The Diary of Kitty Koma

Vigil 28

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Es war einmal. Vor ungefähr 15 Jahren.
Da begab es sich, dass ich wieder einmal den Versuch machte, der Stadt zu entfliehen. Ich wohnte zwar schon am Stadtrand, aber auch das war mir noch zu belebt.
Ich fuhr am Ostersamstag durch die Spreeaue bei Berlin, um Häuser anzuschauen. Klein, hutzelig und vermoost, am Waldrand stehend oder aufgepimpt in einer engen Datschenkolonie – am unteren Ende der Finanz-Skala (verschulden wollte ich mich nicht dafür) gab es keine Paläste. Der sonnige Tag entschädigte mich für die Bruchbuden.
Als ich in der rosagrauen Dämmerung davonfuhr, brannten rund um mich herum Osterfeuer. Ich war umgeben von Feuern.

Das ist eine der wenigen Sachen, die ich nicht getan habe und doch ein wenig bereue. Ich bin immer in der Stadt geblieben. Obwohl mir viele Menschen, versiegelter Boden und hoch über der Erde wohnen und oft nicht bis zum Horizont blicken können, nicht viel bedeuten.
Natürlich lässt sich das noch ändern, aber die Kräfte einer Dreißigjährigen habe ich nicht mehr. Ich kann heute weder eine Landwirtschaft anpacken, noch ein Haus ausbauen. Für den Streuobstgarten und einen Blumen- und ein Kräuterbeet reicht es aber noch.

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Ein Kommentar

  1. Es muss nicht unbedingt ein Haus sein. Ein kleiner Garten kann es doch noch werden!?

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