10.11. 10

Wenn es nach dem ginge, was ich derzeit aufzuschreiben habe, dann wurde ich den ganzen Tag maschinengewehrartig Texte verfassen. Nicht nur zu Befindlichkeitsthemen, sondern auch zum Thema Fernsehen, dem alten Dinosaurier, Alternativmedizin und Atomstrom.
Aber der liebe Gott hat mir nur 24 Stunden Tageszeit und ein gewaltiges Schlafbedürfnis geschenkt und so spare ich es mir, die Menschheit mir meinem Gelaber zu erquicken.
Seit gestern steht in meinem Nestchen ein Widergänger herum. Eine uralte Buchenholzkommode mit geschnitzten Jugendstilblümchen, der mein Urgroßvater den größten Teil der Drechseleien und Schnörkel abgenommen hat, als es nicht mehr modern war. Sie ist ein Mordstrumm und müßte seit Jahren aufgearbeitet werden. Ich hatte sie schon einmal verschenkt, weil ich sie nicht wegwerfen wollte, aber nun ist sie wieder da, weil ich sie brauche. Sie ist unkaputtbar und faßt mehr Klamotten als ein Schrank. Was man von den Teilen beim Möbelschweden nicht unbedingt sagen kann. Ich habe eine Spitzendecke über die zerschrammte eichenfarbige Nitrolasur (eine meiner jugendlichen Heimwerkersünden) gelegt und werde das gute Teil wohl deckend lackieren müssen, denn alles andere ist zu viel Arbeit.
kommode
Dann gibt es seit gestern ein Bord im Bad für Handtücher und zwei Haken an der Wand im Wohnzimmer, um Klappstühle daran aufzuhängen. – Platzmangel macht erfinderisch.
Die alte Dame von schräg gegenüber hat es nun auch endlich mal geschafft, sich Zutritt zu meiner Wohnung zu verschaffen und sich alles anzusehen. Die platzte ja schon vor Neugier und hatte immer am Klingelschild zu polieren, wenn ich etwas größeres vor die Tür schaffte. Jetzt muß ich nur noch die Drohung „Adventskaffee und Spielenachmittag“ umgehen.

Ach und nun fehlt mir nur noch ein Lesesessel. Aber das ist das Schwierigste.

Auch das noch:

  • Ich werde SpießerIch werde Spießer Vorgestern habe ich mit meinem Doc das Dreijährige gefeiert. Es geht mir so gut wie seit Jahren nicht mehr und nun habe ich es in der […]
  • Augen zu und durchAugen zu und durch In diesem Jahr bekämpfe ich mein dezemberliches mentales Unwohlsein einfach durch komplettes Ignorieren des Weihnachtsterrors. Das […]
  • FingerübungFingerübung Von 14 bis 24 habe ich eine Menge Klamotten genäht. Daher rafft es mich vor allem im Frühling, in die Stoffkiste zu greifen und das eine […]
  • Jenseits der digitalen KluftJenseits der digitalen Kluft Sehr bemerkenswertes Gespräch mit der besten und dienstältesten Freundin. Jetzt subjektiv notiert, hat sie vielleicht anders im […]

3 Gedanken zu „10.11. 10

  1. REPLY:
    ich finde es selbst wahnsinnig. aber das ist neben dem nischenschrank im flur das einzige staumöbel für meine klamotten. ich hätte es lieber in den flur gepackt, aber dafür war es doch zu groß.

  2. seit wir hier eine affenschaukel haben, brauch ich eigentlich keinen lesesessel mehr;-)

Kommentare sind geschlossen.