Bilanz

Das Jahr geht zur Neige und ich schreibe schon die finale to-do-Liste, die abgearbeitet sein muß, bevor ich in den Flieger besteige. Dieses Jahr ist es nicht mehr viel. Ein paar Geschenke auf den Weg bringen, ein paar abschließende Taten und Telefonate, die ungeliebte Buchhaltung noch und die Bilanz 2006 überprüfen.
Kein Vergleich mit dem Chaos und Streß im letzten Dezember: Den Kerl in die Wüste geschickt (vorübergehend, wie sich herausstellte). Ein riesiges Mailing vorbereitet und dafür aber 1500 Fehldruckexemplare bekommen. Eine Party ausgerichtet. Mit der Druckerei gestritten. Und das alles am Ende eines Jahres, das ohnehin voller Umbrüche war. Eine böse Trennung gab es, dem Kerl hab ich eine Prostataexplosion gewünscht und ich hoffe, das ist auch passiert. Das Kind und ich zogen auseinander, ich lebte zum ersten Mal seit 20 Jahren wieder allein. Eine OP mitten im heißen Sommer, die mich – bei laufendem Geschäft – drei Wochen in die Horizontale brachte. Das war alles ein bißchen viel.
Dieses Jahr ist viel von dem Quark und Gewirr der letzten zwei in die richtigen Bahnen gekommen. Ich bin körperlich wieder einigermaßen fit und gesund. Es gibt wieder eine Beziehung, die diesen Namen tatsächlich verdient. Meine Arbeit ist so strukturiert, daß ich nebenbei noch leben kann und nicht nur funktioniere. Das Kind ist auf der Uni und dort sehr fleißig.
Und mir ist fast ein bißchen langweilig…

Auch das noch:

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7 Gedanken zu „Bilanz

  1. …meine ist trauriger, auch ohne 1.500 fehldrucke… aber das wird schon.
    Glückwunsch!

  2. so gehört sich das. kann ja nicht immer nur regnen, dear. hab eine schönes auszeit von diesem ganzen ego craze.

  3. Hach! Geniessen Sie es Madame! Für mich mit! So gesehen bin ich noch in 2006!

  4. ach, wenn das kind erst AUS der uni wieder raus ist, dann wird es nochmal spannend. so spannend wie für meine eltern jetzt. „uuuund?! was haste jetzt so für noten? was willste jetzt machen? kind, denk an deine rente, du musst jetzt geld verdienen, du musst dich bewerben, und ich sag´s dir kind, wenn du das nicht so und so machst, wirst du dich gehörig umsehen, und vergiss die krankenkasse nicht…“ ;)

  5. REPLY:
    oh, ich hoffe, daß das nicht so sein wird. allerdings weiß das kind auch, was sie da draußen erwartet. mit einer selbständigen als mutter, die sich um die karrieren von freiberuflichen (lebens-)künstlern kümmert, kennt sie so allerhand viel erfolg, aber auch eine ganze menge elend.
    eltern vergessen sehr gern, daß bei ihnen auch nicht alles klar war bei solchen lebensentscheidungen. ich glaube, es ist wichtig, sich freizuschwimmen. etwas gegen den willen der eltern zu tun, damit man nicht lebt wie sie, heißt nicht unbedingt, daß man für sich selbst die richtigen entscheidungen fällt.
    nabelschnur abschneiden, radikal und vor allem finanziell. hinstellen und sich fragen: ok., was mache ich jetzt? auch mal überlegen, wie man in 5 oder in 10 jahren leben will. mit den richtigen visionen kommen oft die richtigen begegnungen.
    und daß ich da nicht reinzupfuschen habe, außer hilfestellung, wenns kindlein stolpert, daran muß ich mich gewöhnen.

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