The Psychosomatics

Mein Vater leidet seit einer Woche unter Erstickungsanfällen. Zum Arzt geht er nicht. Er hat seinem Bruder schon angekündigt, daß er aller Wahrscheinlichkeit nach nicht zur Beedigung von KKM kommen wird. Er möchte nicht vor aller Augen zusammenbrechen. Ich versuche, ihm irgendwie eine Struktur zu vermitteln. Meine Mutter könnte ihn fahren, er müßte nur so lange bleiben, wie es ihm gut ginge etc. pp.
Meine Mutter schimpft dagegen, ihr ginge es schließlich auch nicht gut. Sie könne nicht Auto fahren, schließlich sei sie halb blind. (Das war mir neu. Vor drei Tagen war sie lediglich nicht in der Lage, auf eine Leiter zu steigen, wegen der Beine. Nun beginnt also schon Blindheit.)
…nebenbei: meine Eltern gehen auf Mitte 60, ein Alter in dem andere sich ein Mountainbike kaufen und noch mal richtig loslegen…
Ok., also habe ich einen Taxifahrer bestellt, der die beiden Leidenden nach Berlin fährt und meine Mutter gebrieft, daß sie einen Notarzt bestellt, wenn mein Vater endgültig den sterbenden Schwan macht.
Gottverdammter Affenzirkus. Ich hasse meine Familie. Ich würde mir einmal so was wie Haltung und Zuverlässigkeit wünschen.

Auch das noch:

  • So schnellSo schnell Geahnt habe ich es, aber so schnell nicht damit gerechnet. Als heute morgen das Telefon klingelte und mein Vater mir die Nachricht von […]
  • 14.9. 1014.9. 10 Selbstmordwetter. Ich stand über Gebühr früh auf und fuhr zu einem Termin, in dem über meine weitere existenzielle […]
  • KKM liegt nunKKM liegt nun mehr als zwei Monate im Krankenhaus. Das Pflegeheimzimmer war schon eingerichtet, es standen Blumen auf dem Tisch, da kam die Intervention […]
  • War ja alles ganz andersWar ja alles ganz anders Mein Begleiter war zwar kein praktizierender Schaffetischist, aber er hatte seinen Hund im Schlepptau (ein schöner, großer, gut […]

12 Gedanken zu „The Psychosomatics

  1. Es hilft vermutlich nichts, ihnen das auch mal so sehr deutlich zu sagen?

  2. genau das ist einer der gründe, warum ich mit meinen eltern (ende 60) bald gerne wieder unter einem dach lebe. sie wissen es zwar noch nicht, aber die werde ich noch mal so richtig durch nahen wald und muckibude scheuchen …

    [ich liebe auch immer sehr den satz „… mein vater pfeift aus dem letzten loch, geht aber nicht zum arzt.“. da werde ich innerlich zum rumpelstilzchen. ’ne echte altmännerkrankheit.]

  3. REPLY:
    ich denke, ich werde meinem vater heute abend noch einmal ganz klar sagen, daß er verdammt noch mal seiner mutter mit anstand und würde die letzte ehre zu erweisen hat. (klingt wie aus einer seifenoper, ist aber so)

  4. REPLY:
    naja, gefühle wollen sie ja nicht zeigen, da pfeifen sie doch lieber aus dem letzten loch oder lassen sich volllaufen.
    mit meinen eltern unter einem dach? eher schlaf ich unter einer brücke.

  5. REPLY:
    „mit meinen eltern unter einem dach? eher schlaf ich unter einer brücke.“

    Diesen Satz unterschreibe ich notfalls mit meinem eigenen Blut.

  6. so einfach ist das nicht, ihr schlaft nicht unter einer brücke sondern dann in der psychiatrie;-) ich musste meiner mutter neulich die strumpfhose anziehen weil sie sich geweigert hat: sie kratzt! sie ist anfang 60. sie hat ihr lebenlang seidenstrümpfe, kleider und stulletos getragen jetzt will sie nix mehr, jetzt ist es für alles zu spät. ich hätte sie fast mit der strupfhose erwürgt, dennoch erfolgte die einsicht dass wir jetzt die eltern sind und sie die kinder. man muss es nur zwischendurch geschafft haben eigenen kinder zu werfen damit man irgendwann auch die strumpfhose angezogen bekommt. haltung und zuverlässigkeit… jaaa… du bist dran KK!
    wir sind dran… und ich habe noch nicht mal geschafft eigene blagen zu werfen.

  7. aber das muster kommt mir aus diesem reizenden blog durchaus bekannt vor ;-)

  8. Vielleicht solltest Du ihnen einmal etwas über die Mama von Sandhexe erzählen;)

  9. REPLY:
    ja, das sollte ich tun. oder sie nehmen sich an kkm ein beispiel, die mit 80 und zwei knieprothesen noch mit der spitzhacke zugange war.

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