Notbremsung

Stellen Sie sich vor, sie fahren mit einem schönen, flotten Auto. Die Landschaft braust vorbei, alles ist wunderbar.
Plötzlich wird die Strecke schlechter, sie beschleunigen, um schnell durchzukommen durch das Gerüttel. Doch es nimmt kein Ende. Sie gehen wieder vom Gas, es schlägt sie von einer Straßenseite zur anderen, es kracht und holpert, sie reduzieren die Geschwindigkeit noch mehr, sonst fliegt ihnen die Karre auseinander. Die Autobahn wird mehr und mehr zum engen, holprigen Feldweg, sie umkurven mit stotterndem Motor die Schlaglöcher, das Benzin geht zur Neige. Sie bremsen, es hat keinen Sinn mehr.
Dann steigen sie aus, mit weichen Knien, flauem Magen, rasendem Herzen und brausenden Ohren. Sie sind irgendwo im Nirgendwo. Eine bekannte Landschaft, die sie aber nie betreten haben. Ein Vogel singt, Wind rauscht.
Und nun?

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10 Gedanken zu „Notbremsung

  1. REPLY:
    nein, weder noch. eher eine metapher für das, was mir geradepassiert.

  2. Vielleicht ist es nun einfach Zeit auszusteigen, auszuatmen…

  3. Verweilen Sie. Ihr Handy hat keinen Empfang, also können Sie sich den Kontakt zur zivilisierten Außenwelt getrost erstmal abschminken.
    Erkunden Sie die Landschaft, die Ihnen immer wieder vertraut und fremd zugleich erscheint. Lassen Sie sich überraschen, seien Sie vorsichtig, aber friedlich.
    Lesen Sie die Rinde eines alten Baumes und tasten Sie sie sorgfältig nach Botschaften ab, die schon längst von neuer dicker Haut überwachsen oder vernarbt sind oder so frisch, dass noch das Harz aus dem Schnitt quillt.
    Gleich daneben ist ein begraster Hügel, in dem Sie den Eingang zu einer Höhle entdecken. Sie wissen nicht, was darin wohnt und wie groß es ist, tot oder lebendig, zahm oder gefährlich, deswegen nehmen Sie vielleicht einen Stock zum Stochern in die Hand, aber wecken werden Sie es.
    Das Auto lassen Sie solange dort stehen, wo es ist. Es wird niemand damit wegfahren und wenn doch, nimmt er Sie sicher mit, wenn Sie wollen.

  4. Zeit für den Picnickoffer! Und Nachspielung der schönsten Gestrandetenszene mit Grace Kelly und Cary Grant in „To catch a thief“: Bein oder Brust?

  5. REPLY:
    ich wußte es, der picknickkoffer fehlt noch in meiner lebensausrüstung!

  6. Aussteigen, durchatmen, Rast auf der Rückbank.
    Dann in Ruhe umschauen: auch dort gibt es Muster und Markierungspunkte und das Fremde wird vertraut.

    Letztendlich natürlich weitergehen und neue Eindrücke und Geschichten mitbringen.

  7. REPLY:
    ich glaube, das wird was ganz neues, aufbauend auf dem alten.

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