, brennen Öfen schlecht.

Nach dem Frühstück legte ich Wäsche zusammen und startete die Spülmaschine.
Dann ging ich zum Holz holen nach draußen und beschloß, dort zu bleiben, weil es wirklich angenehm mild war. Ich harkte Laub und telefonierte mit meiner Mutter, die vielleicht am Montag zum Durchchecken ins Krankenhaus muß. Zwischendurch kam die Post mit einem Paket und ich holte ein Paket von gestern aus der Postkiste.

Gegen halb 3, als dunkle Wolken aufzogen, ging ich ins Haus und machte ein Stunde Pause. Ich aß ein paar Dominosteine und machte mir Tee.
Dann räumte ich die Spülmaschine aus und begann mit dem eigentlichen Tagwerk: Aus zwei Bädern den Baudreck zumindest grob entfernen und dazu Werkzeuge und Staubsauger putzen.
Das dauerte bis halb 5. zwischendurch heizte ich das Bad im kleinen Haus an, das wir derzeit wieder benutzen. Ich war vom Putzen sehr schmutzig. Flexstaub und jahrealter Staub aus einer Zwischendecke klebt und kriecht überall hin.
Vor dem Duschen packte ich den neuen gusseisernen Schmortopf aus. So einen hatte ich mir schon lange gewünscht.
Ich verschwand um halb 6 nebenan im Bad, duschte und wusch mir die Haare, was bei dieser Haarlänge immer eine größere Aktion ist. Die Arbeitssachen warf ich in die Schmutzwäsche.

Viertel nach Sieben begann ich zu kochen. Gefüllte Paprikaschoten mit Tomaten, Bohnen und Ofenkartoffeln. Ich war sehr gespannt, wie sich der Topf machen würde.
Um halb 9 war das Essen fertig, nichts Besonderes, schnell zusammengehauen, aber es war gut. Der Topf bekommt 5 Punkte.
Der Graf und ich sahen uns DSDS an, im Internet stand mal wieder einer auf der Leitung. Dieter Bohlen sieht nach dem aktuellen Lifting und mit dem Filter, mit dem sie ihn aufnehmen, 10 Jahre jünger aus als vor 5 Jahren. Und ich ahne, wer der Siegeract und das Storytelling dazu sein wird.
Dann „Der Kommissar“ von Anfang der 70er. Ich habe mit den reizenden alten Herrschaften von der Neuen Münchner Filmproduktion unheimlich gern gearbeitet.
Jetzt ist es kurz vor 12. ich schalte jetzt gleich die Heizdecke an und gehe ins Bett.

Die anderen Texte stehen hier.

WMDEDGT Dezember 2018

Am Monatsfünften fragt Frau Brüllen seit mehr als fünf Jahren, was wir denn getan haben.

Der heutige Tag begann wie so oft um Mitternacht. Wir kamen um 00:10 Uhr aus Berlin zurück, packten das Auto nicht aus und nahmen nur unsere persönlichen Sachen mit ins Haus.
Ich machte zunächst eine Runde und schaltete die Infrarotplatte im Bad, den Elektroheizer in der Ostwohnung und unsere Heizdecken im Bett ein. Dann heizte ich den Kachelofen an. Das Wohnzimmer war schon leicht ausgekühlt (was hier heißt, ca. 12-14 Grad), normalerweise heize ich schon um 6 Uhr abends an.
Gegen 00:50 Uhr lag ich dann im kuschlig warmen Bett, hatte aber noch den Timer gestellt, um Holz nachzulegen. Um halb 3 schraubte ich den Ofen endgültig zu.

Um 8:00 Uhr morgens war ich wieder wach, die Sonne schien. Aber so richtig kam ich erst 20 Minuten später aus dem Bett. Ich zog mir „kann dreckig werden“-Sachen an, kochte wegen gähnender Leere im Kühlschrank Porridge, knackte mir dazu eine Handvoll Walnüsse und kochte Kaffee.
Nach dem Frühstück räumte ich den Wäschekoffer aus dem Auto und suchte fluchend und vergebens ein Rücksendeetikett für ein Paar zu eng bestellte Stiefel. Ach, und ich startete eine Waschmaschine, heizte den Kachelofen und der Graf mußte mit mir eine Mail schreiben.
Dann trieb ich mich nach draußen, es war inzwischen nach 11:30 Uhr. Ich probierte, ob ich aus den viel zu großen Nadelholzschwarten der Holzlieferung vom Frühjahr Anzündholz hacken konnte. Oh, das ging gut und zum ersten Mal konnte ich mit der Axt, die mir der Graf zu Weihnachten geschenkt hatte, richtig zuhauen. Ich weiß jetzt, was ich in Zukunft mache, wenn ich mal ein paar Aggressionen loswerden muß.

