Sonntagsmäander in strahlender Kühle

Als wir uns gestern Abend auf der Kastanienallee von Kind und Mann verabschiedeten, da war es nicht nur gut kalt, als wir zurück über den Zionskirchplatz gingen, roch es sogar ein wenig nach Schnee, schien mir. Es ist Herbst und für mich eine bessere Zeit als letztes Jahr um diese Zeit, denn da hatte es mich ja noch einmal übel aus der Bahn getragen.
(Im übrigen, so langsam bin ich dieses Rumgeschleuder leid. Ich glaube wirklich, es kommt daher, dass ich sonderbare Vorstellungen davon habe, was andere von mir erwarten und beim Versuch diese zu erfüllen, komme ich von einem Kurs ab, der wo ganz anders hin führte. Also Augen auf bei der Lebensnavigation.)

Diese Woche habe ich noch einmal Vollzeit gearbeitet. Ab nächster Woche geht es mit 6-Stunden-Tagen weiter. Erst einmal als Test bis zum Ende des Monats, das habe ich mir ausbedungen. Die Woche hatte viele Gespräche, die mir neue Erkenntnisse und Entscheidungen gebracht haben. Da ist keine Wertschätzung. Nur Ignoranz oder Schuldzuweisung, je nachdem, ob die Arbeit gerade läuft oder nicht. Das stört mich. Ich habe das lange ausgeblendet, weil ich auf mich und meine Arbeitsfähigkeit konzentriert war und für fast 3 Monate hatte ich mir eine Nische gesucht.
Als ich den Sommer über allein für einen Kunden in einer speziellen Serviceform verantwortlich war, war das zwar tierisch viel Arbeit, aber die Anforderungen kamen mir sehr entgegen. (Jetzt mal abgesehen von dem anderen Thema, dass ich ständig glaubte, zu wenig zu leisten.) Es hat mir niemand reingeredet, weil sich kaum jemand dafür interessiert hat. Ich konnte machen, was ich wollte und wenn es zu viel wurde, habe ich mir Rat oder Hilfe geholt. Das lief gut und so funktioniere ich gut. Ich bin sehr sicher das, was des Grafen Großmutter als „Einspänner“ bezeichnet hat. Jetzt bin ich wieder in anderen Projekten und unter Führung in keinem guten Stil und das liegt mir nicht.
Man wird sehen.

Überhaupt. Wenn man so viel davon aufschreibt, in so skeptischem, distanziertem Ton, wie ich im letzten halben Jahr, ist das kein gutes Zeichen. Es nervt mich selbst.

Andere Dinge sind wichtig. Ich freue mich, dass das Kind, die rigorose kleine Elfe, eine Winterbraut wird. Ich freue mich über den wunderbaren Herbst, über goldenen Blätterregen in der Sonne. Ich freue mich, beim Grafen zu sein.

Ansonsten sind die Themen gerade wieder karg, weil mein Leben karg ist. Aber das wird sich wieder ändern.

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2 Gedanken zu „Sonntagsmäander in strahlender Kühle

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  2. hai kitty,

    es geht also um wertschätzung!

    thats the point.

    erkenne deinen wert an – und trenne dich von menschen, die dies nicht tun.

    ist wie in einer „schlechten ehe“.

    einsicht und klarsicht ist das eine – handeln das andere.

    doch wenn man erstmal einen entschluß gefaßt hat…..dann wird das tun – sich selber treu bleiben – zum weg.

    herzlichst
    tilly

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