WMDEDGT November 2018

Frau Brüllen fragt immer am Monatsfünften, was wir den ganzen Tag gemacht haben.

Der Tag war mitternachts noch nichts einmal beendet. Ich lag noch bis halb zwei Uhr wach, bis ich einschlafen konnte, weil ich am späten Nachmittag Kaffee getrunken hatte.
Um 8 Uhr stand ich wieder auf, heizte den Ofen an und frühstückte.
Diesmal machte ich mich stadtfein, gab die Arbeitssachen in die Wäsche und räumte noch hier und da. Gegen 10 Uhr holte ich noch zwei Ikea-Taschen voll Holz für den Abend.
Um 10:45 Uhr fuhren wir nach Grimmen zum Bahnhof. Unser Zug nach Berlin würde um 11:23 Uhr gehen.
Die fast drei Stunden Zugfahrt verbrachte ich mit Stricken. Vielleicht schaffe ich es, die Hose fürs Enkelkind fertig zu machen, bevor sie rausgewachsen ist. Der Zug war mäßig voll, ich schielte immer auf einen alten Herren, der intensiv handgeschriebene Zahlentafeln studierte. Vielleicht sein Lottozahlensystem.

Am Hauptbahnhof angekommen, kauften wir Klopapier und Weleda Hautcreme. Wer für so etwas sonst kilometerweit fährt, ist für die Gelegenheit dankbar.

Dann fuhren wir ins Berliner Headquarter, ruhten uns etwas aus, machten dort klar Schiff und unsere Berliner Arbeit.

Anschließend, es war so gegen 16:30 Uhr, holte ich noch ein paar Stiefel aus dem Hermes-Paketshop ab, die absurderweise in Berlin gelandet waren und wir gingen noch etwas beim Vietnamesen essen.

Im Hauptbahnhof brachte ich den Mann dazu, sich zwei warme Jacken zu kaufen. Das war ein großer Sieg, hat er doch nur einen warmen Pullover und eine Jacke und wollte das auch so beibehalten. (Männer, die nach über 10 Jahren entsetzt feststellen, daß es ihr Lieblingsstück nicht mehr zu kaufen gibt. Es ist …speziell.)

Um viertel vor Acht ging der Zug zurück nach Grimmen. Ich schaffte fast ein Hosenbein fertig zu stricken. Die Schaffnerin erklärte jemandem minutiös, daß er jetzt aussteigen und nach Berlin zurückfahren müsse, weil er sich im RE5 und nicht im RE3 nach Norden befinde. Mit etwas Glück ist dieser schweigende Mensch vom anderen Ende des Wagens mitten in der Nacht am Bestimmungsort angekommen. Mit Pech erst am nächsten Morgen.

Wir fuhren durch die Sternennacht nach Hause und ich heizte den Ofen in der Ostwohnung an. Bis der durchgebrannt war, saß ich mit dem Grafen im Herrenzimmer vorm bollernden Kaminofen und aß noch etwas Kuchen, um nach Mitternacht ins Bett zu gehen.

Die anderen Einträge sind hier.

WMDEDGT Oktober 2018

Wie immer am Monatsfünften fragt Frau Brüllen, was wir den ganzen Tag gemacht haben.

Mein gestriger Tag endete erst gegen halb 3 Uhr morgens. Wir waren erst um halb 1 von Berlin angekommen, ich war verfröstelt und aufgekratzt und ging deshalb nach Anheizen des Kachelofens in die Badewanne, um noch ein bisschen im Internet herumzulesen.
Als ich gut durchgewärmt war, schraubte ich den Ofen zu und ging ins Bett auf das es nachts etwas wärmer würde.

Deshalb schlief ich ziemlich lange und stand erst 8:30 Uhr auf. Die Sonne schien so golden, wie sie nur im Herbst scheint, und die Vögel sangen. Ein Blick aus dem Fenster sagte mir, dass ich vergessen hatte, die Gelben Säcke vor die Tür zu legen.
Ich zog mich an und machte erst einmal einen Gang durchs Haus zu allen Müllsammelplätzen und legte drei Säcke an die Straße.

Dann frühstückte ich. Reiswaffeln mit Leberwurst und Käse und Joghurt mit Birne und Haferflocken. Zwischendurch startete ich eine Waschmaschine mit Arbeitssachen. Es ist bei luftgetrockneter Wäsche ja nicht ganz egal, wann die Wäsche rauskommt, besonders wenn die Tage nicht mehr so lang sind.
Nach dem Frühstück beschloss ich, den wunderbar warmen Tag vorwiegend draußen zu verbringen. Im Haus war es kälter als draußen, ich machte so viele Fenster wie möglich auf.

