The Diary of Kitty Koma

25.3.

Ein Sonntag, wie er im Buche steht. Der Graf schläft noch und ich krame vor mich hin. Ein Bad, auf dem iPad Twitter, Blogs und Zeitungen leerlesen, während dessen ein Spiegelei verfrühstücken und Kaffee, jede Menge Kaffee natürlich.
Dann ist der Graf wach und macht tatsächlich ernst, ist er doch für den Halbmarathon und den Berlin-Marathon angemeldet. Er zieht die Laufschuhe an, setzt das Basecap auf und rennt mal eben von Mitte Nord zum  Zoo und zurück.
Ich hübsche mich derweil, hab die Haare schön und die Augen bunt und werde müüüüüde. Es dauert eben immer zwei Tage, wenn ich in die Erschöpung reingefallen bin, wieder rauszukommen. Also lege ich mich schlafen und kaum bin ich im Traumland, kommt der Graf zurück. Bad Timing, wirklich.
Nach zwei Stunden haben wir es dann geschafft, die Schlaf-Wach-Phasen zu synchronisieren und spazieren durch Mitte. Es folgt natürlich der klassische Stop im Café Victoria: Schokoladen-Baiser-Torte für beide, damit wir nicht vom Fleische fallen und ein Päckchen Kaffee für Mme Jura zu Hause, die klagte nämlich über innere Leere.
Dann kehren wir im Buch- und Zeitungsladen im Bahnhof Friedrichstraße ein. Der sonntägliche Ersatz für Dussmann. Selbstverständlich frage ich nach Ashby House, hatten sie aber nicht.
Danach kommt eine halbe Stunde Soziophobiker-Training, Einkauf beim Edeka. Das ist für mich der Horror in Tüten. Der Laden ist mit Regalen so vollgestopft, daß keine zwei Leute nebeneinander durch den Gang laufen können und er ist voll, brechend voll. An manchen Wochenenden so voll, daß Security die Leute schubweise reinlassen muß. Da ist alles unterwegs. Penner, Touris, Besserverdienende. Der Edeka in der Friedrichstraße ist eigentlich das beredteste Beispiel dafür, daß sonntäglich geschlossene Läden im Zentrum einer Metropole wie Berlin riesiger Schwachsinn sind. Wir kaufen die notwendigsten Lebensmittel, Wein, Käse, Brot und machen einen Sprint zur Straßenbahn.
Wieder oben auf der Barminkante angekommen, erklettern wir das Heim, stellen die Einkäufe ab und kullern wieder runter ins um diese Zeit rein touristische Leben. Der gemeine Anwohner sitzt derweil zu Hause, bringt die Kinder zu Bett, ißt Abendbrot oder bügelt die Hemden für die Woche, schaut “Tatort”, hat danach S*x und geht schlafen. Bei uns ist die Zeit gerade aus den Fugen.
Wir essen in einem Falafel-Laden in der Kastanienallee (der heißt im Link noch Kamun, jetzt aber Ersra) und landen auf einen Wein im Ars Vini II, weil wir das mal testen wollen.
Sagen wir mal so… da ist einer Im Viertel rumgegangen udn hat geschaut, welche Läden brechend voll sind und ihm sind die Weinerei Forum und das Nola’s aufgefallen. Folgerichtig ist das Ars Vini II nun ein Laden mit Weinhandel, einer Riesentheke offener Weine, aber ohne Selbstbedienung und Fondue, aber ohne Schweiz. Muß man mögen. Die Bedienung war sehr engagiert, aber wie das so ist mit Weinpoesie, man muß sich seine Kundschaft schon ansehen, bevor man empfiehlt.
Und dann? Sonntag vorbei. Schade. Schnief. Der Ernst der Woche steht vor der Tür.

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2 Kommentare

  1. wobei mir einfällt: wie war das mit der Kastanienallee 40 ? :-)

    • Verflixt! Ich stand schon mal davor, da war es aber schon fast dunkel und ich konnte nciht fotografieren. Wird nachgeholt!