Nachgeschobene Aufzeichnungen

Blogge nie auf den letzten Pfiff, bevor der Ironbloger-Crawler Sonntag Nacht vorbei kommt. Dein Provider könnte down sein und nur noch das Frontend liefern. So wie gestern.

Wo bei immer noch vieles, obwohl dominant das Leben bestimmend und alle Energie kostend, nicht aufschreibbar ist. Es schiebt sich gerade alles zusammen, wie Eisschollen kurz vorm Frühling auf einem Fluss.
Was davon übrig bleibt und was dann wirklich passiert, wenn sich der Stau auflöst, weiß noch keiner so richtig.
Erst im Nachhinein ist ein Leben eine Abfolge von Ereignissen. Mitten drin ist es eine Ballung von manchmal voneinander anhängenden Optionen mit unterschiedlichem, schwer beeinflussbarem Timing.

Könnte sein, dass es Mitte März wieder besser läuft. Tschuldigung.

WMDEDGT Januar 2017

Frau Brüllen fragt wieder, was wir den ganzen Tag gemacht haben.
Heute bin ich sehr spät aufgestanden. Da ich traditionell bis zum 6. Januar etwas Urlaub mache, klingelt bei mir momentan der Wecker noch nicht, aber ich fange in dieser Woche schon an, die ersten Dinge zu erledigen.
Mittlerweile hat sich mein Tagesablauf so verschoben, dass ich um 2:00 Uhr nachts ins Bett gehe und entsprechend lange schlafe. Ich war erst kurz vor 10:00 Uhr wach. Ich lüftete die Wohnung, es war knackig kalt draußen und ging mit einer Tasse Kaffee in die Badewanne.
Dann sortierte ich etwas herum und frühstückte wie immer Joghurt mit Früchten. Der Graf war inzwischen aufgestanden, und ich zog die Betten ab. Das hatte ich schon mehrere Tage vergessen, diesmal wollte ich es wirklich erledigen.
Dann schraubten der Graf und ich an einer Website, die wir vor einigen Jahren aufgesetzt hatten, dort mussten Seiten entfernt und eingefügt werden.
Ich las noch etwas Zeitung und versuchte, unbedingt daran zu denken, dass ich für das Kind den Aushang eines Immobilienmaklers fotografieren wollte. Da sie und ihr Mann bald zu dritt sind, wird die Wohnung eng. Es weiß ja jeder, dass es momentan nicht einfach ist, in Berlin eine erschwingliche Wohnung zu finden.
Aber der Graf hatte das Foto schon am Tag vorher gemacht. Da wir ohnehin auf einen Spaziergang gehen wollten, die Sonne schien, auch wenn es kalt war, schauten wir nach, ob in dieser Hausverwaltung vielleicht jemand war. Dieses Büro ist sehr sonderbar, weil eigentlich nie jemand da ist. Aber diesmal saß ein Mädchen am Computer. Wir fragten nach der Wohnung, die bei uns um die Ecke und relativ erschwinglich ist und bekam zur Antwort, dass sie schon lange wieder vermietet wäre. Man könnte uns aber provisionspflichtig andere Wohnungen anbieten. Es hörte sich eher an, als wäre dies ein Lockvogelangebot. Schade.
Wir spazierten durch Mitte und gingen bei Dada Falafel in der Oranienburger Straße etwas essen. Dort Falafel oder Schawarma zu essen ist immer ein Ereignis. Es ist köstlich, und hat mit Imbissessen nichts zu tun. Da wir ordentlich durchgefroren waren, tranken wir noch warmen Tee und heiße Schokolade dazu.
Für den Rückweg nahmen wir lieber die Straßenbahn, denn eine schwarze Schneewand zog auf, der Wind wurde schneidend kalt und es begann sogar ein bisschen zu schneien.
Zurückgekehrt, setzte ich mich an meinen Stadtmantel und nähte weitere Druckknöpfe an. Ich bin in solchen Fummel- und Bastelarbeiten nie besonders schnell und gut.
Dann rief Primavera an. Sie überarbeitet gerade ihre Homepage, die ich ihr vor einigen Jahren eingerichtet hatte und machte unter meiner Anleitung sehr viele Veränderungen. Sie kann sehr viele Sachen sehr gut, zum Beispiel Klavier spielen, aber technische Dinge sind nicht so ihre Sache. Deshalb brauchten wir gut 2 1/2 Stunden, bis das meiste geklärt war.
Mittlerweile war es schon fast 19:00 Uhr. Ich schmierte mir ein paar Brote, und diskutierte mit dem Grafen ein bisschen über Work and Travel-Modelle.
Dann setzte ich mich wieder an die Druckknöpfe. Fluchend. Eine Arbeit für Leute, die Vater und Mutter erschlagen haben. Aber mit einem Hörbuch auf den Ohren wurde auch das fertig. Das Kind schickte mir zwischendurch ein Foto von einem Babyhöschen, dass sie genäht hatte und mir wurde es sehr sehr warm ums Herz. Der Graf ging noch auf ein Bier um die Ecke und wir bezogen vorher noch schnell die Betten.
Als ich mit Nähen fertig war, zog ich den sehr schönen Mantel an, und merkte, dass ich die Knöpfe auf die falsche Seite gesetzt hatte, ein Herrenverschluß. Ein typischer Kitty. Kein Kommentar.
Stadtmantel

Statt die Knöpfe wieder abzutrennen, setzte ich mich lieber an einen Strickstrumpf. Jetzt ist er fast fertig und ich werde bald ins Bett gehen.

Die anderen Beiträge sind hier.

Pause

Ich bin mit dem Nähen von Entspannungs- und Freizeitkleidung beschäftigt, bevor nun endlich der Koffer für die Kinderlandverschickung gepackt werden muss. Ich bin nunmehr Eilfall, es sollte in den nächsten 8-10 Tagen losgehen. Ob und wie es da Internet gibt, weiß ich nicht, denn dort behandelt man auch Internet-Sucht, also sollte Frau in den ersten Tagen das Handy und den Laptop nicht zu offensichtlich im Anschlag haben.

Deshalb gibt es hier eine Pause bis Mitte Oktober. Seid nicht allzu brav.