Vigil 56

Zum zweiten Mal innerhalb einiger Wochen kommt eine Postsendung aus England rasend schnell über den Ärmelkanal, um hier in der Nachbarschaft zu versacken.
Bei ersten Mal war ich noch entspannt und dachte: „Naja, Auslandspost, das dauert.“ Nach mehr als einer Woche wunderte ich mich, dass vom Versender eine Mail kam, ob ich denn mit dem Produkt zufrieden wäre.
Als ich die DHL-App konsultierte, sah ich, die Lieferung hatte keine zwei Tage gedauert, seitdem lag der Großbrief in einem Laden um die Ecke. Benachrichtigung gab es keine.
Diesmal brauchte die Sendung wieder nur eine Nacht von London bis Berlin, ging am Samstag trotzdem nicht mehr in die Auslieferung und war dafür heute, am Montag, mit dem Kurier unterwegs. Ich hielt die App im Auge. 9:23 Uhr: Angeblich vergeblicher Zustellversuch. Natürlich wurde nicht geklingelt. 11 Uhr: Die Sendung wurde in einem Laden in der Nachbarschaft abgegeben, keine Benachrichtigung. Es wurde nicht geklingelt. Wir waren beide da.
Da fällt dir echt nix mehr ein. Der englische Versender arbeitet wirklich schnell und in Deutschland humpelt die Zustellung.

Dass keine Benachrichtigung im Kasten ist, scheint an der Auslandspost zu liegen. Ich erinnere mich, dass ein Päckchen aus Dänemark auch mal 14 Tage beim Nachbarn lag und wir nichts davon wussten. Scheinbar kann die Benachrichtigung nicht einfach ausgedruckt so werden.

Das war übrigens in der Post:
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Ein großer Farb- und Mustertest für einen noch zu bedruckenden Seidenstoff. Aber davon demnächst mehr.

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3 Gedanken zu „Vigil 56

  1. Oh, das mit dem nicht mal klingeln kenn ich. Aber das passiert auch bei Inlandspost. Und auch nicht nur mit DHL.
    Einmal wartete ich dringendst auf ein Paket mit Flugblättern von der Druckerei, schaute immer wieder auf die Paketverfolgung und achtete auf die Klingel. Nichts. Irgendwann im Lauf des Tages fand ich dann die Nachricht „Konnte nicht zugestellt werden“ im Briefkasten. Keine Ahnung, wo der Meister geklingelt hat. Das Paket kam dann am Folgetag endlich an. Wenn ich mich recht erinnere, war das UPS.

    Besonders lustig finde ich, wenn ich die Paketverfolgung als Klingelersatz nutzen darf. Bei uns werden von DHL bisweilen (nicht unterschriftspflichtige) Sendungen an einer von der Straße aus nicht einsehbaren Stelle abgestellt. Das ist prinzipiell okay so, aber es sollte nicht der Ersatz fürs Klingeln sein. Immerhin weiß ich, wenn online sowas wie „beim Kunden hinterlegt“ steht, wo ich suchen muss ;-).

    Viele Grüße
    Ursula

  2. Das ist sehr ärgerlich, vor allem wenn man auf die Sendungen wartet. Und der Transport wurde ja bezahlt, das ist ja kein Gnadenakt.
    Aus meiner Zeit bei der Post weiß ich, dass es funktioniert, wenn man an die Zentrale schreibt und ausführlich den Tatbestand schildert.
    Meine Mutter ist 88 und lebt recht abgelegen. Wir schicken ihr vieles mit der Post, so auch Medikamente. Die dauerten manchmal tagelang, der Postbote kam erst in der Dunkelheit, dann wurde nicht geklingelt, das Übliche halt.
    Nach meiner Mail war alles anders, neue, freundliche, pünktliche Postbotin, ein Entschuldigungsschreiben der Deutschen Post mit der Nachfrage, ob nun alles in Ordung eri. Ja, war es.

    • Das funktioniert bei uns leider nur begrenzt, weil wir hier in der Innenstadt ständig neue Zusteller haben. Die Sendung am Montag kam zum Beispiel mit dem Expressboten.
      Ich weiß, dass es auch in Berlin früher Zustellbücher gab. Dort wurden Besonderheiten bei der Zustellung eingetragen. Aber das galt nur für die Briefpost.

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