MMM mit Jerseyblazer

Seit Sewing by the Sea, wo Elisabeth an einem Blazer arbeitete, wollte ich auch einen. Das heißt, ich habe einen Jerseyblazer, ein 15 Jahre altes Stück von Escada, das verbotenerweise mitgewachsen ist und auch so aussieht. Aber jetzt brauchte ich einen, der paßt. Also so einigermaßen.
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Ich habe dafür meinen neu konstruierten und erprobten Oberteilgrundschnitt verwendet, auf Paßformklasse 6 geweitet (viel zu viel! aber ich hatte im Kopf, dass Elisabeths Blazer zu eng wurde) und ein Revers angebaut. Der Graf hatte mir guten Sweatshirtstoff spendiert.
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Nach der ersten Anprobe hingen mir die Ohren runter, der Graf kommentierte, ich würde wie eine Landfrau auf dem Gang zur Beerdigung aussehen und das Teil kam erst mal in die Ecke. Der Stoff geht auseinander wie Hefeteig. Hauteng durfte der Blazer auch nicht sein, ich wollte wie bei meinem Vintage-Teil auch mal einen Pullover drunter tragen können und ein Futter sollte er auch noch bekommen.
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Ich habe ihn mächtig tailliert und vorn und hinten zwei Abnäher gemacht, unter die hängenden Schultern kamen Polster.
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Auch an der Brust habe ich etwas weggenommen, Trotzdem ist der Bereich über der Brust etwas zu weit, da habe ich mich nicht rangetraut. Alle Längsakzente haben eine Ziernaht bekommen. Die Taschen brauchen noch Knöpfe, sie stehen durch die Abnäher etwas ab.
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Der Blazer ist wie die alte Jacke mit einem dünnen grauen Baumwolljersey gefüttert, der wenig Elasthan enthält (aber leider furchtbar staubt, ich hoffe, das gibt sich nach einigen Wäschen).
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Für die erste eigene Konstruktion (es gibt noch einen Schnitt für ein A-Linienkleid aus Batist, aber das ist noch nicht fertig) bin ich sehr zufrieden. Und das mit dem Jersey lerne ich noch.

Und die anderen schönen Kleider gibt es wie immer hier.

Auch das noch:

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14 Gedanken zu „MMM mit Jerseyblazer

  1. Steht Dir wirklich gut. Gefällt mir! Die Taillierung ist klassen.

    • Die Taillierung war Zufall, aber ich bin froh drum. Das mit den passenden Schnitten ist sowieso so eine Sache. Mein Körper macht grade Mondphasen.

    • Danke :) Ich weiß nicht, was das gestern Abend war. Maximale Entspanntheit und hohes Inspirationslevel ohne Stress, vermute ich.

  2. Schnitt selber erstellt, alle Achtung! Einen Reverskragen angefügt …. hach das klingt so, als ob es nur zwei Pinselstriche braucht, dabei steckt sicher sehr viel mehr dahinter. Meine Bewunderung für die Schnittkonstruktion und den schönen Blazer. Die betonten Abnäher geben eine tolle Struktur, das finde ich klasse. LG Kuestensocke

    • Danke! Ich durfte dir ja auch beim Nähen deines roten Jacketts zusehen. Auch das hatte mich sehr inspiriert.

  3. wirklich beeindruckend. magst du nicht vielleicht mal einen nähkurs anbieten? jeder bringt seine eigene maschine mit! dann gibt es nicht nur kleider, sondern auch muckis. mir würde es schon genügen, lieblingskleider oder röcke nachzuschneidern, notfalls mit durchpausen.

    • Ich hatte tatsächlich mal darüber nachgedacht, so etwas anzubieten. So eine Art Nähkränzchen mit Anleitung alle zwei Wochen oder so. Aber die Stadt ist voll von solche Kursen.

    • jahaa! aber die stadt ist auch voller blogs, voller männer und voller jobs :)

      bei dir würde ich mich sowas trauen, bei anderen wär mir mein näherisches nichtkönnen im wege.

    • Nur zu! Wir könne uns gern mal auf eine Hunderunde treffen und darüber sprechen, was du brauchst und wie ich dir weiterhelfen kann.

  4. Sie sehen wunderschön aus! Ich bin grad sehr begeistert von den strahlenden Augen und dem gelösten Lächeln. #organisierteliebe <3

    • Wissen Sie, das mich das heftig gerührt hat? Ich las Ihren Kommentar, als ich nach einem stressigen, halb schief gelaufenen Seminar in der S-Bahn saß.
      Danke!

  5. Das freut mich sehr! Ist nur ein kleines Dankeschön für das Viele, das Sie hier verschenken. – Ich hoffe, Sie können selbst auch sehen, was ich in den Bildern sehe. Manchmal fällt uns der Blick auf unsere eigene Schönheit ja besonders schwer.

  6. Ich finde das Lächeln einfach bezaubernd, lese mich grade durch diesen blog und freue mich sehr jetzt auch das Gesicht dazu zu sehen – froi. Und der Blazer! Hut ab! Ich trau mich nur an weite Hosen, die einen Patzer nicht sehen lassen. Hach, schön. Grüße, Eva

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