Dann machten wir zusammen die Ladefläche vom Auto leer, wir hatten unter anderem einen schönen Sessel aus Berlin mitgebracht, und fuhren um 13:00 Uhr auf die andere Seite des Trebelsumpfes. Dort will jemand einen Schuppen abreißen, der voller Brennholz ist, das wir billig gekauft haben. Wir müssen es nur abholen…
Wir luden Holz (zwischen anderthalb und zwei Festmeter und mangels Hängerkupplung direkt ins Auto), mittlerweile sind wir ein eingespieltes Team und beladen gleichmäßig und rutschfest.
Dann fuhren wir zurück. Die Sonne stand inzwischen niedrig und es wurde kalt. Der Graf begann, das Holz in den Schuppen zu packen, ich heizte den Ofen im Bad der kleinen Hauses, das wir seit zwei Wochen wieder benutzen müssen, weil sich bei uns oben – ob vor Kalk oder Kälte, keine Ahnung – der Boiler verabschiedet hat und wir noch nachdenken, wie die Neulösung aussehen wird.
Bevor ich half, das Auto mit abzuladen, karrte ich noch Berge von verfaultem Lindenlaub, das sich seit Jahren am Fundament des kleinen Hauses sammelt und das ich zusätzlich aus der Dachentwässerung geholt hatte, nach hinten in den Park, auf den Kompost.
Kurz bevor die Sonne unterging, hörte ich auf, damit würde ich mich noch einige Zeit beschäftigen, und entlud mit dem Grafen den Rest des Holzes zusammen.

Als es dunkel wurde, brachte ich Holz hoch in die Ostwohnung und ins kleine Haus. Ich startete den Trockner, derzeit sind die Tage zum draußen Wäsche trocknen zu kurz.
Der Graf hatte Hunger und ich auch. Ich machte ihm Kroketten in der Heißluftfriteuse und briet dazu ein Wiener Schnitzel aus dem Frost. Für mich machte ich einen Eierkuchen und Nudeln mit Wiener Würstchen und Ketchup warm, alles Reste der letzten Tage.

(Man merkt, ich habe hier eigentlich kein Uhrzeitgefühl. Die Zeit bestimmen die Sonne, der Hunger und was zu tun ist.)

Nach dem Essen ging ich nach drüben und duschte. Das Holz muß im Dreck gelegen haben, es ist sehr staubig, das ist ein Fall für viel Seife.
Dann startete ich den Trockner noch einmal.
Der Rest des Abends bestand aus Zeitungsschau, Recherche nach einem Laserdistanzmeßgerät, denn wir brauchen endlich dringend ein genaues Aufmaß des Hauses, dem Test des Leitungsmeßgerätes, weil wir dem Wust an unter Verschalungen und Wänden verlaufenden Leitungen zuleibe rücken wollen und … dem Heizen des Kachelofens.

Jetzt ist es kurz vor 11 Uhr, ich werde mir einen neuen Kräutertee in die Thermoskanne füllen, die Wärmedecke anschalten und ins Bett gehen.
Morgen holen wir schon früh die nächste Ladung Holz, weil wir noch zu einer Tagung fahren werden.

Fazit: Viel Aufwand für ein bißchen Wärme. Aber noch ist das hier noch nur semi funktionierende Low Tec aus der Zeit, in der man dafür Personal hatte.

Die Beiträge der anderen sind hier zu finden.

WMDEDGT November 2018

Frau Brüllen fragt immer am Monatsfünften, was wir den ganzen Tag gemacht haben.