Die nächsten 1 1/2 Stunden machte ich diverse Nebenarbeiten, die am Weg lagen: Betten abziehen, Müllsäcke zusammenlegen, auf denen Nüsse gelegen hatten, den Salon staubsaugen, Wäsche aufhängen und die nächste in die Maschine packen, eine Lampe zum Putzen mit einem Eimer Seifenwasser nach draußen tragen, Nüsse nterm Baum aufsammeln, ein Foto für die 2x360grad-Serie

Der Graf war inzwischen ins tiefste Nerdistan abgetaucht und schrieb Texte in einer adaptierten altdeutschen Schrift, die jemand von ihm erbeten hatte. Er hatte die Idee, am Abend zu grillen, Wurst hatten wir auch keine mehr und so ging ich übern Platz zur Wurstmanufaktur und kaufte grillfertige Spare Ribs, Gewürzsalami und – da sie mich so anlächelten – Koteletts vom glücklichen Schwein und Frikadellen.
Es war inzwischen nach 13 Uhr. Die Sonne schien auf die Terrasse und ich setzte mich mit Strickzeug und Weiterbildungsmaterial hin.
Gegen zwei machte ich mir ein Brot, hänge noch einmal Wäsche auf, putzte die Lampe und las weiter. Wenn Nüsse fielen, sammelte ich sie auf.

Gegen vier Uhr war die Sonne von der Terrasse weggezogen. Es raschelte komisch im Park hinter der Blutbuche. Die Kuh, besser gesagt, eine Färse, die der Meinung ist, das Grad sei dort schmackhafter, hatte mal wieder den Geheimausgang aus ihrer Weide genommen und stand nicht weit weg von mir. Als ich sie wenig amüsiert ansah, trollte sie sich.
Ich ging den Hohlweg hinunter zur Viehtrift und sah, dass die Herde heute ganz nah war, ein paar Bullenkälber waren auch durch ein Loch im Zaun in einen Garten gegangen und tobten dort herum.
Die Kuh, die wieder in der Senke im Park stand, fand es nicht gut, dass ich mich zwischen ihr und dem Eingang zur Weide befand. Sie schnaubte mich böse an. Ich machte dann doch besser, dass ich wegkam.

Bevor die Sonne ganz hinter den Bäumen verschwunden war, holte ich Holz für abends, nahm die Wäsche ab, schloss die Fenster wieder, bezog die Betten und heizte den Kachelofen in unserem Wohnzimmer.
Dann nahm ich mir das schöne eichene Büffet vor, das wir am Wochenende für die Küche erstanden hatten und putzte es.

Der Graf hatte inzwischen einen Einkaufszettel für seine Dinge gemacht und ich fuhr in der Abenddämmerung 6 km in die nächste Stadt, um einzukaufen. Freitags zwischen 7 und 8 Uhr ist hier in dieser Gegend der Lidl so gut wie leer.
Wieder zurückgekehrt, zündete ich den Ofen im Herrenzimmer an und machte eine von unseren Schnellmahlzeiten aus der Heißluftfriteuse: Pommes Frites und die Frikadellen mit ordentlich Ketchup und Mayo, zum Grillen war es zu spät. Nebenher räumte ich das erste Geschirr in das Büffet.

Wir aßen, der Graf verschwand wieder in Nerdistan und ich versuchte in einem weiteren Anlauf dem neu erstandenen Repeater beizubringen, dass er DHCP benutzen solle. Was scheiterte. Auch das Herunterladen von 190 Seiten Manual klappte zweimal nicht. Ich habe zwar eine DVD mitgeliefert bekommen, aber das DVD-Laufwerk an meinem Rechner ist seit vielen Jahren kaputt und ich brauche es nie.

So fasste ich den Entschluss, den heutigen Tag aufzuschreiben und nebenher den Kaminofen mit Holz zu füttern. Und wenn ich jetzt fertig bin, gehe ich ins Bett.

Die anderen Texte finden sich übrigens hier.

WMDEDGT September 2018

Wie immer fragt Frau Brüllen einmal im Monat, was wir den ganzen Tag gemacht haben. Ich stand heute etwas später auf, ungefähr 8:15 Uhr. Gestern haben wir lange gearbeitet, und ich hatte das Bedürfnis etwas auszuschlafen. Ich putzte mir die Zähne und steckte mir die Haare zu einem geflochtenen Dutt, meiner Arbeitsfrisur.

