18.-20.11.11

Zum zweiten mal innerhalb von Wochen machte mich irgendwas k.o. Vergripptes Gefühl, schlapp, Herpes, Halsschmerzen, Ohrenscherzen, Bauchschmerzen, ein Schlafbedürfnis so groß wie der Himalaya, das nervt. Mit zwei Tagen Ausschlafen ist es dann zwar immer wieder getan, aber ich würde gern wissen, was dahinter steckt.
Gerade in Zeiten wie diesen, wo das Herze so offen ist und das Tor zur Zukunft auch, mutiere ich zum Hypochonder. Da ist immer gleich die Rilke -Zeile „da stürzte Gott aus seinem Hinterhalt“ präsent. Kann ja nicht sein, daß es mir einfach nur gut geht, die Dinge sich gut entwickeln und ich glücklich bin Da lauert doch irgendwo im Hintergrund die Strafe, die Demütigung, das „Schluß mit Lustig“. Denn Glück sollte mindestens mit Krebs bestraft werden.
Also suchte ich eifrig auf Gesundheitsseiten. Wobei die allerdings nicht mehr so lustig sind wie früher, wo in Foren tiefschürfende Symptomdiskussionen unter Hypochondern stattfanden, die es unter der Vermutung eines exotischen Hirntumors nicht machten. Mittlerweile sind alle Suchergebnisse mit 08/15 SEO-Seiten für irgendwelche Pharmaprodukte zugeschissen, die immer den gleichen, nichtssagenden Text variieren und hinterher eine Latte Links zu Produkten auflisten. Unterm Strich könnte man sagen, die SEO-Optimierung ersäuft im eigenen Dreck.
Nach zwei Tagen ausschlafen war die Sache sowieso wieder vergessen und auch die Arztbesuche zum Durchchecken stehen wieder ganz hinten auf der Liste.
Am Samstagabend führen wir zu Suedkreuz, der Proben- und Aufführungslocation eines Freundes. Das war für ich eine nostalgische Angelegenheit, denn dort hatte ich zweieinhalb Jahre Singen gelernt. Ich erinnerte mich gern wie ich mit Blick auf weiß gekalkte Ziegelsteine Vorüber! Ach, vorüber! / Geh, wilder Knochenmann! sopranperformte und mir gedanklich dort den Tod hinstellte, damit ich die hohen Töne bekam.
Also Suedkreuz. P.  ist gebeten, bei einer Abendveranstaltung des Bundespräsidenten die Musik zu machen. Also nur er und der im Schloß wohnende Steinway-Flügel und natürlich das Publikum. An diesem Samstagabend gab es Generalprobe vor Publikum, denn P. ist Text- und Musikperformer, aber kein Konzertpianist und dementsprechend heftig aufgeregt.
Der Abend war gut und wir bedauerten alle, daß wir am Donnerstag nicht dabei sein können. Leider geht bei Bundespräsidents „ich hab da noch ein paar Freude mitgebracht“ garnicht.

Der Sonntag war Lazy Day. Zu meinem großen Bedauern funktioniert das zatoo.com-IP-Fernsehen, das mir auf Twitter empfohlen wurde, mit der am Zionskirchplatz liegenden Internetleitung nicht. Eigentlich sollte es auch mit 2.000er-Bandbreite laufen, aber ich habe den Eindruck, daß seit dem Vertragswechsel zwar immer noch der niedrige Traffic anliegt, dafür aber Videodaten schon ausgebremst sind. Gnaa…. Also sonstiges Rumsurfen.
Und Kochen. Spanferkelrücken in Biersoße mit Bayrisch Kraut und Klößen. Das ganze als neue deutsche Küche gefertigt, also ohne Fettbeigabe. Ein Gedicht. Da war ich wirklich ziemlich stolz auf mich.

Dann gibt es jetzt noch eine wichtige Meldung:

Liebe NachbarInnen (mal global gesehen),

ich darf vermelden, daß ein Stromgemälde der besonderen Art, nämlich „St. Alban“ in der sogenannten Papst-Edition (Blattgoldrahmung) am Sonntag in der IHK, Fasanenstr. 80-85, bei der 13. Kunstauktion der Stiftung Überleben 2011 (für Folteropfer) zur Versteigerung kommt.

Auktionator ist Prof. Dr. Peter Raue.

Ausgiebigeres samt Katalog (St. Alban ist Nr.19) ist unter http://www.stiftung-ueberleben.de/auktion.html oder http://daim.org/site/de/2011/11/13-kunstauktion-der-stiftung-ueberleben/ zu sehen.

So darf man sich das vorstellen, natürlich mit gestöbertem Schnee, ziehenden Wolken und rieseligen Flocken im wogenden Gras, also alles in Bewegung, ein Leben lang:

Es ist ein Einzelstück aus der Papst-Edition, weil das auf dem Nachtkästchen stand, als der Papst in Neukölln übernachtet hat. Das Synonym für den Papst ist aber nicht die kleine Kapelle auf dem hinteren Berg, die da allen Witterungen trotzt, sondern der Holzpflock in der Mitte auf dem ersten Hügel.

Ich danke für´s eventuelle Weiterleiten an Leute, die das interessieren könnte, und verbleibe derweilen,
einen gelungenen Wochenanfang wünschend,

Dazu muß man zwei Dinge wissen: Der Autor dieser Zeilen neigt mitunter zu ironische Poesie, das heißt ich weiß nicht, ob das mit dem Nachtkästlein vom Papst wahr ist. Und ich liebe die Stromgemälde (also mußte wissen, der Bildinhalt bewegt sich lentement!) über alles und hoffe, mir auch selbst bald eines kaufen zu können. Wer noch weitere sehen will, schaue hier.

 

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