Dampfpost oder Old School Banking

Der Vorgang ist eigentlich ganz simpel:
Da die Post meine fußläufig gelegene Filiale incl. Geldautomat geschlossen hat, hebe ich Bargeld von meinem Postbank-Girokonto nun 300 Meter weiter bei einer Filiale der Berliner Bank ab. Zur Cash Group gehörig, also für mich gebührenfrei.
Wenn dann ein paar Tage später eine Bagatellbuchung von Click & Buy kommt, geht diese zurück, mangels Deckung.
Sonderbar, denn mein Kontostand im Online-Banking sagt mir, daß noch genügend Deckung vorhanden ist.
Die Telefon-Hotline der Postbank wiederum weiß einen anderen Kontostand: Böse in den Miesen. Nämlich genau den doppelten Betrag, den ich in bar abgehoben hatte. Die Buchung wird zwar wertgestellt (also von meinem Guthaben abgezogen), aber aus den Vormerkungen für Buchungen nicht entfernt.
Die Erklärung? Die kam per Formbrief, nachdem ich mich beschwert hatte, denn Click & Buy berechnet für jede zurückgegangene Buchung 15 € Strafgebühr. – Man behalte sich bei Geldabhebungen im Ausland vor, den Betrag noch in den Vormerkungen zu behalten, für den Fall, daß noch Gebühren anfallen.
WTF? Ausland? Ich rief wiederum bei der Postbank an. Ja…., hieß es, da könne man nichts dafür. Da wären die anderen schuld, mit ihren Geldautomaten und Buchungssystemen. Das hätte es seit dem Jahreswechsel öfter gegeben, auch an Shell-Tankstellen. Man würde mittlerweile schon jeden Betreiber einzeln auf das Problem hinweisen, daß auf Grund einer Unstimmigkeit im Datenaustausch die Buchung nicht aus der Vormerkung entfernt werden könne. Ich könne aber anrufen, wenn mir das auffiele, die Mitarbeiter würden den Fehler dann manuell beheben.
Schön. Und was habe ich damit zu tun? Ich bin nur der Idiot, der Strafgebühr bei anderen Anbietern löhnt, wenn eine Lastschrift platzt. (Mal abesehen davon, daß ich das auch sehr peinlich finde.) Ich möchte nicht noch der Idiot sein, der die Postbank überwacht und darauf hinweist, daß sie ihrem Buchungssystem wieder einmal manuell auf die Sprünge helfen muß.
Nachdem mir das jetzt zum zweiten Mal passiert ist, wird es Zeit für einen sehr bösen Beschwerdebrief.

Auch das noch:

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18 Gedanken zu „Dampfpost oder Old School Banking

  1. Meine Güte, wieso denn Postbankkunde sein oder bleiben? DAS ist mir zum Glück noch nie passiert…*g*

  2. REPLY:
    solche entscheidungen revidiere ich nicht so schnell.
    ich erwarte von so einem großen laden korrekte arbeit.

  3. Empfehle von ganzem Herzen den DiBaDiBaDu-Laden … effizient, extrem zuverlässig und preiswert, dass es quietscht.

  4. Das kenne ich auch. aber das geht schon viel länger. Ich hab es vor einem Jahr zum ersten mal gehabt und damals haben sie es auch auf die Berliner Bank geschoben. Ein Bankmensch hat mir aber erklärt dass es das interne System ist was da wohl nicht so richtig funktioniert, sozusagen ein Programmfehler. Aber aus eigener Erfahrung, ein Beschwerdebrief nutzt nicht viel. Du bekommst dann auch nur eine vorgefertigte Antwort.

  5. REPLY:
    bei der bin ich teilweise auch, da gibt’s nichst zu meckern. ich empfehle aber die hier: http://www.gls.de/

    obwohl ich den wechsel selber noch nicht geschafft habe, allerdings aus zeitlichen gründen. scheiß drauf, was die bank kostet. entscheidend ist, was sie mit deinem geld macht. sollten wir die letzten jahre eigentlich gelernt haben. alles andere ist wie billige lebensmittel kaufen und sich hinterher wundern, was da so alles drin ist.

  6. seit ich mich vor kurzem von meiner bank belehren lassen musste, dass die mindestspesen (sic) für online-banking-überweisungen aus dem ausland 30 euro(!) betragen und es gar nicht anders ginge(!) als dem empfänger, also mir, davon die hälfte abzubuchen, kann mich bald auch nichts mehr erschüttern.

  7. REPLY:
    ja, genau so hat mir der typ am telefon das auch erklärt.
    ich hab jetzt erstmal eine schadenersatzforderung aufgemacht. wenn da wieder ein formbrief kommt, laß ich mir was anderes einfallen.

  8. REPLY:
    Na da rentiert es sich doch so richtig, wenn man etwas um 10 Euro in der Bucht ins Ausland verkauft (also für die Bank jetzt *g*…).

  9. REPLY:
    das kommt glaube ich drauf an, wie man überweist, mit welchem internationalen code. manchmal hatte ich so hohe abzüge, manchmal nicht.

  10. REPLY:
    hm, wechseln wollte ich jetzt nicht gleich, aber wenn die sich weiter blöde anstellen, tue ich es doch.

  11. Mir sind ähnliche Dinge in A auch schon passiert. Allerdings betrug die Stornierungsgebühr nur 7 € und die bekam ich regelmäßig refundiert, wenn ich mich aufgeregt habe.
    Ich habe allerdings die Erfahrung gemacht, dass man am besten mit seinem Kontobetreuer spricht, der das ohne viel Umstände in Kulanz macht. Mit Beschwerdebrief und dem ganzen pipapo stellen sich die Banken meistens ziemlich dumm an.

  12. REPLY:
    Das ist leider Onlinebanking, da gibt es keinen Kontobetreuer mehr, sondern nur noch Callcenter ohne Entscheidungsbefugnis.

  13. REPLY:
    La-Mamma, ich habe jahrelang via Bucht :-) auch Artikel nach Deutschland versandt und demgemäß Zahlungen von dort erhalten – mit minimalen Gebühren. Handelt es sich bei deinem Ausland möglicherweise um Nicht-EU-Raum ?

  14. REPLY:
    Es wird Sie überraschen. Obwohl ich ja mitten im Internet-Leben stehe und auch meine Steuererklärung online mache, verwende ich kein Online-Banking.
    Manchmal wundere ich mich über mich selbst:)

  15. also aus meiner sicht ist das ganz klar ein problem der beteiligten banken … die haben sich doof angestellt und du bekommst stress wegen der rücklastschriftgebühren. (übrigens: ich bin durchaus der meinung, dass dir die erstattet werden sollten.)

    viel erfolg+viele grüße!

  16. REPLY:
    Das verstehe ich jetzt nicht. Auslandsüberweisungen sind doch ohnehin nur per BIC/SWIFT-Code zu tätigen ? Meist gibt es dabei noch die Option anzuwählen, wie die Gebühren verrechnet werden sollen; bei „meiner“ Bank ist die Standardoption „Gebührenteilung“, andere Möglichkeiten können angehakt werden.

  17. REPLY:
    Ich verfüge über Onlinebanking UND einen Kontobetreuer. Luxusweib, ich. :-)

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