Unbedingt ansehen!

Also, was nun hat mich – einen kahl werdenden, dickbäuchigen Deutschen mit Conterganbehinderung – bloß bewogen, als Aktmodel für Fotoaufnahmen zu posieren? Ich sehe aus wie ein rosafarbener, rundlicher, bebrillter Pinguin, und wegen meiner kurzen Arme kann ich mich am Strand immer kaum überwinden, mein T-Shirt auszuziehen. Und trotzdem habe ich mich selbst und elf andere Nicht-Fotomodels, die auch contergangeschädigt sind, dazu überredet, sich splitternackt auszuziehen und für die Kamera zu posieren.“ (Niko von Glasow)

Auch das noch:

  • Die Guttenberg-FansDie Guttenberg-Fans unter meinen Facebook-Freunden sind genau die, von denen ich es erwartet hatte. Beide aus dem Osten. Schließlich war die DDR nichts […]
  • HÄ?HÄ? Liebe Kundin, lieber Kunde! Kunden, die Bücher von Monika Beutter gekauft oder bewertet haben, haben auch Kaninchenvererbung: Band 2 […]
  • Unbedingt lesenUnbedingt lesen Der Text ist lang, wunderschön und ... ja... Zu erkennen, dass die Dinge, die einem persönlich wichtig waren, Dinge die dein […]
  • O.M.G.O.M.G. Ich könnte jetzt viel dazu sagen, denn schließlich bin ich Fachfrau auf diesem Gebiet. Aber so hat noch nie jemand die Folgen […]

9 Gedanken zu „Unbedingt ansehen!

  1. Bin ich jetzt zynisch, wenn ich behaupte, dass auch diese Bevölkerungsgruppe über Enthaarungsfragen nachdenken sollte?
    Gerade bei der einen Dame, die auch im Fernsehen auftrat ist mir das aufgefallen.

  2. @fressack
    Ja, bist Du. Warum solln sich Menschen überhaupt nur ohne Haare zeigen dürfen? Biologisch gesehen ist der Körper zu Recht mit Haaren (z. B. Schweißtransport) ausgestattt. Das Haare «iehbäh» sind, ist nur die erfolgreiche Marketing-Strategie amerikanischer Kosmetikproduzenten («Frauen mit unrasierten Achseln seien Huren etc.»), deren Schwachsinn hierüber gschwappt ist.

    Wer gegen natürliche Körpererscheinungen mosert, kann ruhig überlegen, wessen monetärer Willkür er da aufgesessen ist. Männern, die Rasur bei Frauen einfordern ist sowieso zu empfehlen, sich den Intimberreich einmal mit Wachs enthaaren zu lassen. Damit sie auch mal mitreden können. Sie werden es danach nämlich garantiert nie wieder tun.

  3. gab´s auch eine sehr gut gemachte doku auf arte über die betroffenen. auch dort haben mich die aussagen in den interviews über die meisterung des alltags schwer beeindruckt. und der einzige betroffene,den ich persönlich kenne, spielt sogar ganz passabel ohne beine im rollstuhl tennis. wobei auch sport zu betreiben und seinen behinderten körper dabei zur schau zu stellen, zunächst viel überwindung kostet …

  4. REPLY:
    In meiner Jugend war es halt üblich, sich starken Haarwuchs an den Beinen und unter den Achseln im Sommer wegzurasieren und ansonsten zu schauen, dass neben Bikini- und Badeanzugende kein Wildwuchs zu sehen war. Stressfrei. Auf die Idee mit der Wachsenthaarung, die unter anderen Umständen als Foltermethode klassifiziert würde, kann nur jemand gekommen sein, der mit seiner eigenen Sexualität starke Probleme hat(te), denke ich mal, denn warum sollen Frauen am Körper wie Kinder behaart sein – nämlich gar nicht ?

    Die Idee zum Film imponiert mir übrigens.

  5. REPLY:
    Ich würde niemals Frauen mit Achselhaaren als „Hure“ bezeichnen, auch bin ich nicht irgendwelchen Marketingstrategien aufgesessen.
    Achselhaare und über lustiges Dekor hinausgehende Behaarung leckerer Stellen bezeichne ich allerdings als grosses „Ieehbääh“.
    Genauso wenig, wie ich jemandem Haare im Mund zumuten möchte, kann ich auch auf diese Delikatesse verzichten.
    Deshalb leide auch ichr egelmässig bei Entfernungsprozeduren. Weil – Schönheit muss leiden. (Volksmund)

  6. REPLY:
    Die Sendung bei arte habe ich auch gesehen und war ebenso tiefst beeindruckt.
    Zum aufgedrückten Enthaarungswahn kann ich auch nur sagen, wem’s gefällt… ? Ich finde Haare ziemlich erotisch und einen glattrasierten Mann beinahe lächerlich künstlich. Sollte mich ein Mann wegen der Haare an Stellen, an denen sie nun mal sinnvoll und natürlicherweise wachsen, nicht küssen wollen, der kann mir gestohlen bleiben.. ;o)

  7. zum film: mich ärgert, dass ich den hier verpasst hab. der trailer kommt so warmherzig und positiv rüber, einfach klasse.

    zum thema haare: es wäre schön, wenn einfach ein jeder nach seiner fasson selig werden dürfte. und manches sieht einfach ober-bräsig aus. glam hat das in einem kommentar zu seinem eintrag „dicktease“ auch sehr nett aufn punkt gebracht – seine assoziation (vom 11.09., 10:50) von rasiertem, becockringtem pillemann find ich grandios und absolut treffend.
    http://glamourdick.twoday.net/stories/5182019/#comments

    just my 0.02 ct.

  8. mannmannmann, kaum ist man ein wochenende mit dem hund der freudin im wald und faßt tiefgreifende beschlüsse -schrittweises zusammenziehen nämlich – gibts hier die heftigsten diskussionen zum thema intimrasur.

    jetzt geb ich mal meinen senf dazu:

    1. der film sagt nämlich genaus eins (neben vielem anderen): unsere (d.h. der „normalen“ menschen) probleme mit unserem aussehen sind luxusprobleme.
    2. rasier dich mal an schwer erreichbaren stellen, wenn du schon beim hintern abputzen vom klo fallen könntest.
    3. rasieren ist eh durch. schwule männer stehen schon wieder auf behaart. heteros setzen da eben keine trends.
    4. wachsenthaarung ist brutal aber wirkungsvoll. da steh ich drauf, aber es ist leider teuer.

    mein begleiter meinte, als er mit mir aus dem kino kam, er werde sich die dvd kaufen und sich immer dann ansehen, wenn er sich mal wieder in seinen scheinbar unlösbaren problemen verstrickt hätte.

    körperliche beeinträchtigung wirft dich auf wesentliches zurück. einfache lebensbewältigung, die bei uns so nebenbei passiert, in der hackordnung der partnersuche nicht auf den ersten blick akzeptiert werden, ausschluß aus wichtigen lebensbereichen, angewiesensein auf die hilfe von anderen… und dann stellen sich diese zwölf leute die frage: bin ich schön? liebe ich mich selbst? will ich so leben? (von glasow fragt immer wieder danach: wolltest du dich schon einmal umbringen?)
    und das sind leute in einem alter, in dem selbst wir, die wir alle arme und beine haben, uns zieren würden, weil zu alt zu dick zu kahl zu hängebrüstig…

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