13.7. 10

Unglaublich, wie erleichternd ein wenig Abkühlung sein kann. Aus den schwarzen Wolken über uns regnete es, doch es kam kaum ein Tropfen auf der Erde an. Dafür beugte mir ein Ausläufer eines nächtlichen Gewittersturms meine kräftigste Tomatenpflanze. Selbst schuld, sie hätten längst angebunden gehört.
Der Vormittag verging mit Telefonaten mit den Klienten. Ich lerne viel und ich halte meine Schuldgefühle klein. Denn ich bin in einer Situation, in der ich keinem alles recht tun kann.
In einem Gespräch kam noch einmal das Thema Krankheit verschweigen oder darüber reden zum Zuge. Ein Klient wechselte vor anderthalb Jahren zu mir, weil seine Agentin für ihn nicht mehr erreichbar war. Er bekam nur ihre Assistenz mit der Auskunft, sie sei schwer beschäftigt, ans Telefon und wenn er sie persönlich sprach, schien sie nicht bei der Sache. Erst lange nach seinem Weggang rückte sie damit heraus, daß sie ihm das extrem übel nahm. Sie hatte einen Herzinfakt und war fast ein Jahr damit beschäftigt, wieder gesund zu werden. Nun passierte ihm etwas ähnliches mit mir. Und auch von mir erfuhr er erst im Nachhinein, daß ich abgetaucht war. Ich halte meine Schweigepolitik immer noch für richtig, weil sie mir den Druck nahm, Rechenschaft darüber abzulegen, wann ich wieder einsatzfähig bin. Ich glaube immer noch nicht daran, daß die Leute zu mir gehalten hätten, aber vielleicht irre ich mich da auch.
In den Nachmittagsstunden versuchte ich der Hitze auszuweichen, was so gut wie sinnlos war. Ich halte mittlerweile am späten Nachmittag Siesta und arbeite dann fast bis Mitternacht, wenn es kühler wird.
Die Homepage für das neue Projekt drängt. Noch ist „Babeltext“ ein vernachlässigtes Blog, es soll mehr daraus werden. Die Homebase und Kommunikationszentrale für meinen neuen Projekte. Wobei ich viel darauf setze, daß sich ein freier Beruf per work in progress konturiert.
Auch gestern zelebrierte ich Ernährung der fiesesten Art. Chili-Nachos mit Cheese-Dip, der die Konsistenz von gelbem Pudding hatte, gebratener Leberkäs mit Kartoffel- und Krautsalat. Alles Industrieprodukte, die ich vor vier Wochen nicht einmal angesehen, geschweige denn gegessen hätte. Und das geht so, seit ich um Alkohol einen großen Bogen mache. Das scheint die Transformation des Sündenmaßes, das jeder Mensch braucht.
Dann lieber dreckigen Sex als fieses Essen.
Der Abend verging mit dem Entwurf eines Artikels, danach blieb nur noch, mit wenig Kleidung und einem Handtuch ins leergeräumte Bett zu fallen.

Auch das noch:

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