Der Tag war mitternachts noch nichts einmal beendet. Ich lag noch bis halb zwei Uhr wach, bis ich einschlafen konnte, weil ich am späten Nachmittag Kaffee getrunken hatte.
Um 8 Uhr stand ich wieder auf, heizte den Ofen an und frühstückte.
Diesmal machte ich mich stadtfein, gab die Arbeitssachen in die Wäsche und räumte noch hier und da. Gegen 10 Uhr holte ich noch zwei Ikea-Taschen voll Holz für den Abend.
Um 10:45 Uhr fuhren wir nach Grimmen zum Bahnhof. Unser Zug nach Berlin würde um 11:23 Uhr gehen.
Die fast drei Stunden Zugfahrt verbrachte ich mit Stricken. Vielleicht schaffe ich es, die Hose fürs Enkelkind fertig zu machen, bevor sie rausgewachsen ist. Der Zug war mäßig voll, ich schielte immer auf einen alten Herren, der intensiv handgeschriebene Zahlentafeln studierte. Vielleicht sein Lottozahlensystem.

Am Hauptbahnhof angekommen, kauften wir Klopapier und Weleda Hautcreme. Wer für so etwas sonst kilometerweit fährt, ist für die Gelegenheit dankbar.

Dann fuhren wir ins Berliner Headquarter, ruhten uns etwas aus, machten dort klar Schiff und unsere Berliner Arbeit.

Anschließend, es war so gegen 16:30 Uhr, holte ich noch ein paar Stiefel aus dem Hermes-Paketshop ab, die absurderweise in Berlin gelandet waren und wir gingen noch etwas beim Vietnamesen essen.

Im Hauptbahnhof brachte ich den Mann dazu, sich zwei warme Jacken zu kaufen. Das war ein großer Sieg, hat er doch nur einen warmen Pullover und eine Jacke und wollte das auch so beibehalten. (Männer, die nach über 10 Jahren entsetzt feststellen, daß es ihr Lieblingsstück nicht mehr zu kaufen gibt. Es ist …speziell.)

Um viertel vor Acht ging der Zug zurück nach Grimmen. Ich schaffte fast ein Hosenbein fertig zu stricken. Die Schaffnerin erklärte jemandem minutiös, daß er jetzt aussteigen und nach Berlin zurückfahren müsse, weil er sich im RE5 und nicht im RE3 nach Norden befinde. Mit etwas Glück ist dieser schweigende Mensch vom anderen Ende des Wagens mitten in der Nacht am Bestimmungsort angekommen. Mit Pech erst am nächsten Morgen.

Wir fuhren durch die Sternennacht nach Hause und ich heizte den Ofen in der Ostwohnung an. Bis der durchgebrannt war, saß ich mit dem Grafen im Herrenzimmer vorm bollernden Kaminofen und aß noch etwas Kuchen, um nach Mitternacht ins Bett zu gehen.

Die anderen Einträge sind hier.

WMDEDGT Oktober 2018

Wie immer am Monatsfünften fragt Frau Brüllen, was wir den ganzen Tag gemacht haben.

Mein gestriger Tag endete erst gegen halb 3 Uhr morgens. Wir waren erst um halb 1 von Berlin angekommen, ich war verfröstelt und aufgekratzt und ging deshalb nach Anheizen des Kachelofens in die Badewanne, um noch ein bisschen im Internet herumzulesen.
Als ich gut durchgewärmt war, schraubte ich den Ofen zu und ging ins Bett auf das es nachts etwas wärmer würde.

Deshalb schlief ich ziemlich lange und stand erst 8:30 Uhr auf. Die Sonne schien so golden, wie sie nur im Herbst scheint, und die Vögel sangen. Ein Blick aus dem Fenster sagte mir, dass ich vergessen hatte, die Gelben Säcke vor die Tür zu legen.
Ich zog mich an und machte erst einmal einen Gang durchs Haus zu allen Müllsammelplätzen und legte drei Säcke an die Straße.

Dann frühstückte ich. Reiswaffeln mit Leberwurst und Käse und Joghurt mit Birne und Haferflocken. Zwischendurch startete ich eine Waschmaschine mit Arbeitssachen. Es ist bei luftgetrockneter Wäsche ja nicht ganz egal, wann die Wäsche rauskommt, besonders wenn die Tage nicht mehr so lang sind.
Nach dem Frühstück beschloss ich, den wunderbar warmen Tag vorwiegend draußen zu verbringen. Im Haus war es kälter als draußen, ich machte so viele Fenster wie möglich auf.