Ich packte meine Frühstückszutaten zusammen: Milch, Reiswaffeln, Wurst, Käse, Frischkäse und ich holte aus dem oberen Zimmer vom kleinen Haus das letzte Glas Herzkirschmarmelade.

Ich packte alles in ein Körbchen und ging rüber vom kleinen Haus ins Gutshaus, denn dort steht die Kaffeemaschine. Im Moment frühstücke ich im Herrenzimmer. Es ist zwar noch angenehm warm, aber hinten auf der Terrasse ist mittlerweile keine Sonne mehr am Morgen. Bevor ich aß, machte ich eine Waschmaschine fertig.

Beim Frühstück lese ich immer etwas im Internet, das mit dem Netz ist ja hier etwas punktuell verteilt. Ich checkte, wann diverse Paketsendungen ankommen würden und schaute im Tagesspiegel, was in Berlin so los ist.

Nach dem Frühstück sammelte ich mein Werkzeug zusammen, hing Wäsche auf und brachte mein Körbchen wieder in Richtung Kühlschrank ins kleine Haus.

Mittlerweile war es 10:00 Uhr. Der Graf arbeitete im zukünftigen Gästezimmer, hing Vorhangstangen auf und spachtelte Löcher zu. Ich strich eine Wand in unserer Übergangswohnung noch einmal. Kalk streichen ist eine knifflige Sache. Das Ergebnis sieht fantastisch aus, aber es macht schon Sinn, warum moderne Werkstoffe so leicht zu verarbeiten sind. 

Um 10:30 Uhr hupte das Bäckerauto, wie immer am Mittwoch. Ich kaufte Kuchen und Brötchen und bewunderte mit den alten Damen aus der Nachbarschaft das neue Verkaufsauto.

Als ich fertig war, war es 12:00 Uhr. Ich putzte für den Mann einige völlig mit Spachtelmasse zugesetzte Gefäße. Dann machte ich etwas Pause, um wiederum irgendwo herumzuwuseln. Außerdem schrieb ich mit dem Kind, wegen der Enkelkindbetreuung in 10 Tagen.

Um 13:30 Uhr fuhr ich den Grafen nach Grimmen zum Bahnhof. Zurückgekehrt, machte ich mir erst einmal etwas zu essen. Ich machte aus zwei Eiern und zwei Äpfeln und etwas Milch und Maismehl einen fetten Apfeleierkuchen. Äpfel und Eier kommen aus der Region. Ungefähr 50 m entfernt. 

Dann brauche ich eine Weile, um wieder in Tritt zu kommen. Zwischendurch kamen zwei Paketboten, ich packte eine flotte Lotte für Apfelmus aus und hing noch mal Wäsche auf.

Dann fang ich wieder an zu arbeiten, es war inzwischen fast 17:00 Uhr. Ich begann einen kleinen Durchgangsflur zu streichen, hörte aber auf, weil ich die Farbe woanders brauchte. Deshalb begann ich, im zukünftigen Gästezimmer Fehlstellen mit dieser Farbe auszubessern, nachdem ich es von Werkzeug leer geräumt hatte.

Danach saugte ich mit dem Staubsauger 2 Stunden die Decke und die Wände dieses Zimmers ab. Der Anstrich ist noch gar nicht alt, aber das Zimmer stand lange leer und war voller Spinnweben.

Gegen 19:00 Uhr nahm ich erst die Wäsche ab und dann wechselte ich in unser zukünftiges Schlafzimmer. Ich wollte das letzte Licht nutzen, um dieses Zimmer noch einmal gründlich sauber zu machen, nachdem ich es gestrichen hatte.

Gegen 20:00 Uhr ging ich wieder in das Gästezimmer und begann, den Fußboden zu saugen. Ich weiß seit ein paar Wochen, dass ein Großteil der Erhaltung historischer Bausubstanz daran besteht, Dinge zu putzen. Ich saugte aus den vielen Ritzen jede Menge Dreck, und bemerkte, dass unter den Fenstern etwas war, das man nur als Patina der Jahrhunderte bezeichnen konnte, eine Mischung aus Dreck und Bohnerwachs, die ich erst einmal trocken abspachtelte. Kein Wunder, die Dielen sind noch aus der ersten Ausstattung, mit handgemachten Nägeln, aus der Schmiede, die einst 20m entfernt war. Morgen würde ich mich Ihnen noch einmal bei Tageslicht widmen. 

Es war mittlerweile nach 21:20 Uhr und ich war fix und foxi. Und so sitze ich jetzt in der Badewanne und werde gleich zum Bahnhof fahren, den Grafen wieder abholen.

