Und kurz vor dem Abflug

auf die Insel sind die Gedanken im freien Fall: Alles falsch.
Falsche Reisezeit. Falsche Arbeitsdisziplin. Falsche Sehnsucht. Falsche Wünsche. Falsche Forderungen. Falsche Erwartungen.

Kennen Sie dieses Gefühl, wenn Ihr Leben, ihr Denken, Fühlen und Handeln mit nichts mehr von dem, was um sie herum passiert, zusammenpaßt?

Es ist, als würde man morgens aufstehen und die Zahnpasta schmeckt nach Mayonnaise, aus dem Wasserhahn kommt Blut und wenn sie die Zeitung von der Fußmatte aufheben wollen, grinst die sie an und fragt: „Bist du sicher, daß du mich anfassen darfst?“
Sie machen alles wie immer und nichts gelingt. Die Milch gerinnt, die Kartoffeln verkochen, das Fleisch verkohlt.
Sie starten das Auto, legen den Vorwärtsgang ein und fahren rückwärts los.
Ihr Stuhl, auf dem Sie Jahre gesessen haben, bricht plötzlich unter Ihnen zusammen.
Und sie wissen das Rezept der besonderen Aufmerksamkeit für die Welt, die sie umgibt, nicht mehr. Waren Sie früher anders? Haben Sie die Zukunft anders beschworen? Mehr gelächelt? Mehr zugehört?

Was tun? Es ignorieren? Optimistisch sein, daß das vorübergeht? Es als Zeichen auffassen, daß etwas Neues beginnt?

Auch das noch:

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  • 18.8. 1018.8. 10 An Morgen traf ich nach vier Wochen den Unternehmensberater wieder. Innerhalb einer Stunde hatten wir gemeinsam das, wofür ich allein […]
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19 Gedanken zu „Und kurz vor dem Abflug

  1. Auf jeden Fall diese Gedanken und Fragen zulassen und sich nicht dafür schämen. Auf keinen Fall ins Grübeln kommen oder gar fatalistische Tendenzen erahnen. In der Mitte oder deren Nähe kommen diese Gedanken (oder Rückschlüsse) halt, sie sind ganz natürlich. Ja, meines Erachtens sind sie sogar notwendig und machen einen Teil eigener Identität aus.
    Diese Doppelbödigkeit zu erkennen ist schon ein Wert an sich.
    Sonne und Licht, klare Schatten, schöne Luft, leichter Wind können da sicher helfen. Auf nach Italien. Ahem: Wünsche eine schöne Reise!

  2. Zen, meine Liebe. Es hat alles seine Zeit. Auch das Wieder-wohl-fühlen. Hab schöne Tage auf Sardinien!

  3. Vielleicht sollten Sie sich einfach ein weniger stressen, solange Sie noch fiebrig sind?

  4. tja, das mit dem stress ist ja leider nicht immer so steuerbar. ich mekre auch gerade mal wieder, dass man auf manche dinge leider überhaupt keinen einfluß hat …

    und nu die binsenweiheit: ursachenforschung. früher war es bei mir der job. als ich das geändert hatte merkte ich, da ist noch was. es war meine langjährige beziehung. als ich das dann jenseits aller rationalen[!] überlegungen [so wichtige dinge wie sicherheit, soziale kontakte, die familie, geld, all die jahre, usw …] auch hinter mich gebracht hatte wurde auf einmal alles gut. bis auf die momente, wo dann doch alles zuviel wird. und für die müssen wir alle noch lernen, dass man nicht immer alles schaffen kann. und die ursachen liegen meistens darin, dass man sich zuviel vornimmt, klare überlegungen hat, auf die man noch weiter in die zukunft aufbaut … *schwafelmodus\off*

  5. Ich tendiere zu letzterem. Und bin der Ansicht, dass, auch wenn es sich momentan seltsam anspürt, diese Befindlichkeit einen weiteren Schritt in Richtung eigene Mitte darstellt. Es ist ein bisschen so, wie wenn man im Frühling plötzlich sieht, dass manche Teile der Winterkleidung sehr schäbig geworden sind oder wenn man erkennt, dass die teuren Schuhe, die man sich in den Kopf gesetzt hatte und welche schon lange im Schrank ihr Dasein fristen, niemals wirklich zum eigenen Stil passen werden.

  6. im idealfall willst du diese ganzen dinge gar nicht mehr beantwortet haben, wenn sardinien so richtig angekommen ist. und wenn du dann wieder da bist, ist das meiste wieder festgebunden, der rest kann vielleicht mit dem frühjahrsputz raus?

    (hach. sardinien ist einfach supersuper, keine sorge)

  7. REPLY:
    hm und wenn das so ein traum ist, bei dem man träumt, daß man aufwacht?

  8. REPLY:
    nee, war kein geschwafel, war wichtig.
    ab morgen gehts an die ursachenforschung.

  9. REPLY:
    ich war kaum in italien gelandet, da war ich fit wie ein turnschuh… es geht doch nix über brutale schulmedizin.

  10. REPLY:
    es war eine geniale zeit. und das verrückte ist, ich mußte gar nichts wollen und machen.

  11. REPLY:
    wie wahr! und nun frühjahrsputz in greller märzsonne.
    ich kann jetzt sogar ein paar worte italienisch.

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