Die nächsten 1 1/2 Stunden machte ich diverse Nebenarbeiten, die am Weg lagen: Betten abziehen, Müllsäcke zusammenlegen, auf denen Nüsse gelegen hatten, den Salon staubsaugen, Wäsche aufhängen und die nächste in die Maschine packen, eine Lampe zum Putzen mit einem Eimer Seifenwasser nach draußen tragen, Nüsse nterm Baum aufsammeln, ein Foto für die 2x360grad-Serie

Der Graf war inzwischen ins tiefste Nerdistan abgetaucht und schrieb Texte in einer adaptierten altdeutschen Schrift, die jemand von ihm erbeten hatte. Er hatte die Idee, am Abend zu grillen, Wurst hatten wir auch keine mehr und so ging ich übern Platz zur Wurstmanufaktur und kaufte grillfertige Spare Ribs, Gewürzsalami und – da sie mich so anlächelten – Koteletts vom glücklichen Schwein und Frikadellen.
Es war inzwischen nach 13 Uhr. Die Sonne schien auf die Terrasse und ich setzte mich mit Strickzeug und Weiterbildungsmaterial hin.
Gegen zwei machte ich mir ein Brot, hänge noch einmal Wäsche auf, putzte die Lampe und las weiter. Wenn Nüsse fielen, sammelte ich sie auf.

Gegen vier Uhr war die Sonne von der Terrasse weggezogen. Es raschelte komisch im Park hinter der Blutbuche. Die Kuh, besser gesagt, eine Färse, die der Meinung ist, das Grad sei dort schmackhafter, hatte mal wieder den Geheimausgang aus ihrer Weide genommen und stand nicht weit weg von mir. Als ich sie wenig amüsiert ansah, trollte sie sich.
Ich ging den Hohlweg hinunter zur Viehtrift und sah, dass die Herde heute ganz nah war, ein paar Bullenkälber waren auch durch ein Loch im Zaun in einen Garten gegangen und tobten dort herum.
Die Kuh, die wieder in der Senke im Park stand, fand es nicht gut, dass ich mich zwischen ihr und dem Eingang zur Weide befand. Sie schnaubte mich böse an. Ich machte dann doch besser, dass ich wegkam.

Bevor die Sonne ganz hinter den Bäumen verschwunden war, holte ich Holz für abends, nahm die Wäsche ab, schloss die Fenster wieder, bezog die Betten und heizte den Kachelofen in unserem Wohnzimmer.
Dann nahm ich mir das schöne eichene Büffet vor, das wir am Wochenende für die Küche erstanden hatten und putzte es.

Der Graf hatte inzwischen einen Einkaufszettel für seine Dinge gemacht und ich fuhr in der Abenddämmerung 6 km in die nächste Stadt, um einzukaufen. Freitags zwischen 7 und 8 Uhr ist hier in dieser Gegend der Lidl so gut wie leer.
Wieder zurückgekehrt, zündete ich den Ofen im Herrenzimmer an und machte eine von unseren Schnellmahlzeiten aus der Heißluftfriteuse: Pommes Frites und die Frikadellen mit ordentlich Ketchup und Mayo, zum Grillen war es zu spät. Nebenher räumte ich das erste Geschirr in das Büffet.

Wir aßen, der Graf verschwand wieder in Nerdistan und ich versuchte in einem weiteren Anlauf dem neu erstandenen Repeater beizubringen, dass er DHCP benutzen solle. Was scheiterte. Auch das Herunterladen von 190 Seiten Manual klappte zweimal nicht. Ich habe zwar eine DVD mitgeliefert bekommen, aber das DVD-Laufwerk an meinem Rechner ist seit vielen Jahren kaputt und ich brauche es nie.

So fasste ich den Entschluss, den heutigen Tag aufzuschreiben und nebenher den Kaminofen mit Holz zu füttern. Und wenn ich jetzt fertig bin, gehe ich ins Bett.

Die anderen Texte finden sich übrigens hier.