Die anderen Beiträge finden sich hier.

WMDEDGT Mai 2018

Frau Brüllen fragt wieder, was wir am Monatsfünften getan haben. Da ich gestern im Datennirvana war, hole ich es nach.
(Leider ist der Post zu 5 Jahren WMDEDGT im letzten Monat dem langen Verbleib auf dem Dorf geschuldet ausgefallen, was ich sehr schade finde.)

Gestern wachte ich um 7 Uhr morgens auf und sah aus dem Fenster. Die Sonne schien golden und schräg auf die Reste der Kiefer, die im letzten nassen Schnee fast die ganze Krone verloren hatte und der Himmel war nordisch hellblau.
Ich drehte mich noch einmal um und schlief noch eine Stunde.
Kurz nach 8 Uhr stand ich auf, putzte mir die Zähne, wusch mich(Ha! Es gibt endlich ein Waschbecken und ich stoße mir nicht mehr beim Waschen den Kopf an der Campingküche.), cremte mich mit Sonnenmilch ein und zog den Blaumann an. Diesmal die leichtere Variante, denn es würde wärmer werden.

Ich schnappte mir die Kaffeedose, einen Filter, Erdnußbutter und Marmelade aus der Kiste neben dem Bett und ging in die Küche. Dort machte ich als erstes das Fenster auf, denn die Sonne schien dagegen, es sollte im Raum warm werden.
Dann begutachtete ich die gestern verputzte Küchenwand. An einigen Stellen schlug ein Pigment aus einem Altanstrich durch und manchmal war die (Fein-)putzschicht zu dünn. Ich müsste also außer der noch freien Stelle hinter dem Ofen noch einmal die ganze Wand machen.

Doch zuerst goß ich Kaffee auf und machte mir Peanutbutter and Jelly-Reiswaffeln. Ich stellte alles auf ein Brett, schnappte mir Brille und Handy und setzte mich mit dem Frühstück nach draußen in die Sonne. Die Vögel machten Radau, die Sonne schien und wärmte mich durch und das Dorf machte Samstagslärm: Rasentrecker, Bagger, Traktoren, Motorsägen. Von der Weide neben dem Kuhstall kam Gebrüll in allen Tonlagen, von Kalb über Mutterkuh bis Bulle.

Als ich fertig war mit Frühstücken und den zweiten Kaffee noch stehen ließ, machte ich meinen üblichen Inspektionsgang zum aufgegrabenen Abflußrohr. Alles gut, es war trocken, nichts war undicht und staute sich.

Dann warf ich Nudeln in den Crockpot, goß etwas Wasser darauf, gab eine Tüte vorbereitete Bolognese dazu und bedeckte das alles mit Käse und Sahne. Es sollte abends Nudelauflauf geben.

Ich begann mit der Arbeit. Ich rückte den Ofen in der Küche ab, trug das Ofenrohr nach draußen und klopfte es aus (in drei Monaten sammelt sich eine Menge Ruß darin).
Dann weichte ich mit dem Dampfgerät die restlichen Tapetenfutzel von der Wand. Der Kleber, den die Leute für die Rauhfaser genommen hatten, schlägt eklig gelb durch Anstrich und Putz und die rot gestrichene Pappe um das Ofenrohr musste auch dringend weg. Dabei kamen mir Gipsbrocken entgegen, die das (eigentlich für dieses Haus ungewöhnlich ordentlich eingelassene) Ofenrohr halten sollten.
Also zog ich den Anschlußstutzen der guten Ordnung halber aus der Wand. Ich hatte Glück. Er war intakt, nicht löchrig und kaputtgerostet wie andere und das Loch, das er hinterließ war nicht wie im Bad plötzlich 6 Ziegel groß, sondern brauchte nur eine Handvoll Blitzzement. Ich zementierte das Rohr wieder ein. Vorher schaute ich mit dem Grafen, der inzwischen aufgestanden war, wie der Zugang zum Ofen im Zimmer nebenan damit korrespondiert. Auch hier war wie am anderen Schornstein ein Zug stillgelegt und beide Öfen auf einen Zug gelegt. Das ist im Grunde kein Problem. Außer die Züge liegen direkt gegenüber wie im anderen Schornstein.
Ich strich die Wand hinter dem Ofen, die aus Bitumenanstrichen, ausgeflickten Rissen und angesengter Ölfarbe bestand, mit Haftgrund und begann an der anderen Seite mit der zweiten Putzschicht. Es ging mir ganz gut von der Hand. Ich musste nur darauf achten, keine zu großen Mengen anzurühren weil ich sonst den Eimer nicht mehr heben konnte.
Ab und zu brachte ich eine verflogene Biene oder Hummel nach draußen.

