The Diary of Kitty Koma

Vigil 06

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Neulich standen wir beim Einkaufsbummel im Kaufhaus vor Bettwäsche, die von Fadendichte und Baumwollqualität so ungefähr dem entsprach, was sich unsere Mütter und Großmütter für die Aussteuer in den Schrank gelegt hatten.
Ich habe keine Ahnung, wie teuer gute Bettwäsche in den 50ern war, sicher kaufte man das nicht so nebenbei, die Aussteuer war ja so etwas wie die Mitgift einer jungen Frau, ohne dass es um Geldbeträge ging und musste ein Leben lang reichen oder wurde – da geschont – noch vererbt.
Bei den Kissen, Laken und Bezügen, die wir uns ansahen, hätte eine 4teilige Granitur (2 Kissen, 2 Bettbezüge, 2 Laken) ca. 1.000€ gekostet, also 40-50% eines Nettodurchschnittsgehaltes. Ich frage mich, ob das ungefähr dem entsprach, was früher dafür ausgegeben werden musste.

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2 Kommentare

  1. Heute kauft niemand mehr für die Ewigkeit… Ich fürchte, da liegt ein Strafzoll drauf ;-) Im Ernst – es gibt zunehmend eine Qualittät, die keine ist und auch fast nichts kostet, und eine, die nur für die obersten 5% bezahlbar ist. Dazwischen ist vor allem Luft. Dauerhaftigkeit, traditionelles Design – die Dinge, die eine Aussteuer ausmachten, stehen nicht hoch genug im Kurs.

  2. Das wüsste ich auch so gern, wieviel die Aussteuer im Laufe der Jahrhunderte in welchen Schichten wert war und woraus sie bestand, wer sie anfertigte. Das ist wenig erforscht (es fehlt ja sogar weiterhin der wikipedia-artikel dazu, zuletzt vor 10 jahren bearbeitet), obwohl das so ein wichtiges Recht war. Passt weiterhin nicht in die pol. Landschaft. Beim Mitgift-wiki stand vor einiger Zeit auch noch etwas vonwegen „unterdrückungsinstrumet“, da hätte ich mich schon gar nicht in die Bearbeitung getraut. Na, irgendwann einmal.

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