15.8. 10

… und ich wachte am nächsten Morgen mit Kopfschmerzen auf. Ich habe das nicht so oft, aber wenn Hormonpegel und blödes Wetter zusammenkommen, dann krachts unter meiner Schädeldecke.
Ich grisselte mich so durch den Regentag. Ein bißchen putzen, ein bißchen räumen, Betten abziehen, Wäsche waschen…
Als der Mann aufs Fahrrad stieg um seine beliebte Grunewald-Nachdemregen-Schlammtour zu fahren, stellte ich noch mit großer Geste das Bügelbrett auf, um mich nach einem Leberwurstbrot aufs Sofa unter die Kuscheldecke zu trollen. Dort schlief ich, bis der Mann zurück war.
Dann folgte ein seltenes Nachmittagsidyll. Ich bügelte, der Mann lümmelte auf dem Sofa und im Fernsehen lief „Der Schatz im Silbersee“. Hach.
Nebenbei briet ich ein paar Maishühnerbeine mit etwas Gemüse und als wir dann am Tisch saßen, war ich von Kopf bis Fuß naßgeschwitzt und hatte immer noch Kopfschmerzen.
Nach dem Essen hübschte ich mich auf. Es ging ins Edelweiss im Görlitzer Park zum Jazz. Kreuzberg kann so cool sein. Wir kamen ohnehin schon zu spät und bekamen zur Auskunft, es ginge dann irgendwann los, die Künstler würden noch essen. Eine halbe Stunde später tranken die Künstler noch einen Espresso und es wurden schon Karten verkauft.
In eine Sofaecke neben einen hübschen jungen Studenten geklemmt, verbrachten wir den Abend. Die Musik war sehr cool. Die Beleuchtung der Location auch (vor allem mit Migräne-Halo)und das heißeste war dieser Deckenventilator mit dem kleinen Hau, der drehte sich so, als würde er jeden Moment durch den Raum abfliegen. (An dieser Stelle wird dann ein kleiner Film stehen, den ich erst von der Kamera ziehen muß.)
Dem jungen Mann neben mir fiel irgendwann ein heißes Windlicht von einem Wandbord in den Nacken, ich las ihm das Wachs von der Haut und er bekam von der Bedienung ein Glas Eis für seine verbrannte Hand. Dazu die Musik und ein entspanntes Publikum. Ich war happy, nur mein Zustand war fragil. In einer Musikpause brach das Kopfgewitter dann los. Ich wußte, jetzt muß ich nach Hause, ganz schnell, bevor ich kotzend vor Migräne aufm Klo hänge. Zu meinem großen Bedauern, denn ich hatte mich lange nicht mehr so gut amüsiert.

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