Es war inzwischen Mittag. Ich aß erst etwas Schokolade, später dann Reiswaffeln mit furchtbar stinkendem Camembert und half dem Grafen bei der einen oder anderen Sache. Er schliff Teile vom Boden im Bad ab, wo demnächst die Badewanne stehen sollte.

Um 14 Uhr kam die Postfrau, die hier auch Pakete zustellt und hatte kein Paket für den Grafen, obwohl DHL es angekündigt hatte.
Wir setzten uns danach ins Auto und fuhren in die Stadt zum Edeka (ich hatte sogar den Blaumann dafür ausgezogen und ordentliche Hosen an). Die Poststelle dort hatte leider schon zu, ich erwartete ein Amazon Prime-Paket, das dort mal mit Hermes, mal mit DHL zugestellt wird. Wir kauften ein paar Leckerli, gaben Leergut ab und fuhren zurück.

Auf dem Weg diskutierten wir noch einmal über ein Ereignis während unserer Abwesenheit vom Dorf, über das wir am Vortag benachrichtigt wurden und das uns erst nach und nach in seiner Brisanz bewusst wurde. Darüber lässt sich nicht reden, nur so viel: in dem Drama spielen drei Feuerwehren und ein Polizeiwagen eine tragende Rolle.

Ich verpackte die Einkäufe und trank einen Kaffee. Dazu aß ich Pudding mit Sahnehäubchen aus dem Sonderangebot, garniert mit kleinen Baisers.
Danach trug mit dem Grafen die alte Kaldewei-Badewanne vors Haus, die er herrichten wollte. Dann rührte ich wieder einen Eimer Putz an. Aber es lief nicht mehr so gut. Die Region hinter dem Ofen hatte ich schon mit gröberem Putz begradigt. Trotzdem war die Wand dort beulig und der Putz zu fein, um ihn dicker aufzutragen.

Außerdem verwandelte sich der Auflauf in Pampe. Gut riechende Pampe zwar, aber meh…

Dafür lief es beim Grafen besser. Die Emaille der Wanne war weiß und glänzend wie neu, die Füße ließen sich gut wieder ansetzen und die Anschlüsse passten nach Austausch einer kaputten Dichtung dann doch. Die selbst entworfene Standarmatur fügte sich gut in den gesamten „Technik, die man sieht“-Stil ein.

Ich filzte den angezogenen Putz vorsichtig noch etwas und räumte dann die Küche auf. Der Graf baute die Badewanne zu Ende und stöpselte den Boiler ein.

Es war inzwischen 8 Uhr. Ich deckte den Tisch und zog mir die warme Jacke an. Trotz der für Vorpommern selten warmen Frühlingstage wird es abends schlagartig kalt.
Wir aßen etwas, das anmutete, als käme es aus Babygläschen.

In den Häusern der Umgebung wurde gegrillt und gefeiert und wir drehten noch eine Runde in Richtung des Dorfes (hier gibt es den Teil „Gut“ und den Teil „Dorf“) und über die Wiesen im Sonnenuntergang.

Dann gingen wir flott wieder ins Haus, es war inzwischen nach neun Uhr und ich schloss den Küchenofen wieder an. Es dauerte nicht lange und er bollerte und knisterte vor sich hin. Ich machte derweil den Abwasch und der Graf ließ sich Badewasser ein. Auf diesen Moment hatte er schließlich seit Ende Januar gewartet.
Ich leistete ihm etwas Gesellschaft und bedauerte, dass der Ofen im Bad nach der Reparatur der Schornsteinzuges noch nicht wieder betriebsfähig war.
Ich im Sessel neben meinem Mann in der Badewanne und im Ofen knistert ein Feuer, auf das ich immer mal einen Scheit nachlege. Das ist Luxus. – Aber noch Zukunftsmusik, denn den Sessel gibt es noch nicht.

Allerdings kam der Graf bald aus der Wanne raus, für eine stundenlange Session hatte der Boiler zuwenig Vorlaufzeit bekommen.
Wir saßen noch etwas vor dem Küchenofen, ich trank meinen dörflichen Abendschnaps, dann packten wir für unsere Anfahrt am nächsten Morgen und ich duschte mit dem Rest des heißen Wassers.

Gegen Mitternacht fielen wir ins Bett, ich schaute noch etwas auf die Sterne und dann kam der Sandmann.

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